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Cover von Cryptopsy -- The Unspoken King
Band: Cryptopsy Homepage Cryptopsy bei Facebook Metalnews nach 'Cryptopsy' durchsuchenCryptopsy
Album:The Unspoken King
Genre:Death Metal, Deathcore
Label:Century Media
Bewertung:(soulsatzero): 3 von 7
(Mattaru): 6 von 7
Releasedatum:23.05.08
CD kaufen:'Cryptopsy - The Unspoken King' bei amazon.de kaufen
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"Königliche Selbstdemontage"

Meine Fresse, was haben mich CRYPTOPSY auf dem Party.San Open Air 2006 weggeblasen, sodass es meiner Meinung nach an diesem Tag in musikalischer Hinsicht nichts mehr zu sagen gab. Nun, gut zwei Jahre später und mit dem neuen Sänger Matt McGachy von 3 MILE SCREAM im Gepäck, präsentieren die Kanadier ihr neues Studiowerk: „The Unspoken King“. Und selbiges wird etlichen Fans ganz gewaltig aufstoßen…

Doch immer der Reihe nach. Schon im Vorfeld gab es etliche Unkenrufe bezüglich der Scheibe, des neuen Sängers und der bereits auf MySpace vorgestellten Songs. Das führte zu einigen mehr oder weniger gelungenen Spielereien mit dem Namen der Band, aber auch zu Kommentaren wie „Hoffentlich hab Ihr auf Tour einen Unfall und geht dabei drauf“, die so dämlich und geschmacklos sind, dass sie auch nicht als grober Unfug durchgehen könnten. Und auch wenn klar war, dass CRYPTOPSY um einiges experimentierfreudiger zu Werke gehen würden, hätte wohl keiner gedacht, dass sie sich auf „The Unspoken King“ derart zwischen die Stühle setzen würden, denn genau das ist leider der Fall. Uninspirierter Deathcore mit lahmarschigen und halbgaren Breakdowns, der von etlichen Bands aus diesem derzeit so überstrapazierten Genre weitaus besser fabriziert wird, langweilige Songs ohne wirklichen Biss, die den langjährigen Hauptsongwriter John Levasseur schmerzlich vermissen lassen, und letztes Endes eine Gesangsleistung von McGachy, die einem oftmals schwarz vor Augen werden lässt, sorgen dafür, dass auf „The Unspoken King“ nicht viel Brauchbares übrig bleibt. Wie in den durchaus gelungenen „Leach“ oder „Resurgence Of An Empire“ schimmern ab und an die alten Trademarks der Kanadier auf und lassen hoffnungsvoll aufhorchen – das trifft übrigens nicht auf den Bass von Langlois zu; den hört man nämlich so gut wie nie heraus –, während ansonsten schlichtweg von Selbstdemontage auf hohem Niveau gesprochen werden kann. Die Growls von McGachy gehen gerade so in Ordnung, sind aber längst nicht das Gelbe vom Ei, während der Klargesang einfach nur zum Davonrennen ist und oft die Songs und jegliche brauchbare Ansätze komplett zerstört [„Bound Dead“]. Guter männlicher Klargesang muss sich nicht per se mit Death Metal beißen, aber das hier gebotene Emo-Geheule wirkt völlig deplatziert und bereichert das Material in keinster Weise. Selbiges gilt für Neuzugang Maggie Durand am Keyboard, die anscheinend die Band nach den Aufnahmen wieder verlassen hat, denn für die spärlichen Piano-Einsätze und Samples hätte man kein zusätzliches Bandmitglied gebraucht, das so gut wie nie in Erscheinung tritt. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass Flo Mounier immer noch ein absoluter Weltklasseschlagzeuger ist, aber so variabel und beeindruckend seine Leistung auch sein mag, so kann sie nicht den insgesamt schwachen Eindruck wettmachen, der sich beim Hören des Silberlings einstellt.

Das Ende vom Lied? „The Unspoken King“ wird vielleicht ein paar jüngere Deathcore-Freunde anlocken, aber wohl die meisten der alten Fans komplett vor den Kopf stoßen. Wer schon das meiner Meinung nach gelungene „Once Was Not“ nicht so umwerfend fand, braucht „The Unspoken King“ erst gar nicht anzutesten, während diejenigen, die nach dem Sängerwechsel auf eine Fortsetzung solcher Götter-Alben wie „And Then You’ll Beg“ oder „Whisper Supremacy“ gehofft haben, schlichtweg entsetzt sein werden. Bei aller an den Tag gelegten Aufgeschlossenheit sowie dem Verständnis für Experimente und das Bedürfnis, neue Wege abseits längst ausgelatschter Wege gehen zu wollen, sollten CRYPTOPSY aufgrund ihres erfolgten Identitätsverlustes aktiv über eine Umbenennung nachdenken. Die Jungs haben zwar ohne Zweifel meinen Respekt für ihr musikalisches Können, aber mit „The Unspoken King“ haben sie sich nicht etwa ‚neu erfunden’, sondern eine weitgehend unterdurchschnittliche Leistung abgeliefert. Vorsichtiges Antesten bzw. Finger weg ist demnach angesagt! Doch das sieht Kollege Mattaru interessanterweise ziemlich anders…

O’lala, da hat der geschätzte Kollege aber mal ein paar Dinge gründlich in die falsche Lauschmuschel bekommen. In einer Sache gebe ich ihm sogar Recht: „The Unspoken King“ wird polarisieren wie keine CRYPTOPSY-Scheibe zuvor, was wirklich verwunderlich ist, waren die früheren Alben doch teils so schwer verdaulich, dass einem schon nach zehn Minuten der Schädel brummte.

