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"Sportlicher, präziser Extremsound!" | ||||||||||||||||||
| CYTOTOXIN stammen aus Chemnitz und wurden 2010 ins Leben gerufen. Von ein paar Studenten, wie es scheint. Das wäre weder weiter schlimm noch weiter interessant, allerdings bieten die Studienfächer einen Aufhänger der Extraklasse: Maschinenbau und Sport. Beides passt ausgezeichnet zum Zweitwerk der Sachsen, die für ihr Konzeptalbum über das Unglück von Tschernobyl einen Vertrag mit Unique Leader unterzeichnet haben. Die übrigens auch sehr gut zu CYTOTOXIN passen, denn technische, auch sportlich anspruchsvolle Extremklänge sind genau das Fachgebiet der amerikanischen Plattenfirma. Und genau das liefert auch „Radiophobia“. Entspannungsmomente bzw. Versuche zum Ausbau der Atmosphäre gibt es mit „Dead Zone Walkthrough“ [Waldspaziergang eines lungenkranken Strahlungsmutanten mit Akustikgitarre] und „Prypjat“ [getragene, in Störgeräuschen verreckende Keyboard-Trauer] ziemlich genau zwei Stück. Ansonsten hauen CYTOTOXIN dem Hörer äußerst konsequent brachial und technisch in die Schnauze. Mangelnde Originalität ist dabei ein Vorwurf, den man erheben kann. Originell wäre das allerdings nicht. Unfair dem Quartett gegenüber auch, denn obwohl das Prinzip ihres verwinkelten Death Metal mit Grindcore- und Thrasheinflüssen jedem Hörer von beispielsweise DYING FETUS, NECROPHAGIST und CEREBRAL BORE bekannt vorkommen wird, sind der Band acht durchweg starke und abwechslungsreiche Stücke auf der Basis von irrwitziger Gitarren- und Schlagzeugarbeit und diversen Grunz- und Growltechniken gelungen. Die, um es nicht unerwähnt zu lassen, trotz des ernsten Themas einfach Spaß machen. Das schließt durchaus den einen oder anderen Lachanfall ein, denn seien wir ehrlich: Pig Squeals, und diese Gesangstechnik spielt eine große Rolle auf „Radiophobia“, sind gleichermaßen brutale Stimmkunst wie auch einfach saukomisch. Wer hat noch behauptet, eine gewisse Musikrichtung klinge wie ein sterbendes Schwein, in wahnsinniger Geschwindigkeit auf eine Mülltonne gedroschen? Die neuen Stars am Rock'n'Roll-Himmel werden CYTOTOXIN mit ihrer Brachialkunst definitiv nicht. Wenn diese Musik Stadien füllt, dann ist das Ende der Welt wirklich nahe. Aber mit „Radiophobia“ haben die vier Jungs auf jeden Fall ein starkes Album eingezimmert, auf dem es bei näherer Betrachtung einiges zu entdecken gibt. Kleine Überraschungen wie die ohrwurmige Melodie und der subtile Offbeat-Part im Titelstück seien als Beispiel genannt. Für Fans der Vergleichsbands sind CYTOTOXIN jedenfalls ein gefundenes Fressen! | ||||||||||||||||||
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