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"Die Mischung ist nicht alles!"
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"Nachgeweinte Tränen" | ||||||||||||||||||
| Nein, ihr dürft nicht aufhören! Man möchte es ihnen laut zurufen, über die baltische See hinweg. Doch es scheint wirklich so. CANDLEMASS veröffentlichen über ein Vierteljahrhundert nach ihrem legendären Debutalbum “Epicus Doomicus Metallicus” ihr wohl letztes Album. Es verlässt eine Band die große Bühne des Heavy Metals, die das Geschehen im Doom Sektor nicht nur weitesgehend angeführt, sondern auch maßgeblich mitgestaltet hat. „Psalms For The Dead“, das dürfte niemanden verwundern, wartet kaum mit allzu vielen Überraschungen oder gar extremen Stilwechseln auf. Die Männer um Leif Edling holen noch mal alles raus, was in ihrer Macht steht, und das kann sich erneut hören lassen. Um so trauriger, das es ein Abschiedswerk sein soll. Den Anfang macht „Prophet“, eine absolut typische CANDLEMASS Eröffnung, eine Uptempo Nummer also. Nicht spektakulär genug, um in höher dimensionierte Verzückungssphären zu gelangen. Was allerdings umgehend bei „The Sound Of Dying Demons“ prompt der Fall ist. Eine grandiose, getragene episch konstruierte Nummer, die jeden Fan zu einem Kniefall zwingt. Weitere als Klassiker einzustufende Songs sind das flottere und eingängigere „Waterwitch“, sowie der fulminante Schlußpunkt „Black As Time“, der noch einmal alles an emotionaler Tiefe heraus holt, was diese Band so einzigartig gemacht hat. Absoluter Earcatscher, dieser saloppe Ausdruck sei gestattet, dürfte aber wohl der Titelsong sein, der auf Anhieb mein Gehör infiziert und sich dort wie eine Zecke festgesetzt hat. Eine kleine Überraschung gibt es an dieser Stelle doch zu vermelden, noch deutlicher gilt das für den „Siren Song“. Eine absolut historisch anmutende Hammondorgel gibt sich bei diesen Songs ein Stelldichein, das man nicht umhin kommt zu glauben, DEEP PURPLE Legende Jon Lord würde höchstpersönlich in die Tasten hauen. Das Ganze mag zunächst als störend empfunden werden, entfaltet aber nach und nach einen vollkommen harmonischen Charakter, welchen den Songs eine eigentlich schon unheimlich schöne Eigennote verpasst. Das Ganze garniert durch einen nahezu perfekten Sound, der vor allem die tonnenschwer anmutenden Gitarrenwalzen zu Hormonüberschüssen tendieren lässt lässt. Ich versuche, „Psalms For The Dead“ qualitativ zwischen den beiden letzten Alben, nämlich denen mit Robert Lowe, einzusortieren. Es weist möglicherweise nicht die ganz große Brillianz von „Kings Of The Grey Islands“ auf [ dabei handelt es sich wohlgemerkt nur um Nuancen ], ist aber als Gesamtwerk ein wenig harmonischer als der Vorgänger „Death Magic Doom“. Also alles in allem ein würdiger Abschied einer Band, dessen steiniger Weg, von Leid und Freud geprägt, ich die letzten Jahrzehnte mit allergrößter Hochachtung verfolgt habe. Egal, wie die Geschichte letztendlich ausgehen mag, CANDLEMASS sind jetzt schon Legende und werden es auch bleiben. | ||||||||||||||||||
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