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Album:Bloodlust
Genre:Crossover, Heavy Metal, Hip Hop / Rap
Label:Century Media
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:31.03.17
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"Angepisst bleibt angepisst"

Sie sind wieder da, Ice-T und seine Jungs von BODY COUNT. Was war das für ein Rummel, als „Copkiller“ 1992 die Metal- und sonstige Welt quasi aus den Fugen riss. Die einen liebten den Rapper für seinen doch rüden Umgangston, andere verteufelten ihn. Das Nachfolgealbum „Born Dead“ konnte noch mithalten, dann aber verschwand die Band vom Radar der Musikliebhaber. Sporadisch wurden noch Alben veröffentlicht, das letzte Werk „Manslaughter“ [das Comeback, wenn man so will] stammt aus dem Jahre 2014.

Nun also das sechste Album „Bloodlust“. Gespannt darauf, was eine Band, die sich eben seit „Born Dead“ [1994] meiner persönlichen kulturellen Reichweite entzog, für eine Wirkung erzielen könnte, nahm ich mich der Sache an. Und siehe da, meine etwas gedämpften Erwartungen wurden mächtig übertroffen. Ausgestattet mit einem wahnsinnig fetten Sound, funktioniert diese Mischung aus Rap, Street-Punk und Heavy Metal immer noch ausgezeichnet, wenn nicht besser denn je. Gitarrist Ernie C weiß, wie man coole Riffs schreibt und Mister Ice-T ist immer noch völlig angepisst. Die aktuelle politische Situation in den Vereinigten Staaten gibt ja ohnehin mächtig Zündstoff für den Künstler. Und so entfachen eben Songs wie „Civil War“, „No Lives Matter“ oder „Black Hoodie“ eben jene Urgewalt, die ganz lässig mal zeigen, dass die Kollegen von KING 810 doch einige Ligen drunter anzusiedeln sind. Sollte ich ein besonderes Schmuckstück auf „Bloodlust“ heraus heben wollen, dann wäre das wohl „Raining Blood/Postmortem“. Zunächst schwadroniert Ice-T über das, was BODY COUNT ausmacht, da gehören SLAYER halt dazu. Und ehe man es sich versieht, legt die Band ein fulminantes SLAYER-Medley vor, dass es einem Angst und Bange wird. Dies ist den Altmeistern wahrlich mehr als ebenbürtig. Apropos Altmeister: Dave Mustaine [MEGADETH] darf ein Gitarrensolo auf „Civil War“ beitragen und Max Cavalera [SOULFLY] ist auf „All Love Is Lost“ zu hören.

Und somit sorgt „Bloodlust“ in meinen Augen also für eine fette Überraschung. BODY COUNT haben es der breiten Masse ohnehin nie leicht gemacht. Und natürlich werden auch 2017 die wenigsten Metalfans vor Freude in die Luft hüpfen, wenn der Begriff Rap fällt. Dennoch ist an diesem Album mehr Metal als in diversen anderen Produkten diesen Genres. Wer es nicht glaubt, möge sich die Thrash-Metal Abrissbirne „Walk With Me...“ reinziehen und für immer schweigen.

Trackliste:
01. Civil War
02. The Ski Mask Way
03. This Is Why We Ride
04. All Love Is Lost
05. Raining Blood / Postmortem
06. God, Please Believe Me
07. Walk With Me
08. Here I Go Again
09. No Lives Matter
10. Bloodlust
11. Black Hoodie
Spielzeit: 00:41:02

Line-Up:
Ice-T – Vocals
Ernie C – Guitars
Juan Garcia – Guitars
Vincent Price – Bass
Ill Will – Drums
Frank Wilkens [Fränky]
03.04.2017 | 11:33
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