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Album:In Ruin
Genre:Heavy Metal
Label:High Roller Records
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:29.01.16
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"Mindestens gewöhnungsbedürftig"

Die kanadischen Heavy Metal-Jungspunde CAULDRON waren einst eine der ersten Retro-Formationen, die in der Szene für Aufsehen sorgten und tourten damals zusammen mit Kollegen wie SUICIDAL ANGELS und ENFORCER. Seit ihrer letzten Platte „Tomorrow's Lost“ ließ das Trio allerdings stolze vier Jahre verstreichen, weshalb 2016 fast schon von einem kleinen Comeback der Band die Rede sein kann. Zumindest scheint es das zu sein, was die Herren mit „In Ruin“ anstreben.

Vom klassischen, leicht NWOBHM-inspirierten Sound, mit dem CAULDRON seit ihrem Debüt „Chained To The Nite“ von sich reden machten, ist auf „In Ruin“ leider nicht mehr allzu viel übrig. Schon im Opener „No Return / In Ruin“ gibt sich die kanadische Formation weit weniger rabiat, als man es von ihren früheren Alben gewohnt ist – statt kernigen Riffs und treibender Rhythmik regieren hier filigrane Gitarren und melancholische Atmosphäre. Wollte man den Stil der Truppe auf „In Ruin“ zusammenfassen, so trifft eine Phrase wie “Atmosphäre statt Rock 'n' Roll“ den Nagel ohnehin recht präzise auf den Kopf: Die Songs auf dem neuen CAULDRON-Album plätschern allesamt eher verhalten aus den Boxen und setzen vordergründig auf eine Form von riffbasierter Düsternis, wie man sie bereits von Bands wie IN SOLITUDE kennt – das mag an sich nicht falsch sein, bedeutet aber im Falle von CAULDRON ähnlich wie bei STEELWING eine Wandlung, die mindestens gewöhnungsbedürftig wenn nicht gar unpassend anmutet. Dabei hilft es kaum, dass Frontmann Jason Decay überwiegend klingt, als wäre er jetzt lieber irgendwo anders, Hauptsache er braucht nicht zu singen – während man einer Band kaum die Weiterentwicklung verbieten kann und auch CAULDRON natürlich alle Berechtigung zur stilistischen Wandlung haben, grenzt die blutleere Performance ihres Sängers auf „In Ruin“ schon an Arbeitsverweigerung. Das ist dann auch de Hauptgrund, warum der Funke hier einfach nicht überspringen will. In „Come Not Here“ oder „Santa Mira“ blitzen nämlich endlich mal die wilderen CAULDRON, wie Fans sie aus früheren Zeiten kennen, hervor, aber auch hier fehlt es an der nötigen Leidenschaft, um wirklich zu begeistern. Das ist schade, denn die Kanadier können spielen und zumindest auf vergangenen Alben kaufte man ihnen den Spaß an der Sache auch immer ab.

Nach STEELWING sind CAULDRON nun die nächste junge Underground-Formation, die nach längerer Abwesenheit einen Neustart mit leicht veränderter Stilrichtung versucht – und ähnlich wie ihre schwedischen Kollegen mit mäßigem Erfolg. „In Ruin“ ist ein anständiges aber in keiner Weise besonderes Album geworden, auf dem die Kanadier sich anders als auf früheren Platten kaum von der Konkurrenz abheben können. So zeigt das Trio aus Toronto, dass sie zwar noch da sind, viel mehr nimmt der Hörer aus dem Genuss von „In Ruin“ allerdings kaum mit.

Trackliste:
01. No Return / In Ruin
02. Empress
03. Burning At Both Ends
04. Hold Your Fire
05. Come Not Here
06. Santa Mira
07. Corridors Of Dust
08. Delusive Serenade
09. Outrance
Spielzeit: 00:42:24

Line-Up:
Jason Decay - Vocals, Bass
Ian Chains - Guitar
Myles Deck - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
26.01.2016 | 12:18
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