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Album:The Fallen Host
Genre:Ambient, Post Rock
Label:Denovali Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:13.11.09
CD kaufen:'Blueneck - The Fallen Host' bei amazon.de kaufen
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"Episch und melancholisch"

Drei Jahre nach ihrem Einstand „Scars From The Midwest“ tauchen BLUENECK aus Bristol wieder urplötzlich aus der Versenkung auf und liefern mit „The Fallen Host“ geradezu ein Glanzstück in Sachen melancholischer Post Rock ab.

Dabei knüpfen die Briten zwar schlüssig an den Vorgänger an, präsentieren sich insgesamt jedoch gereifter und auch irgendwie kompromissloser – wobei dies nicht mit Lautstärke, Härte und Aggressivität gleichzusetzen ist. „The Fallen Host“ lebt vor allem von den vielen ruhigen Momenten, die eine sehr düstere und melancholische, oftmals auch fragile Stimmung aufbauen und die sich wie in „The Guest“ dann geradezu explosiv entladen und die volle Riff-Gewalt entfachen. Die Songs gehen nahezu nahtlos ineinander über und stellen somit eine einzige große Einheit dar, der man sich nur schwer entziehen kann, sobald man sich mittendrin befindet. Kein Wunder demnach, dass die epische und durchdachte Musik von BLUENECK oftmals einem Filmsoundtrack gleichkommt. Hier heißt es „Augen schließen, in den Klangwelten und Stimmungen versinken und loslassen“, und genau dies wird sich auch Johannes Persson von CULT OF LUNA gedacht haben, als er sich für BLUENECK entschied, als es um die musikalische Untermalung der Kurzfilme seiner Firma Owlwood ging. Insgesamt lösen sich die Musiker sehr angenehm von den gängigen Mustern und liefern unkonventionelle Kompositionen, die nicht sofort im Ohr hängen bleiben, sondern mit Zeit und Ruhe erschlossen werden möchten [und dies geradezu einfordern], dann aber nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen sind. Beispielhaft mögen hier das geniale „Lilitu“ sowie das rein instrumental gehaltene „Weaving Spiders Come Not Here“ dienen, denn Duncan Attwoods zerbrechlich wirkende, vielmehr als weiteres Instrument im Klangspektrum von BLUENECK eingesetzte Stimme trifft oftmals in den Hintergrund bzw. wird ganz gezielt eingebracht. Sprich: „The Fallen Host“ bietet dennoch unglaublich viel in Sachen Dynamik, sodass das Album problemlos auch als Instrumentalscheibe funktionieren würde, und das ist durchweg positiv gemeint. Klanglich stehen dabei öfter mal die grandiosen GODSPEED! YOU BLACK EMPEROR Pate, aber auch MOGWAI, CULT OF LUNA, SIGUR RÓS und ein wenig RADIOHEAD sind herauszuhören. Dennoch agieren BLUENECK jederzeit eigenständig und wissen zudem durch den Einsatz von Streichern und von einem Piano ihr Klangspektrum geschickt zu erweitern. Hinzu kommen eine ausgezeichnete Produktion und ein sehr minimalistisches, aber eindrückliches Artwork, die „The Fallen Host“ stimmig abrunden und ein sehr gelungenes Gesamtpaket, wie man es inzwischen aus der Feder von Denovali Records kennt, ergeben.

„The Fallen Host“ ist ein sehr intensives, aber gleichermaßen ruhiges und nachdenkliches Album voller Melancholie geworden, das über Kopfhörer sogar noch besser seine Wirkung entfalten kann. Der eindrückliche und alles andere als stereotypische Post Rock von BLUENECK hechelt dabei weder dem Post-Rock-Trend hinterher noch werden die durchaus mal durchscheinenden Vorbilder in irgendeiner Weise kopiert, sondern es wird eine völlig eigene Interpretation abgeliefert. Und das ist es, was „The Fallen Host“ zu einer solch packenden Veröffentlichung voller kleiner Überraschungen und Emotionen macht, die so schnell nicht wieder den CD-Player verlässt, wenn man BLUENECK einmal die Chance gegeben hat, einen mit ihrer Musik zu verzaubern. Mit einem Wort: Großartig!

Trackliste:
01. [Depart From Me, You Who Are Cursed]
02. Seven
03. Low
04. The Guest
05. Children Of Ammon
06. Weaving Spiders Come Not Here
07. Lilitu
08. Revelations
Spielzeit: 00:55:20

Line-Up:
Duncan Attwood – Vocals, Guitar, Piano
Ben Green – Guitar
Ben Paget – Bass
Johnny Horsewell – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
17.11.2009 | 20:00
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