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Album:Neverendless
Genre:Indie, Instrumental, Rock
Label:Drag City
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:23.09.11
CD kaufen:'Cave - Neverendless' bei amazon.de kaufen
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"Geordnetes Chaos"

Vierzig Jahre "Tago Mago" müssen anständig gefeiert werden! Doch reicht eine üppig ausgestattete Wiederveröffentlichung tatsächlich aus, um die Fanschar vollständig zufrieden zu stellen? Letzten Endes befinden sich ja doch nur dieselben bekannten Klassiker auf jener CD. Alternativ hält man nach Verehrern dieser nahezu unlimitierten, aber durch und durch süchtig machenden Sound-Welten Ausschau und freut sich über die Entdeckung dieser Chicagoer Krautrock-Fetischistentruppe, die erst vor kurzem ihren neuen, Abende ausfüllenden Langläufer auf die Menschheit losließ.

Dabei greifen CAVE - die im Übrigen kein spaßiges Nebenprojekt eines gewissen Herren mit demselben Nachnamen sind - auf wenige, dafür aber umso effektivere Mittel zurück, fluten sie mit Leben, bauen sie auf und lassen ihnen bei ihrer Entfaltung so gut wie freien Lauf. Diese Früh-70er-Fuzz-Mischung, in der diverse Kollegen schon Elemente von NEU!, HOLY FUCK [minus Casio], eben erwähnten CAN sowie die repetitive, geduldsame Durchschlagskraft der gesamten Punk-Ära herausgehört haben wollen, nimmt zum Teil faszinierende Gestalten an, die durch das klanglich neutrale, wenn auch Retro-bewusst etwas matte Produktionskorsett genau die richtige Dosis an Ordnung eingeflößt bekommt. Nicht nur in rhythmischer, sondern auch in rein kompositorischer Hinsicht wirkt das Quartett hochkonzentriert. CAVE arbeiten sich mit exakten Koordinaten vom gewünschten Ziel durch den Dschungel, stoßen dabei auf viele verlockende Fettnäpfchen, verzichten jedoch darauf, sich irgendwelchen kurzfristig ausgeheckten Zwischenlösungen hinzugeben, die der Langlebigkeit dieses von tollen melodiösen Arrangements getriebenen Überfliegers Schaden zufügen könnten.

Auf subtile Art und Weise etablieren die einzelne Stücke das Konzept der Monotonität, jedes auf seine eigene Weise. Das vierzehnminütige Mammutstück "This Is The Best" nimmt gut die Hälfte dessen Dauer ein, um ein fortwährendes Crescendi aus flitzenden Synthie-Sternenbahnen und punktgenaues Schlagzeugsspiel in eine von superverzerrten Gitarrenwänden dominierte Passage zu münden, die weitere sieben Minuten beansprucht. Das im Gegensatz dazu fast schon auf Pop-Verhältnisse zugeschnittene "Adam Roberts" hingegen führt den Hörer an ein einziges Thema an und verweilt dort - natürlich mit einigen Variationen desselbigen - bis zum Schluss. Zwischen diesen beiden Extremen finden CAVE immer wieder neue, spannenden Ideen, die sowohl behutsam weiterentwickelt werden als auch ziemlich fest angezurrte Widerhaken im Gehörgang schlagen.

Ob nun mit oder ohne Narkotika, "Neverendless" macht einen Heidenspaß. Diese Mannschaft liefert starke Argumente dafür, dass Krautrock lebt, und das nicht zu kurz. Hammer, die Scheibe!

Trackliste:
01 - W U J
02 - This Is The Best
03 - Adam Roberts
04 - On The Rise
05 - O J
Spielzeit: 00:41:54

Line-Up:
Cooper Crain - Gitarre, Orgel
Rex McMurry - Schlagzeuger
Dan Browning - Bass
Dave Pecoraro - Synthesizer
Michael Bambas [Micha]
21.12.2011 | 09:33
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