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Band:  Metalnews nach 'Cradle Of Filth [Gavin Baddeley, Dani Filth]' durchsuchenCradle Of Filth [Gavin Baddeley, Dani Filth]
Album:Das Kompendium der dunklen Künste
Genre:Black Metal, Black/Death Metal, Gothic
Label:13th Planet Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:28.02.11
CD kaufen:'Cradle Of Filth [Gavin Baddeley, Dani Filth] - Das Kompendium der dunklen Künste' bei amazon.de kaufen
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"Künftiger Klassiker"

Dass CRADLE OF FILTH keine normale Bandbiographie auf den Markt werfen können, dürfte von vornherein jedermann klar sein. Dass wir mit dem „Kompendium der dunklen Künste“ aber ein solch opulentes, mit nichts genreüblichem Vergleichbares vorgelegt bekämen, ist auch für Bandkenner eine handfeste Überraschung.

Gavin Baddeley, Journalist, Priester der Church Of Satan und aufmerksamen DVD-Schauern als Befragter diverser Beiträge zum Thema Heavy Metal bekannt, gräbt gemeinsam mit Dani Filth mit viehischer Lust und wissenschaftlicher Hingabe nach den konzeptionellen und lyrischen Wurzeln der Black/Gothic Metal Legende.
Der reich bebilderte, 600 Seiten starke Wälzer seziert jedes Motiv, jede Stimmung, die die Band in ihren Werken auszudrücken versuchte. Dabei stoßen wir auf Hintergrundberichte zu Themen wie Horror, Serienmord, Vampirismus, Hexerei, Rausch sowie durchgängig auf die verführerische Ästhetik des Bösen, Düsteren, Undurchdringlichen. Reich bebildert und von diversen Perspektiven aus erzählt, nimmt uns das „Kompendium…“ mit auf eine Reise durch die Schauerwelten der Spezies Mensch, die uns seltsam vertraut sind, weil sie schlussendlich zu unserer Kultur gehören. Dass CRADLE OF FILTH immer schon von Motiven beeinflusst waren, die auch schon die Autoren der Gothic Novels in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts inspirierten, und dass sie diese mit typisch britischer Abgründigkeit verarbeiten, weiß der geneigte Fan. Aber dieses Buch macht den Zusammenhang zwischen Wort und Spiritualität auf akribische Weise deutlich. Wenn Baddeley beispielsweise den düsteren Lykanthropen historisch nachspürt oder im direkten Bezug zu CRADLE-Alben soziopathische Serienkiller wie Elizabeth Bathory oder Gilles De Rais beleuchtet, den Einfluss der Medien auf dunkle Machenschaften hinterfragt oder Leute wie Ville Valo zum Thema „Drogen und Kreativität“ befragt, taucht man unbewusst immer tiefer ein in die Schattenwelt, das Universum und den geistigen Überbau der Institution CRADLE OF FILTH.
Und auch, wenn die Frage im „Kompendium…“ nicht gestellt wird, sollte jeder spätestens nach der Lektüre darüber nachdenken, ob die kindischen Vorwürfe der verbiesterten True Black Metaller, es handele sich bei CRADLE nur um eine tuntige Zirkustruppe, nicht schlichtweg der Naivität des seligen Unwissenden entspringen. Denn auch wenn man über die livehaftige Inszenierung der CRADLE’schen Werke ob ihrer oft nicht ganz stimmigen Theatralik geteilter Meinung sein darf, so ist das Zusammengehen von Wort und Musik in Sachen vertonter Dunkelheit kaum je so dicht vorgetragen worden wie im Kanon der Briten.
Apropos Briten: Ein paar Schwächen hat dieser mächtige Schinken dann doch. Natürlich muss Baddeley einen roten Faden finden, um seine Erzählung mit einem Plot auszustatten – alles andere wäre CRADLE OF FILTH nicht würdig. Aber alles Unheimliche dieser Welt in England anzusiedeln und dann noch festzustellen, dass die britische Insel ein einziger Friedhof sei, lässt den Leser dann schon ein wenig stirnrunzelnd zurück. Denn schließlich hat jede Kultur ihre dunklen Seiten – man muss sie nur kennen. Zudem dürften in England nicht mehr Menschen gestorben und beerdigt worden sein als anderswo – von daher ist die Logik zumindest mir nicht ganz klar. Und so ist es auch das erste, erklärende Kapitel, das sich hauptsächlich mit den historischen Begebenheiten beschäftigt, die die eine britische Band schließlich zur Expression der dunkelsten Gefühle treiben soll, das im Gegensatz zu den ansonsten hervorragend aufbereiteten und ausgesprochen informativen Texten etwas stört. Zumal wirklich bekannte Mythen wie der Mord an den „Princes in the tower“ fehlerhaft wiedergegeben werden [Baddeley spricht von Neugeborenen, obwohl die Prinzen neun und zwölf Jahre alt waren]. Was außerdem etwas beknackt wirkt – aber das ist meine persönliche Meinung – ist die Verwendung der alten Rechtschreibung des Übersetzers. Keine Ahnung, was sich die Jungs bei Iron Pages da gedacht haben, aber nach 14 Jahren ist dieser pseudokonservative Schwachsinn einfach kein Statement mehr.

Abgesehen von diesen kleinen Schwächen ist das Buch ein baldiger Klassiker und sollte jedem Fan dunklerer Pfade ans schwarze Herz gelegt werden.




Trackliste:


Marcus Italiani [Mattaru]
30.04.2011 | 23:33
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