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Album:Thirteen Urban Ways 4 Groovy Bohemian Days
Genre:Black Metal, Grunge, Psychedelic
Label:Code666
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:03.09.10
CD kaufen:'Blutmond - Thirteen Urban Ways 4 Groovy Bohemian Days' bei amazon.de kaufen
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"Sweet and disgusting..."

Krachend schnell und messerscharf reißen klirrende Saiten in einen Strudel aus Kraft und Unmut, welcher jäh abbricht, um in abendlich-urbaner Klangatmosphäre aufzugehen; Sirenen heulen. Doch bricht das Gewitter so abrupt wieder los, wie es verschwand und der Strudel dreht und dreht und dreht; in der schweren Gedanken Mitte, die sich kreisen um die Gesellschaftsperversion und die sozio-kulturelle Endzeit, auf welche sie sich sukzessive zubewegt.

Dass es sich hier nicht um Tod und Teufel dreht, ist spätestens nach den ersten drei Zeilen klar, denn hier entflammt keine stumpfe Klischee-Gewalt. Die Schweizer setzen hier am Nerv der Zeit an und räumen mit der viel zitierten spätrömischen Dekadenz auf, welche sich in Unmaß durch jede Schicht des Lebens frisst: “today the city, tomorrow the world“.

Schwer ist einzugrenzen, was es ist mit dem man es hier zu tun hat. Sehr emotional und entschlossen geht es voran; beinahe fühlt man sich an AUSTERE erinnert, doch schwingen auch Nuancen von SÒLSTAFIR in den untersten Tönen mit. Also doch wieder eine neue Post Black Metal Band? Ein Trend, der ausgeübt wird, obwohl Trend und modern lifestyle hier als Kern allen Übels charakterisiert werden?
Nein, so einfach ist es nicht und ganz gewiss nicht der Weg, um hinter „Thirteen Urban Ways 4 Groovy Bohemian Days“ zu steigen, denn wo der Black Metal hier aufhört, schließt der Jazz an, welcher kurzerhand mit treibendem Heavy Metal-Gestampfe angereichert wird; nicht um einen unsäglichen Stil-Matsch zu kreieren, sondern im Gegensatz ein emotionales Ventil zu erarbeiten, welches alle Fröhlichkeit aus den Gehirnwindungen des Zuhörers treibt.
Dabei ist man gesanglich teilweise an SHINING erinnert, an anderen Stellen auch an diverse Nu-Metal Bands, oder sehr depressive Grunge-Ausflüge, die jedoch immer wieder mit einem harschen Schwarzmetall-Ton zurück in die Bahn gejagt werden; dies andererseits jedoch via eines sentimental-sinnliches Saxophons auf eine Ebene gehoben, die jenseits des Metals und unberührt in ihrer bitter-traurigen Enklave verharrt. Psycho-chaotisch verbalisiert man sich die Verweiflung und Depression von Leib und Seele, ohne wahre Erlösung zu finden: man leidet.

Aber das hindert nicht daran, eine unbändige Kreativität zu erlangen, welche durch elektronische Tendenzen eine kurzzeitige Ambient-Nuance schafft, die ob des Gesanges eine Elendigkeit erreicht, aus der auszubrechen unmöglich erscheint. Es sind BLUENECK und BOHREN UND DER CLUB OF GORE, die nicht mehr leise können, es sind NACHTMYSTIUM, die in sich zusammenbrechen. Letztlich sind es jedoch BLUTMOND, die vergleichslos eine Klangkomposition geschaffen haben, welche nicht post ist, sondern neu. Man neigt dazu, eine Black Grunge/ Nu Black Metal-Welt zu eröffnen, um diese Platte nicht subsumieren zu müssen.

Es ist die mögliche Untermalung eines nie-gesehenen französischen Filmes, welcher nur in der Art Kino läuft, die auf keiner Karte verzeichnet sind und erst im dritten Flur eines verfallenen, alten, tapeten-bröckelnden Hauses ihren Zugang haben. Solche, die sich der Gesellschaft verwehren, um nicht selbst hineinzufallen in den unaufhaltsamen Exitus von Kultur und Kunst. Das kein Titel-Album, das ist ein Themenabend, für welchen sich das Öffnen des 2006er Malbec mehr als gelohnt hat.

Trackliste:
1. Mind Da Gap
2. You vs. The Modern Lifestyle Obsession
3. Working Poor, Yuppie Yeah [A/A 3000]
4. Rebellion
5. Friday - Trapped In Mental Disorder
6. Blind Date Broadway
7. Cry.sys
8. Good Morning World
9. Martini Midnight Madness
10. Metro Aesthetix
11. Suburbs - A Lamentation Or A Social Frustration!?
12. The Party Is Over...
13. Dance N' Society
Spielzeit: 01:03:54

Line-Up:
Totenstille [John] - Guitar, Vocals
Freitod [Jerry] - Bass, Vocals
Unhold [Dave] - Drums
Marlon - Guitar
Marc - Saxophone, Effects
Tobias Naumann [Necrologue]
13.12.2010 | 22:46
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