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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Caliban -- Ghost Empire
Band: Caliban Homepage Caliban bei Facebook Metalnews nach 'Caliban' durchsuchenCaliban
Album:Ghost Empire
Genre:Metalcore, Modern Metal
Label:Century Media
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:24.01.14
CD kaufen:'Caliban - Ghost Empire' bei amazon.de kaufen
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"Etwas über's Ziel hinausgeschossen"

"Ghost Empire" nennt sich das neue und nunmehr neunte Werk der deutschen Metalcore-Institution CALIBAN, das erneut bei Century Media Records erscheint. Recht nahtlos schließt es dabei an seinen direkten Vorgänger "I Am Nemesis" an und macht deutlich, dass der Fünfer den in den vergangenen Jahren beschrittenen Weg auch konsequent weitergehen möchte.

Das bedeutet vor allem einen weiteren Schritt hin zum Modernen, zu offeneren Strukturen und in gewissem Maße auch Experimenten. Auf der einen Seite ist das klar begrüßenswert, denn CALIBAN sorgen auch auf "Ghost Empire" durch zahlreiche rhythmische Spielereien, auflockernde Breaks und überraschende Wendungen für genau die Abwechslung und Erfrischung, die schon "I Am Nemesis" so spannend gemacht hat. Dass Schreihals Andy Dörner diesmal selbst zum Mikro gegriffen und einige raue cleane Vocals beigetragen hat, bereichert den Sound der Band sogar um noch eine weitere Facette. Doch eine neue Ausrichtung birgt stets auch das Risiko, übers Ziel hinaus zu schießen. Und eben das ist CALIBAN in Sachen Melodie und Epik leider zuweilen passiert. Während Titeln wie dem starken Opener "King", dem düster-dramatischen "Wolves And Rats" oder dem walzenden "I Am Ghost" die zusätzliche Fuhre Pathos etwas eindringlich dunkles, hymnenhaftes verleiht, sich die wohl gewollte Wirkung also auch wirklich entfalten kann und die Intensität der Titel deutlich steigert, leiden andere Songs spürbar darunter. "Devil's Night" z.B. wirkt im Vergleich zu den ersten Titeln durch seinen seichten Refrain lasch und gebremst, "Cries And Whispers", "Good Man" oder "My Vertigo" werden insbesondere von den Refrains schlicht ins Belanglose gerissen. Doch obwohl "nebeL", der erste komplett deutsche Song Band übrigens und mit Vocals von Basti von CALLEJON ausgestattet, der poppigste Track des Werks ist, gereicht ihm das gerade nicht zum Nachteil, entwickelt er zumindest einen ausgeprägten eigenen Charakter und verbeißt sich durch seine Energie rasch in den Gehörgängen.

Unterm Strich ist "Ghost Empire" sicher kein schlechtes Album und enthält einige sehr gute Songs. Die Kehrseite der neuen Entwicklung der Band dürfte dem ein oder anderen Fan, insbesondere, wenn er die früheren Werke CALIBANs mochte, allerdings nicht besonders schmecken. Den Versuch sollte man indes zumindest wagen!

Trackliste:
1.King
2.Chaos - Creation
3.Wolves And Rats
4.nebeL
5.I Am Ghost
6.Devil’s Night
7.yOUR Song
8.Cries And Whispers
9.Good Man
10.I Am Rebellion
11.Who We Are
12.My Vertigo
Spielzeit: 00:48:14

Line-Up:
Marc Görtz - Guitars
Marco Schaller - Bass
Patrick Grün - Drums
Denis Schmidt - Guitars, Vocals
Andreas Dörner - Vocals

Gäste:
Christoph Koterzina - Vocals (additional)
Matt Heafy - Vocals (additional)
BastiBasti - Vocals (additional)
Katharina Beck [Katha]
04.02.2014 | 20:26
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