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"Vergangenheit und Zukunft" | ||||||||||||||||||
| Seit der CYNIC-Reunion 2006 kursieren hartnäckig Gerüchte, dass das niemals offiziell veröffentlichte PORTAL-Demo endlich das Licht der Welt erblicken wird. Sechs Jahre hat es zwar noch gedauert, aber jetzt erscheint das Demo unter dem CYNIC-Banner mit dem sinnigen, zweckmäßigen Titel „The Portal Tapes”. PORTAL waren die kurzlebige Nachfolgeband nach der CYNIC-Auflösung 1994, die in zwei Sessions 1994 und 1995 zehn Songs eingespielt hatten, die jedoch nur als Promo an diverse Plattenfirmen gesendet wurden. Sogar Majorlabels wie Atlantic zeigten Interesse, doch Gitarrist/Sänger Paul Masvidal und Drummer Sean Reinert waren zu diesem Zeitpunkt noch vertraglich an Roadrunner Records, die das CYNIC-Debüt „Focus” [1993] releasten, gebunden und kamen auch nach zähen Verhandlungen nicht aus dem Vertrag, was zwangläufig [neben persönlichen Kriseleien] zum schnellen Ende von PORTAL führte. Das Line-Up bestand neben den CYNIC-Recken Paul Masvidal, Sean Reinert, Jason Gobel [Gitarre] und Chris Kringel [Bass] noch aus Sängerin/Keyboarderin Aruna Abrams [die heutzutage unter dem Namen ARUNA im Dance/Trance-Sektor unterwegs ist und sogar einen Song für HANNAH MONTANA geschrieben hat]. Stilistisch merkt man PORTAL ganz klar das Erbe von CYNIC an: Zwar geht die Formel „Focus” - Metal = PORTAL nicht ganz auf, kommt dem Ganzen aber recht nah. Das Sci Fi-Element hatten sich PORTAL bewahrt, ebenso wie die dezente Gitarrenarbeit oftmals an CYNIC denken lässt. Insgesamt zelebrieren PORTAL hier aber sphärischen, manchmal gar esoterischen Rock, der immer wieder die Grenzen zu Jazz und sogar Pop streift und trotz gelegentlich verzerrter Gitarren rein gar nichts mit Metal zu tun hat. Die Atmosphäre von CYNIC und den CYNIC-Schülern AGHORA [gerade auch durch den Frauengesang] ist trotzdem allgegenwärtig. Die ersten fünf Songs sollten auch tatsächlich jedem aufgeschlossenen CYNIC-Jünger wunderbar reinlaufen, während die letzten fünf Songs stellenweise etwas zu poppig, platt und glatt geraten sind. Gerade Teile von „Crawl Above”, „Road To You” und vor allem „Not The Same” sind für die [songwriterischen und spielerischen] Fähigkeiten der Musiker viel zu oberflächlich und platt geraten. Hier fehlt die Tiefe, vor der sich gerade die ersten fünf Stücke der Scheibe fast kaum retten können. Witzigerweise haben sich CYNIC mit ihrer letzten EP „Carbon-Based Anatomy” [2011] stilistisch wieder der PORTAL-Phase angenähert. Es bleibt also spannend, was die Zukunft von/für CYNIC bringen wird. „The Portal Tapes” ist trotz der schwächeren Songs in der zweiten Hälfte eine sinnvolle Anschaffung für alle CYNIC-Jünger, da vor allem „Endless Endeavors”, „Karma's Plight”, „Circle”, „Costumed In Grace” und „Cosmos” eine tolle und sinnvolle Ergänzung zum Wunderwerk „Focus” darstellen. Sollte man zumindest kennen. | ||||||||||||||||||
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