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Cover von Brocken Moon -- Hoffnungslos
Band: Brocken Moon bei Facebook Metalnews nach 'Brocken Moon' durchsuchenBrocken Moon
Album:Hoffnungslos
Genre:Black Metal
Label:Northern Silence Productions
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:25.02.11
CD kaufen:'Brocken Moon - Hoffnungslos' bei amazon.de kaufen
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"Berggeheul!"

Er reißt nicht ab, der Strom an depressiv-schwarzmetallischer Musik. Immer neue Bands kriechen aus ihren dunklen Löchern und vertonen die Depression und Verzweiflung der sie anheim gefallen sind. Wirklich neu? BROCKEN MOON sind doch gar nicht neu. Nein, sind sie auch nicht, nur leider nicht groß in Umlauf - „Hoffnungslos“ ist bereits das dritte Full-Length der Brocken-Trolle und steht seinerseits im Zeichen des Wandels hin zur neuen Traurigkeit.

Betrachtet man die Vorläufer und speziell „Das Märchen vom Schnee“, ist zu spüren, dass die Musiker Kinder der Kälte sind. Ihr Klang ist deutlich dem Black Metal der 90er Jahre verschrieben, kommt ergo sehr rau, geradlinig, ungeschliffen und unbarmherzig zum Vorschein. Alles Attribute, die auf „Hoffnungslos“ beibehalten und mit einer guten Dosis minimalistischer Verzweiflung kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein sehr getragener, kriechenden Grundtenor, der zähflüssig aus den Boxen quillt. Interveniert wird nur stellenweise mit brachial ausbrechenden Geschwindigkeitsanfällen, welche dann mit melodischen Synthie-Spuren ergänzt, einen Funken Melodie bieten. Doch tritt dabei oft zutage, dass im Zusammenspiel, vor allem auf Seiten der Geschwindigkeit dezente Unsicherheiten liegen. Der deutschsprachige Gesang fügt sich indes passend in das zerrig-kratzige Gitarrengefüge ein und platzt hier und da mit markigen Schreien aus dem rohen Klangteppich heraus. Dass die thematische Welt dabei keine glückliche ist, liegt wohl auf der Hand. Atmosphärische Intermezzi tragen zwar gut zu der Stimmung des Albums bei, kappen aber oftmals den Fluss der Songs. Dienlich sind sie dahingegen der Emotionalität und schaffen es, neben den hetzenden Ausrastern, eine melodische Komponente zu verankern. Unweigerlich wirft sich dabei der Blick zu zeitigen WOODS OF DESOLATION und MYRK auf, welche auch minimalistisch musizieren und gesanglich stark dem kreischend-übersteuernden anheimgefallen sind. Vielleicht vergräbt sich die Platte ab und an etwas zu tief in Leid, Schwermut und Trübsinn und verliert darüber den Anschluss an die doch ansprechende Gitarrenarbeit, die bedauerlicherweise eher im Hintergrund verschwindet. Hörenswerte Titel sind dabei der gut durchkomponierte Opener „Hoffnungslos“ und das treibend-schnelle „Krieg“.

Die Harzer Berg-Misanthropen haben definitiv Potential, doch scheint mir der Umschwung etwas zu intensiv geraten zu sein. Der schleppende Klang, der teilweise durch ein etwas nachhinkendes Schlagzeug auftritt, war auf „Das Märchen vom Schnee“ doch kontrollierter und gerichteter. Keine schlechte Platte, aber der striktere 90er-Jahre Stil stand der Truppe deutlich besser zu Leibe. Für alle Traditionsfreunde unter Euch ist auf der Platte noch ein schönes Harzer Glockenspiel versteckt; da lacht das Sorgen-Herz.

Trackliste:
Hoffnungslos
Regen
Kälte
Krieg
Ritual
Einsamkeit
Die Leere
Spielzeit: 00:51:51

Line-Up:
Gesang und Texte: Humanhater
Gitarre: R.W.
Schlagzeug: Fafnir
Bass, Syntesizer: N.D.
Tobias Naumann [Necrologue]
28.02.2011 | 17:25
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