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Cover von Callejon -- Blitzkreuz
Band: Callejon Homepage Callejon bei MySpace.com Metalnews nach 'Callejon' durchsuchenCallejon
Album:Blitzkreuz
Genre:Metalcore, Modern Metal
Label:Sony Music
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:15.06.12
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"Willkommen in der Realität!"

Wenn sich eine Metal-Band zu einem Major Label verirrt, dann sind sie entweder bereits so erfolgreich, dass sie sich alles erlauben können oder wir sehen ein weiteres Potenzial in die Kommerz-Klippe springen. Nachdem die deutsche Metalcore-Truppe CALLEJON bereits mit dem zweiten Album „Zombieactionhauptquartier“ bei dem schwäbischen Metal-Giganten Nuclear Blast gelandet ist, sind sie inzwischen zu Sony gewechselt und ihr vierte Baby „Blitzkreuz“ ist auf Platz 9 der deutschen Album-Charts eingestiegen. Ein schlechtes Omen? Nicht unbedingt, denn die NRW´ler bleiben ihrer bisherigen Linie treu und führen die Entwicklung des Vorgängers fort.

CALLEJON hat an dem Alleinstellungsmerkmal der deutschen Texte nichts geändert, die dieses Mal nicht in ein bestimmtes Konzept münden, sondern querfeldein von allem handeln, was dem Sänger BastiBasti so durch die Gedankenwelt schießt. Dem Wechsel zu einem Major merkt man der Musik gleich an mehreren Punkten an: Die Produktion macht einen fetteren Eindruck, alles klingt sauber, glasklar und ist druckvoll, obwohl ich persönlich den raueren Gitarrensound der Vorgänger bevorzuge. Wenn Namen wie Colin Richardson [MACHINE HEAD, SLIPKNOT u.v.m.] oder Ted Jensen [DEFTONES, PANTERA] für die Produzenten- respektive Masteringrolle fallen, dann kann man das dickere Budget förmlich ertasten. Andererseits lässt sich die Musik der fünf Jungs einfacher konsumieren als ohnehin schon. Der Trend zu einem immer höheren Clean Vocal-Anteil mit steigender Albenzahl bleibt nach „Videodrom“ auch „Blitzkreuz“ treu, obwohl man anmerken muss, dass Bastian „BastiBasti“ Sobtzick heute ein Anderer ist als noch vor fünf Jahren. Seine Shouts sind absolut klar verständlich und er hat sich zu einem gereiften Mann am Mikro entwickelt, dessen klare Stimme inzwischen mehr Wert als nur Punk-Charme inne hat. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache des verringerten Shout-Prozentsatz verschmerzbar, denn genug gebrüllt wird nach wie vor. Bereits Opener und Titeltrack „Blitzkreuz“ fetzt dermaßen, dass der Schreibtisch nicht lange stand hält. Eine gewisse epische Grundtheatralik, stampfende Riffs, ein cooles Solo im Mittelteil und ein Killer-Refrain vor dem Herrn lässt die Erwartungen bis in den Dachboden des Burj Khalifa steigen. „Kojote U.G.L.Y.“ kann danach nicht ganz mithalten, lädt aber genauso zum Mitsingen ein und geht schön nach vorne. Beim dritten Track „Meine Liebe“ merkt man den Sony-Einfluss noch am Stärksten an, denn mit genügend Promotion hat das Teil Zeug zum absoluten Herzschmerz-Hit für heiße Sommernächte. Ungewohnt poppig, trendige Elektrospielereien und mit einem speziell an jugendliche Forever Alones ausgerichteten Text darf man hier ran, dafür ist die eigentliche Melodie im Chorus ganz schön. Für unsere trven Pappenheimer gibt es hier soweit nichts zu holen, jedoch ist das folgende „Atlantis“ mit Sicherheit zusammen mit dem grandiosen Opener noch das heftigste Stück, sozialkritische Lyrics mit leichten Melodeath-Akzenten an den Gitarren erinnern an die raueren Metalcore-Wurzeln.
Bis hierhin muss man sagen, CALLEJON schreiben ihre Songs vorrangig für die Bühne und alle Lieder, auch die folgenden, sind live bestimmt eine Wucht. Nach dem melancholischen „Vergissmeinnicht“ folgt der ultimative Brecher des Albums, der Live-Kracher des Jahres auf deutschen Territorium, „Porn From Spain 2“. Anders als beim ersten Teil auf „Zombieactionhauptquartier“ finden sich alle Rapper von K.I.Z. in dem Song ein und steuern wie Mille von KREATOR und Sebastian Madsen äußerst ironische Textzeilen bei, dass man vor überzogener Primitivität eigentlich lachen müsste, wenn man nicht pausenlos am Nackentraining hängen würde. Dass „Bevor du gehst“ nach einem solchen Knaller nur enttäuschen kann, ist vorprogrammiert, dennoch gefällt der ohrwurmige Aufbau und die treibenden Riffs. „Polar“ hingegen versucht sich wieder an einer etwas epischeren Ausrichtung, um in die Schuhe von „Blitzkreuz“ zu treten. Überzeugt mit einem tollen Break, aber scheitert an dem schwächeren Refrain. Dafür leiten Klaviertöne am Ende des Lieds in das nächste „Was bleibt seid ihr“ ein, das irgendwie an eine Fan-Hymne gehobenen Tempos erinnert. Zum Mitgröhlen und Headbangen ist genug Anlass gegeben und das Solo im Mittelteil sollte dann doch jeden überzeugen. „Bring mich fort“ gibt wieder ordentlich Gas, macht mächtig Dampf und bringt die leider zu selten eingesetzte Doublebass auf Hochtouren. Das abschließende „Kind im Nebel“ ist eine waschechte Ballade, die wie von CALLEJON gewohnt an der Kitschgrenze arbeitet, aber mit dem äußerst eindrücklichen, ehrlichen Text und der emotionalen Instrumentierung für eine geballte Ladung Gänsehaut sorgt.

