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Cover von Darkthrone -- Circle The Wagons
Band: Darkthrone Homepage Darkthrone bei Facebook Metalnews nach 'Darkthrone' durchsuchenDarkthrone
Album:Circle The Wagons
Genre:Black/Thrash Metal, Punk
Label:Peaceville Records
Bewertung:1 von 7
Releasedatum:09.04.10
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"Fortsetzung folgt - hoffentlich nicht"

Wenn man sich mal kurz vor Augen führt, in welche Richtungen es die Mitbegründer des größten norwegischen Kultur-Exports überhaupt - dem Black Metal - verschlagen hat, kommt man zur nüchternen Erkenntnis, dass nur wenige es geschafft haben, sich stilistisch dramatisch zu ändern und trotzdem nach wie vor sehr ansprechende, vor allem aber langlebige Eisen aus ihren Proberaum-Öfen heraus zu ziehen. Am Beispiel ENSLAVED haben wir in den letzten Jahren hören dürfen, dass Progrock und Black Metal doch gar nicht so antagonistisch zueinander verlaufen wie es zuvor vielleicht den Anschein gemacht hat. Auch IMMORTAL fanden mit ihrem letzten Album - wenn auch nur auf einzelnen Stücken - zu alter Stärke, der Rest suhlt sich im Black-Metal-Opa-Dasein, lässt den von absolut nichts außer seinem eigenen Gebräu interessierten Rockstar aus sich heraushängen und/oder fabriziert nur noch auf Detail-Niveau nette Studio-Ausgeburten.

DARKTHRONE allerdings hat es mit Abstand am schlimmsten erwischt. Die letzte ausnahmslos geile Scheibe erschien schon vor mehr Jahren, als einem lieb sein könnte, grottiger Punk spielt im Alltagsleben von Onkel Gylve & Tante Ted eine immer größere Rolle; Metal scheinbar nur noch dann, wenn die Tremolo-Riffs ausgepackt werden. Trash, wohin einen die Sinne tragen. Das ist aber weiß der Teufel kein Problem mehr, schließlich lebt man vom Image, für Zillionen von verängstigten Teenies ein zusätzliches künstlerisches Ventil geschaffen zu haben - das bringt heute wesentlich mehr Geld als das, womit die Bande eigentlich ihre Plattensammlung und Küchenschränke aufstocken sollte, nämlich die Musik, die ihnen überhaupt erst ihre jetzige Lage bescherte. Doch ist das natürlich nicht weiter schlimm, solange viele sogenannte Kollegen lieber eine pauschale Bewertung irgendwo am oberen Rand der Punkteskala vergeben, als dass sie ihre Arbeit ernst nehmen und über jede Audiowurst mit großem Namen Goldfarbe und Zucker schmieren beziehungsweise streichen würden. Vom Karren, von dem mittlerweile nur noch mehr die Antennenspitze zu sehen ist, gibt es nur noch stumpfes Geblubber zu hören, das so unsagbar belanglos ist, dass ich mehr als zwei Mal hinsehen musste, um dahinter einer meiner absoluten Lieblinge meiner ersten Berührung mit Metal im Allgemeinen zu erraten. Die Wahrheit tut eben weh.

Wozu diese lange Einleitung? Nun, gemessen an dem, wie sehr die beiden Mannen sich offensichtlich mehr oder weniger darum gerissen haben, bei jedem unschuldigen Reporter ihren neuen Rotz zu bewerben, anstatt wieder etwas halbwegs Anständiges [muss nicht einmal Musik sein!] heraus zu bringen, scheint ihr Schaffen jenseits aller Publicity, Reibach sowie ewiger Lorbeerenausruherei sowieso zweitrangig. Und genauso wird auch der eigentliche Inhalt von "Circle The Wagons", dem Beitrag zur Verunschönerung des VÖ-Jahreskalenders 2010, behandelt: Wer darauf abfährt, künstlich unterproduziertes Punk-T[h]rash-Gewurste in neunfacher Ausführung zu hören, dem sei eher geraten, in die Platten reinzuhören, welche Fenriz alle Nase lang empfiehlt [und selbstredend aus demselben Genre kommen]. Jedes Stück beinhaltet die scheinbar selben öden Abfolgen und wenn dann der Klargesang einsetzt, wird's ziemlich eklig [lies: unhörbar]. Die Songs klingen allesamt so, als hätten die beiden Protagonisten irgendeiner Vertragsklausel schnell nachkommen müssen; mir kann zum Beispiel niemand ernsthaft erzählen, etwas wie "Bränn Inte Slottet" käme binnen mehr als zwei durchzechten Nächten zustande. Oder ein enorm hüftsteifes, grauenhaft schiefes Stück der Marke "I Am The Graves Of The 80s" sei ernsthaft noch einmal überbearbeitet, geschweige denn noch einmal angehört oder für Scheiße empfunden worden. Oder, dass "Stylized Corpse" nicht deswegen so dermaßen auf das gefühlte Tausendfache seiner eigentlich verdienten Länge gestreckt wurde, um die vom Label geforderten 40 Minuten Spielzeit für das Album auch zu erfüllen. Oder oder oder.

Ich möchte DARKTHRONE beileibe nicht davon abraten, in Zukunft Musik zu machen. Vielleicht wäre es aber nach dem mittlerweile neunten Album in Folge, das entweder gar nicht beziehungsweise nur sehr periphär an ähnliche qualitative Taten wie zu Anfangszeiten erinnern kann, ratsam, ihre Leistungen auf Erstes-Kennenlernen-Level einfach nicht weiter zu veröffentlichen. So etwas wie "Circle The Wagons" kann man ja auch für sich behalten. Das würde die Chance, sich und seinen Ruf, den man sich mit jedem weiteren Auswurf weiter versaut, komplett zu ruinieren, in erträglichen Grenzen halten. Tja, wenn das nur so einfach wäre, wie sich das anhört...

Trackliste:
01 - Those Treasures Will Never Befall You
02 - Running For Borders
03 - I Am The Graves Of The 80s
04 - Stylized Corpse
05 - Circle The Wagons
06 - Black Mountain Totem
07 - I Am The Working Class
08 - Eyes Burst At Dawn
09 - Bränn Inte Slottet
Spielzeit: 00:40:50

Line-Up:
Nocturno Culto - Gesang, Gitarren, Bass
Fenriz - Gesang, Schlagzeug, Bass
Michael Bambas [Micha]
02.04.2010 | 13:52
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