Fest steht: Kein CRYPTOPSY-Album klang bislang so kompakt und songdienlich wie dieses hier. Kein CRYPTOPSY-Album hatte bislang die Eier, möchte man sagen, die technische Virtuosität der einzelnen Musiker beinahe gänzlich in der zweiten akustischen Sedimentschicht zu verbuddeln. Und dort tummeln sich Dinge, die einen das Phänomenale an dieser Band permanent spüren lassen: die aberwitzigsten Beats, die besten Soli und Licks ever – und jede Menge Spannung und Aggression. Wobei einen Letztere nicht sofort überrollt wie sonst, sondern sich langsam anschleicht, den Hörer immer wieder umrundet und schließlich doch noch anspringt.
Mit den neuen Elementen im Sound gehen die Kanadier so vorsichtig wie möglich um. Die ersten drei Songs sind reine Abrissbirnen – zwar ganz klar deathcorelastig ohne Ende, aber diese Musik auf abartig hohem Niveau in eine emotionale Richtung lenkend, die eine Band wie DESPISED ICON trotz ihrer großartigen Musiker nicht auf die Reihe bekommt. Halbgare Breakdowns? Von wegen. Leute, hier trommelt Mr. Flo Mounier. Und im Zusammenhang mit dessen Schlagzeugarbeit existiert der Terminus „halbgar“ gar nicht. Die Breaks reißen einem ganz furchtbar den Arsch auf, fallen aus, schieben an, wechseln blitzschnell den Beat und jagen den Hörer quer durch die Hütte. Schon alleine die Eröffnungsnummern zeigen, wie leicht und schlüssig CRYPTOPSY Dinge tun, an denen andere Bands beinahe ihre gesamte Karriere lang herumschrauben. Nach dem doch recht verunglückten Chaoswerk „Once Was Not“ ist das zumindest schon mal eine gute Nachricht.
Dann kommt der Knackpunkt.
„Bemoan The Martyr“ ist gesanglich tatsächlich entsetzlich. Ah, ich habe bislang ja noch gar nicht über den Gesang gesprochen. Also: McGachy ist wirklich nicht der Grunzgott unter der Sonne, da muss ich Kollege Soulsatzero leider zustimmen. Das Dargebotene tut nicht weh, hebt sich aber auch nicht von der Masse ab. Was der Gute aber in „Bemoan The Martyr“ auf dem Klargesang-Sektor abzieht, ist schlicht übel. Mike Patton, wie er angetrunken vor einer Herde Mammuts davonrennt. Hört man die Nummer das erste Mal, hat man auf weitere cleane Stellen schon gar keinen Bock mehr. Ein Fehler. Denn in „Leach“ ist es eben dieser Gesang, der den Song neben seinem thrashig bis frickelig-geilen Aufbau und den Wahnsinns-Soli unsterblich werden lässt. Den Chorus trägt eine Hookline für die Götter. Und genauso geht es weiter. Dramatik regiert. Und auch wenn die Klasse von „Leach“ in den Folgeliedern nicht mehr erreicht wird, ziehen einem Songs wie „Ressurgence Of An Empire“ oder „Contemplate Regicide“ schön brutal die Sandalen aus.

Fazit: Ja, CRYPTOPSY klingen trendiger als je zuvor und grooven teilweise schon unverschämt catchy. Ja, der neue Sänger ist in den heftigen Passagen nicht die allererste Wahl. Ja, die Keyboarderin ist überflüssig. Ja, man hätte über eine Namensänderung nachdenken sollen. Das jedoch sind alles Daten für die Statistik. Unterm Strich ist „The Unspoken King“ einfach in der Hauptsache exzellente Musik, weshalb sich die Szenepolizei schön weiter an den just aufgeführten Argumenten hochziehen soll. Der Rest darf Besseres zu tun haben und das Werk hier einfach abfeiern.


Trackliste:
01. Worship Your Demons
02. The Headsmen
03. Silence The Tyrants
04. Bemoan The Martyr
05. Leach
06. The Plagued
07. Resurgence Of An Empire
08. Anoint The Dead
09. Contemplate Regicide
10. Bound Dead
11. [Exit] The Few
Spielzeit: 00:47:07

Line-Up:
Matt McGachy – Vocals
Alex Auburn – Guitars, Backing Vocals
Éric Langlois – Bass
Flo Mounier – Drums, Backing Vocals
Christian Donaldson – Guitar
Maggie Durand – Keyboard
Alexander Eitner [soulsatzero]
02.06.2008 | 22:31
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