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METALNEWS.DE - CD-REVIEW: Brain Drill - Apocalyptic Feasting
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Album:Apocalyptic Feasting
Genre:Brutal Death, Death Metal
Label:Metal Blade Records
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:25.02.08
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"Sind sie zu stark, bist du zu schwach"

Herbert hält sich mit vor Panik geweiteten Augen am Lenkrad seines Treckers fest. Da, wo noch vor 30 Sekunden seine Nase gewesen ist, klafft eine hässlich-purpurne Schleimabfahrt. Als der Tacho bei Tempo 190 endlich aufgab, verabschiedete er sich, indem er das Schutzglas mit einem kleinen, aber schrecklichen „Krack“ hundertteilig in den Orbit schleuderte. Na ja, nicht ganz: Etwa 25 Splitter verteilten sich in Herberts Visage. Als er reflexartig die Hände vor die Augen riss, tat er etwas Fatales: Er ließ den Gangschaltungs-Hebel los. Der feuerte sich kurzerhand selbst raketenmäßig ab, knallte frontal gegen die Spitze des Gestank-Detektors und nahm den Riecher schnell entschlossen mit in Richtung Firmament. Herbert hat aber keine Zeit darüber nachzudenken, dass er gerade verblutet, denn er versucht immer noch, sein plötzlich durchgeknalltes Gefährt anzuhalten, das jetzt seit drei Minuten wie verrückt durch das kaum noch zu erkennende Spargelfeld bürstet. Wüsste Herbert, dass sein Traktor gleich zur Landmine wird – würde der Schwachkopf dann endlich den Schlüssel ziehen? Man wird es nicht mehr erfahren.

Was war passiert?

Hannelore, Herberts untreue Gattin, machte sich gerade am neuen Hilfsarbeiter Dennis zu schaffen. Weil sie dank Herbert vom Blümchencoitus aber gediegen die Nase voll hatte, bat sie den knackigen Spargelstecher, mal etwas mehr zur Sache zu gehen. Der wähnte sich allen möglichen Szenarien gewachsen und hielt sogleich Ausschau nach dem richtigen Soundtrack. „Apocalyptic Feasting“ von BRAIN DRILL kannte er bis dahin nur vom Hörensagen als abartigen Bastard aus NECROPHAGIST, BENEATH THE MASSACRE, ORIGIN und irgendwas anderem. Das reichte völlig als Info. Album gekauft, in den verkrusteten Bauernhof-Ghettoblaster geschoben, die Bäuerin sanft auf den Küchentisch gelegt und – nun ja.

Ein kurzes Intro – danach wurde alles schwarz.

Wie der elektrische Brotschneider das zuvor euphorisch werkelnde Paar nun in der Mitte, von unten nach oben durchteilte, bekam Dennis nicht mehr mit, weil ihm soeben die vom Regal über ihm gefallene, massive Multifunktions-Küchenmachine den Schädel zertrümmert hatte. Hannelore dagegen, die unter dem unangenehm schlaff-schweren Dennis feststeckte, sah die Klinge nicht nur kommen, sie konnte sie vor allem hören…

Und die Moral von der Geschicht: Mucke, die sogar Maschinen zum Ausrasten bringt, kann nicht verkehrt sein. „Apocalyptic Feasting“ platziert sich hervorragend zwischen den genannten Ikonen, verfeinert deren Sound aber noch um richtig eingängig-groovige Moschparts, die verhindern, dass die ganze Chose als intellektueller Krampf wahrgenommen wird. Aber das soll natürlich nicht davon ablenken, dass wir es in vielen Nummern mit den unglaublichsten Tappings zu tun haben, die menschliche Hände zu spielen in der Lage sind. Keine Skala, keine Melodie bleibt ungespielt. Dabei drückt man während gut 95 Prozent des Albums das Gaspedal durchs Bodenblech und scheißt auf die blutenden Waden und brennenden Reifen.

Kurz: eine Brutalitätsdusche ohne Ausfälle, auf extraterrestischem Niveau gespielt sowie – und das ist ausschlaggebend für die Bewertung - mit wirklich ausgezeichnetem Songwriting, das Spaß macht – da gibt’s mal ein JACK SLATER-Soundalike, mal ein cooles Black Metal Riff, mal einen schleppenden Brutal-Thrash-Part zu hören. Doch all das sind nur Zwischenstopps auf dieser mit 300 Stundenkilometern bewältigten, 35-minütigen Autobahnfahrt, für die gilt: Der Weg ist das Ziel.

Trackliste:
01. Gorification
02. Parasites
03. Apocalyptic Feasting
04. Swine Slaughter
05. Forcefer Human Sh**
06. Consumed By The Dead
07. Revelation
08. Bury the Living
09. Depths of Darkness
10. Sadistic Abductive
Spielzeit: 00:35:12

Line-Up:
Steve Rathjen - Vocals
Dylan Ruskin - Guitar
Jeff Hughell - Bass
Marco Pitruzzella - Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
13.03.2008 | 22:13
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