Was kann man als Fazit ziehen? „Blitzkreuz“ ist das bislang variabelste Album der deutschen Senkrechtstarter und etabliert CALLEJON an der Spitze des modernen Metals aus Deutschland, die mit dem Major Label im Hintergrund mehr denn je die Leute erreichen werden. Der erweiterte Fokus auf cleanen Gesang ist kein Schuss ins Knie, sondern zeigt die formidable Entwicklung einer ehemals rauen Metalcore-Band mit Hang zu ausladenden Refrains zu einer gestandenen Modern Metal-Truppe, die sich Experimente wie in „Porn From Spain 2“ inzwischen mit Erfolg erlauben dürfen. Es wird clever mit Melodie und Härte hantiert und stellenweise erreicht man den perfekten Spagat zwischen Aggressivität und charmanten Pop-Appeal. Leider nur stellenweise, denn meistens wird dann doch zu viel geschmachtet und die Härte bleibt etwas im Hintergrund. Deswegen bleibt das Blitzkreuz doch ein gutes Stückchen weg von „Videodrom“, das insgesamt stärker ist und noch eher die Zähne fletscht als das gewaltige, aber etwas zahme „Blitzkreuz“. Man vermisst etwas die explosiven Ausbrüche, die Melodeath-Anleihen sind nur noch in Nuancen vertreten und etwaige Thrash-Elemente, die die Songs der Vorgängerscheibe zusätzlich Dampf verliehen haben, fallen völlig weg. Dennoch haben CALLEJON mit „Blitzkreuz“ ein sehr gutes Album auf die Beine gestellt, das live für so einige blaue Flecken sorgen wird.

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"Streckenweise zwar poppiger, aber insgesamt die rundeste Sache aus dem Hause CALLEJON, die somit mit verblüffender Stilvielfalt verdientermaßen in Führung geht." shilrak | 6 von 7 Punkten

Trackliste:
01. Blitzkreuz
02. Kojote U.G.L.Y.
03. Meine Liebe
04. Atlantis
05. Vergissmeinnicht
06. Porn From Spain 2
07. Bevor du gehst
08. Polar
09. Was bleibt seid ihr
10. Bring mich fort
11. Kind im Nebel
Spielzeit: 00:44:48

Line-Up:
Gesang - Bastian „BastiBasti“ Sobtzick
Bass - Thorsten "Totti" Becker
Gitarre - Bernhard "Bernie" Horn
Gitarre - Christoph „Kotsche“ Koterzina
Schlagzeug - Maximilian "Kotze" Kotzmann
Nico Carvalho [Champ]
02.07.2012 | 20:00
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