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Releasedatum:27.04.07
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"Sind vielleicht in 20 Jahren wieder nüchtern"

Was zunächst aussieht wie eine Vollverarsche auf amerikanischen Poser Metal der 80er, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ernst gemeinte Sammlung metallischer Bröckchen im Fahrwasser von GAMMA RAY mit oberschwachsinnigen Titeln. Hörbar ist das Zeug aber auf jeden Fall.

Ähnlich wie die hanseatischen Melodic-Metaller legen auch BLACK RAIN aus Frankreich ein ziemliches Tempo in den härteren ihrer Songs vor, geben sich Mühe mit den Gitarrenarrangements und haben stets nette Hooklines am Start. Sänger Swan klingt außerdem genau wie Kai Hansen, alles klar? Trotzdem wirkt die Musik von BLACK RAIN mit zunehmender Spielzeit sehr viel amerikanischer. In „No Life Til Metal“ zum Beispiel wird so frech bei Mötley Crüe geklaut, dass man am liebsten gleich die Metal-Polizei riefe. Die peinliche Schnulze „Winterwind“ und das grottig-klebrige „Awake“ vermitteln dem Hörer dannn auch im Doppelpack, warum diese Art von Mucke Anfang der 90er ihren Weg ins Grab antreten musste. Und damit wären wir beim springenden Punkt: Natürlich sind ein paar Fetzen dieser Scheibe sicherlich für so manchen melancholischen Moment verantwortlich. Natürlich waren die 80er auch irgendwie geil. Aber gleichzeitig kommen vor dem inneren Auge wieder diese ganzen Plastik-Koks-Aufteufelkommraustuntigwirkenden Bands und ihr Gehabe ans Tageslicht, die ich persönlich gar nicht vermisse. Bands wie AARONSROD, KEEL, WINGER, KING KOBRA oder ROUGH CUTT hatten ihre Chance – lassen wir sie in Frieden ruhen. Wenn man dann noch den eigenen Bassisten bzw. dessen Image als „sexy nazi“ bezeichnet und einen Song über – natürlich – Sex schreibt, den man „Crystal Night“ tauft, lachen die pickelausdrückenden Siebtklässler vielleicht noch mit. Für mich ist das Maß der tolerierbaren Dämlichkeiten damit klar bis zum Anschlag gefüllt.

BLACK RAIN kann man sich sicherlich gönnen, wenn man auf den absoluten Retro-Sound abfährt. Die Mucke ist gut gemacht. Leider fehlt jegliche Eigenständigkeit. Auf dem Album wurde keine einzige Note ursprünglich von einem der vier performenden Musiker komponiert. Also sollte man sich doch wohl besser die Originale zulegen, die zudem noch den Vorteil besitzen, das Flair von damals authentisch zu vermitteln.

Trackliste:
01. Kill 'Em All
02. Gods Of Metal
03. No Life 'Till Metal
04. Winterwind
05. Awake
06. Hate, Disgust And Power
07. Crystal Night
09. Battleground
10. Everything Goes Up In Smoke


Marcus Italiani [Mattaru]
11.05.2007 | 07:31
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