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METALNEWS.DE - CD-REVIEW: Celeste - Morte[s] Nee[s]
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Album:Morte[s] Nee[s]
Genre:Doomcore, Post Hardcore, Post/Avantgarde Black Metal
Label:Denovali Records
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:31.03.10
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"Sternstunde!"

Meine Herren, CELESTE sind wirklich von der schnellen Truppe! Ihre letzte Scheibe, „Misanthrope[s]“, hat gerade mal ein knappes Jahr auf dem Buckel, da wird schon der Nachfolger, betitelt „Morte[s] Nee[s]“, nachgeschoben. Und dieser hat es ganz gewaltig in sich und stellt sogar noch eine erneute Steigerung dar!

Nachdem das Quartett aus Lyon bereits mit den vorherigen Studioalben mächtig abräumen konnte und sich dabei sehr geschickt eine eigene kleine Nische in der Schnittmenge aus Black Metal, Doomcore, Sludge und Post Hardcore eingerichtet hat, bewegen sich die Franzosen mit „Morte[s] Nee[s]“ deutlich hörbarer in Richtung Black Metal. Dies liegt vor allem an der klirrenden Produktion, die in erster Linie den Gitarren das charakteristische Sägen verleihen, sodass CELESTE anno 2010 noch eine Spur fieser und bedrohlicher wirken und so mancher ach so bösen Schwarzwurzeltruppe glatt das Corpsepaint aus dem Gesicht fallen dürfte. Aber auch auf Song-Ebene hat sich einiges getan, denn die Franzosen nehmen das Tempo nun öfter gekonnt zurück, was den Liedern mehr Luft zum Atmen sowie mehr Möglichkeiten für Abwechslung gewährt; dies zeigt sich am besten an dem unglaublich düsteren und, abgesehen von einigen Samples, rein instrumentalen „[S]“. Doch auch beim abschließenden und fast 13-minütigen „De sorte que plus jamais un instant ne soit magique“, dem bislang wohl längsten sowie komplexesten Stück von CELESTE, werden sämtliche Register in Sachen Abwechslungsreichtum gezogen, zumal in der zweiten Hälfte songdienlich und stimmungsvoll Piano und Streicher als Gastbeiträge [LES FRAGMENTS DE LA NUIT] eingesetzt werden. Wer an eine Mischung aus NEUROSIS zu seligen „Through Silver In Blood“-Zeiten sowie ein bisschen WOLVES IN THE THRONE ROOM denkt, liegt jedenfalls nicht verkehrt. Hinzu kommen der gewohnt aggressive Schreigesang von Johan, der seine nach wie vor ausschließlich in französischer Sprache verfassten Texte herausbrüllt, eine wunderbar ausgewogene und wuchtige Produktion sowie ein erneut überaus eindrückliches Artwork, das wie schon bei seinem Vorgänger wohltuend aus der Masse der einfallslosen Photoshop-Spielereien heraussticht. Und CELESTE wären nicht CELESTE, wenn nicht das komplette Album wieder auf der Internetseite von Denovali Records völlig gratis und legal als Download und „Morte[s] Nee[s]“ in zahlreichen limitierten CD- und Vinyl-Fassungen verfügbar wäre – diese Versionen erscheinen übrigens am 21. Mai.

Kurzum: Wenn man die etwas überstrapazierte Formel des „Make it or break it“-Albums auf die dritte Full Length von CELESTE übertragen möchte, so weiß das Quartett in jeglicher Hinsicht zu überzeugen und sogar noch aufzutrumpfen. Abwechslungsreiche und ausnahmslos überragende Songs, neue Ideen, eine nicht von der Hand zu weisende Eigenständigkeit, ein stimmiges Gesamtpaket sowie eine logische Weiterentwicklung des eigenen Sounds sprechen auf „Morte[s] Nee[s]“ eine überaus deutliche Sprache, sodass CELESTE anno 2010 ihr bislang bestes und ausgereiftestes Werk vorlegen. Besser kann man das gar nicht machen, von daher Höchstwertung für „Morte[s] Nee[s]“ und ganz klare Kaufempfehlung [über den Download hinaus]!

Trackliste:
01. Ces belles de rêve aux verres embués
02, Les mains brisées comme leurs souvenirs
03. Il y a biens des porcs que ça ferait bander de t'étouffer
04. En troupeau des louves en trompe l’oeil des agneaux
05. [S]
06. Un miroir pur qui te rend misérable
07. De sorte que plus jamais un instant ne soit magique
Spielzeit: 00:41:53

Line-Up:
Johan – Vocals
Guillaume – Guitars
Antoine – Bass
Royer – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
03.04.2010 | 00:42
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