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Album:Castellum [Tape-Release]
Genre:Black Metal, Melodic Black Metal
Label:Les Acteurs De L'Ombre Productions
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:01.01.15
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"Von Burgen, Schlachten und Franzosen"

DARKENHÖLD sind eine französische Black Metal Band, die es bislang nur zu wenig Bekanntheit gebracht hat. Zwar hat man an Tribut-Alben für EMPEROR und ENSLAVED mitgewirkt, aber dies hat leider nicht dazu geführt, dass die Popularität der Band sonderlich angestiegen ist. Sei es wie es sei, die drei Franzosen [fünf, wenn man die Live-Musiker mitzählt] lassen sich davon nicht unterkriegen und vor Kurzem ihr drittes Album „Castellum“ veröffentlicht.

Zumindest rein äußerlich machen die Franzosen schon einmal nichts falsch. Ein verschnörkeltes Logo, eine klassische Zeichnung einer alten und verfallenen Burg und ein Bandfoto, in welchem sich die gesammelte Mannschaft in mittelalterlich wirkenden Rüstungen und Gewändern zeigt – aber hallo, die 90er sind wieder da! DARKENHÖLD enttäuschen dabei auch musikalisch nicht. Die teilweise keyboardgeschwängerten Melodien erinnern an EMPEROR, manche Songstrukturen und Gitarrenriffs an frühe ABIGOR und hin und wieder hat man auch das Gefühl, dass die ganzen frühen DIMMU BORGIR bei den Herren gerne im CD-Player rotieren. Dabei ist „Castellum“ aber alles andere als eine reine Kopie oder ein Plagiat. Nein, DARKENHÖLD musizieren eigenständig, aber in einem recht eng gesteckten Rahmen. Die Franzosen versuchen nicht, aus dem typischen Sound des 90er Black Metal auszubrechen. Stattdessen geht es darum, das Bestmögliche aus dieser Musik herauszuholen. Und das funktioniert recht gut, weil man auf „Castellum“ einfach geile Songs findet. Schon der Opener „Strongholds Eternal Rivalry“ gibt ordentlich Gas und erschafft sofort eine mittelalterliche Atmosphäre. Das Keyboard-Intermezzo „Feodus Obitus“ ist perfekt inszeniert und hätte auch auf ENSLAVEDs „Frost“ Platz gefunden. Auf „L’Incandescence Souterraine“ geht es etwas rockiger und, wenn man so will, grooviger zur Sache. Die Liste könnte man noch weiterführen, denn im Gegensatz zu vielen klassischen Black Metal Scheiben vertrauen DARKENHÖLD nicht darauf, dass eine einzige Songstruktur und ein einziger Gitarrenriff ausreicht, um ein Album zu füllen. Nein, die Songs sind abwechslungsreich, intelligent konzipiert und haben einfach Charme. Schade ist lediglich, dass manche Tracks einen Zacken zu lang sind und, dass der Gesang von Frontmann Cervantes zu sehr in den Hintergrund gemischt ist. Auch die vielen Keyboard-Elemente werden manchem Puristen sauer aufstoßen, aber das hat nichts mit deren Qualitäten zu tun, sondern ist reine Ansichtssache.

„Castellum“ ist definitiv ein gefundenes Fressen für Fans von melodischem Black Metal der 90er. DARKENHÖLD klingen frisch ohne dabei irgendwelche genreuntypischen Elemente einzubauen. Dazu kommt noch das schöne Design des Tapes, um das sich Les Acteurs De L’Ombre Productions gekümmert haben. Die Scheibe gibt es zwar auch auf CD, aber mal ehrlich, die Metal-Welt braucht wieder mehr Kassetten. Klare Kaufempfehlung für Underground-Fetischisten, Black Metal Fans und Freunde des Mittelalters!

Trackliste:
01. Strongholds Eternal Rivalry
02. Le Castellas Du Moine Brigand
03. Majestic Dusk Over the Sentinels
04. Glorious Horns
05. Feodus Obitus
06. Le Souffle des Vieilles Pierres
07. L’Incandescence Souterraine
08. Mountains Wayfaring Call
09. The Bulwarks Warlords
10. Medium Aevum
Spielzeit: 00:42:31

Line-Up:
Aldébaran - Gitarre, Bass, Keyboard
Cervantes - Gesang
Aboth - Drums
Aleevok - Live-Bass/Produktion
Anthony - Live-Gitarre
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
31.01.2015 | 16:55
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