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Cover von Cathedral -- The Last Spire
Band: Cathedral Homepage Cathedral bei Facebook Metalnews nach 'Cathedral' durchsuchenCathedral
Album:The Last Spire
Genre:Doom Metal
Label:Rise Above Records
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:26.04.13
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"Manifest und Schwanengesang"

Schluss. Aus. Vorbei. Wie angekündigt, veröffentlicht das britische Doom Metal-Urgestein CATHEDRAL mit „The Last Spire“ sein endgültig letztes Album.

Wie nicht anders zu erwarten, verabschieden sich Lee Dorrian und seine Mannen mit einem Donnerschlag, gleichsam das Manifest und der Schwanengesang dieser britischen Doomlegende.
Natürlich, CATHEDRAL haben den Doom Metal mitnichten erfunden, aber doch seit immerhin 1991 geprägt und die Szene mit jeder Veröffentlichung um die eine oder andere Facette bereichert – wie zuletzt anno 2010 mit dem psychedelisch bunten „The Guessing Game“.
Nun sind CATHEDRAL für ihre letzte Moritat vom Branchenriesen Nuclear Blast Records wieder in den Schoß von Dorrians eigenem Label, Rise Above Records, zurückgekehrt und zeigen sich auch sonst sehr traditionsbewusst, so dass man doch versucht ist, von sich schließenden Kreisen zu faseln. Wie auch immer: nach dem schaurig-schönen „Entrance To Hell“-Intro, bei dem einem das anfängliche Lachen ob der Ähnlichkeit zu einer Filmszene aus Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ - für Doom-Verhältnisse – schnell im Halse stecken bleibt, geht es nämlich mit „Pallbearer“ ebenso klassisch wie düster los und bereits dieser Opener kann als Lehrstück in Sachen Doom herhalten. Noch vehementer stapft „Cathedral Of The Damned“ drauflos, das mit seinen Doomdeath-Zitaten bitter-süße Erinnerungen an CATHEDRAL-Klassiker wie „Forest Of Equilibrium“ wachruft und Zweiflern oder Genre-Newbies das Maul stopfen bzw. das Kiefergelenk luxieren dürfte und vermutlich als Geschenk/Huldigung an alle Doomfans gedacht/komponiert ward.
„Tower Of Silence“ führt knochenzermalmend-tonnenschwere Riffs und herrliche Dorrian-Hooks ins Feld, die man so seit „Hopkins [The Witchfinder General]“ nicht mehr gehört hat und die unwillkürliches Zeitlupen-Headbangen verursachen.
Da geht natürlich noch mehr bzw. es geht noch langsamer, schließlich ist das hier Doom und CATHEDRAL und so wird mit „Infestation Of Grey Death“ fast zehn Minuten lang die harsche „Endtyme“-Phase der Band grandios mit „The Guessing Game“-Farbklecksern vermengt.
„An Observation“ zeigt erneut die Klasse dieser Band bzw. dass es CATHEDRAL längst zur Meisterschaft in ihrem Geschäft gebracht haben – falls daran überhaupt noch jemand gezweifelt haben sollte: zwischen zähem Gedoome und Dorrians affektierten Grabesgesängen setzt nicht zuletzt die Hammondorgel von David Moore sinistre Akzente.
Natürlich können CATHEDRAL als Briten nicht aus ihrer Haut und müssen auf ihrem Abschiedswerk nicht nur mit „The Last Laugh“ ihren schwarzen Humor beweisen, sondern mit „This Body, Thy Tomb“ auch das sprichwörtlich letzte Wort haben: die Prozession erreicht - nach langem Marsch gemessenen Schritts - die letzte Ruhestätte, ganz am Rande des verwilderten Gottesackers und hält nun im Nieselregen noch etwas inne, vor der frisch ausgehobenen Erdgrube neben der bereits ein schlichter - seltsamerweise bereits stark bemooster - Grabstein aus unbehauenem Granit mit der Inschrift „CATHEDRAL. Doom Metal 1989 – 2013“ wartet...

Der Rest ist schnell abgehandelt: Dave Patchett-Cover-Artwork, gekonnt umgesetzte, simple, knochentrockene Produktion - fertig ist das/der perfekte Abschiedsgeschenk/Manifest/Schwanengesang.
Für den bekennenden Doom-Traditionalisten eigentlich unentbehrlich.
CATHEDRAL, Danke für die Musik. R.I.P.
Was bleibt, ist die Erinnerung.


--------
soulsatzero | 5,5 Punkte
Mit „The Last Spire“ stimmen die altgedienten Doom-Recken CATHEDRAL nun ihren Schwanengesang an – sehr schade, auch wenn es verständlich ist, dass die Band das Gefühl hat, nach über 20 Jahren Existenz schlichtweg alles gesagt zu haben, und nicht unbedingt jedes Album der Engländer ein Glanzstück war. Denn CATHEDRAL haben vor allen Dingen eins: ihr Ding gemacht und nebenbei solche Klassiker wie „Forest Of Equilibrium“, „The Ethereal Mirror“ oder auch „The Carnival Bizarre“ veröffentlicht. Und daran knüpft „The Last Spire“ nahtlos an, zumal mehr als einmal zurückgeblickt wird und einige Riffs deutlich an die Anfänge der Band erinnern [„Pallbearer“]. Die Psychedelic-Komponente tritt hierbei ein wenig zurück [Ausnahme: „An Observation“], was aber nicht schadet, wobei die Scheibe insgesamt einige Durchläufe benötigt, um richtig zu gründen – ein klassischer „Grower“, wie es so schön auf Neudeutsch heißt. Und dann zeigt sich erst, wie pfiffig und gekonnt die Truppe um „Mr. Hüftschwung“ Lee Dorrian vorgeht, jede Menge Bock hat und alles andere als auf Pflichterfüllung abzielt. Sei es das schick groovende ENTOMBED/AUTOPSY-Riff in „Cathedral Of The Damned“, dann wieder die Oldschool-lastige Doom-Perle „This Body, Thy Tomb“ [großartig!] oder auch „Infestation Of Grey Death“. Dabei erfinden sich CATHEDRAL natürlich nicht neu und kommen auch nicht an ihre Referenzwerke heran, liefern unterm Strich aber einen mehr als würdigen Abgesang ab, der ihnen in keinerlei Hinsicht Schande macht. Daher: Lasst Euch und „The Last Spire“ auf alle Fälle genügend Zeit, denn dann entpuppt sich das Teil als ein richtig schönes und gelungenes Album der UK-Doomster! Macht's gut – es war schön mit Euch!

Trackliste:
01. Entrance To Hell
02. Pallbearer
03. Cathedral Of The Damned
04. Tower Of Silence
05. Infestation Of Grey Death
06. An Observation
07. The Last Laugh
08. This Body, Thy Tomb
Spielzeit: 00:58:19

Line-Up:
Gaz Jennings - Guitars
Lee Dorrian - Vocals
Brian Dixon - Drums
Scott Carlson - Bass

David Moore - Keyboards, Hammondorgel

Dirk Konz [dkay]
04.05.2013 | 21:44
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