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Album:NWOBHM
Genre:Black Metal
Label:Peaceville Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:13.08.07
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"Wellenreiterei oder Innovation?"

„Wat? DARKTHRONE haben doch gerade eben erst ´ne Scheibe veröffentlicht!“ „Nee, Alter. Hömma. Dat is schon knapp ´n Jahr her.“ Ob ein, ob zwei Jahre – die Kadenz ändert sich selten, in welcher diese Band ihre Veröffentlichungen rausballert. Anders ist lediglich die offenbar neu ins Leben gerufene Tradition, jedem Langspieler eine EP vorauszuschicken. Nach „Too Old, Too Cold“ heißt der Siebenzöller [bzw. Silberling] diesmal „NWOBHM“. Uff! Was hat das jetzt zu bedeuten? Etwa „Rime Of The Ancient Goatlord“? Oder gar „Lightning To The Northern Nations“? Weit gefehlt! DARKTHRONE reagieren lediglich, letztendlich auf einen Trend, den sie vermutlich gar nicht selbst ins Leben gerufen haben – auch wenn sich so mancher anläßlich „The Cult Is Alive“ darauf berufen mochte. Seit wenigen Jahren gehört es offensichtlich wieder zum „guten Ton“ in der Metalszene, Bands gutzufinden, ob deren „Gefolgschaft“ mancher noch vor zehn Jahren das Unverständnis des allgemeinen Black Metal-Bodensatzes auf sich gezogen hätte. Heute ist Kuttentragen wieder „in“, ebenso die Kenntnis archaischen Proto-Black Metals, von altem Thrash, US-Metal und NwoBHM. Namen wie CELTIC FROST, HELLHAMMER, BATHORY, VENOM, POSSESSED oder BULLDOZER, ebenso wie SLAUGHTER, PILEDRIVER, PROTECTOR, BLASPHEMY, SARCÓFAGO und, und, und...sind wieder in aller Munde. Im Munde von 17-jährigem Nachwuchs ebenso wie des jener „Mittelalten“ „Zu spät Geborenen“ zwischen 22- und 25-jährigen Metaller, welche heute bereuen, „damals“ nicht dabeigewesen zu sein. Nicht selten kommt auch reines Mitläufertum hinzu.

Dieser hauchdünne Nimbus haftet natürlich in keinster Weise an unseren beiden Helden der ersten Stunde, ungeachtet des reißerischen Titels „New Wave Of Black Heavy Metal“. Mit NwoBHM hat dann das Scheibchen nicht allzuviel zu tun: Unter den vier Songs befinden sich zwei Auskopplungen vom bevorstehenden Album „F.O.A.D.“ [wahrhaft exzellenter Titel, haha] in veränderter Form, sowie zwei Bonustracks [einer davon war allerdings schon auf der „Forebyggende Krig“-Single zu finden]. Mein persönliches Lieblingsstück ist dann auch der Opener „Wisdom Of The Dead“, ein relativ eingängiger Song, der das relaxte Siebziger-Jahre-Gefühl moderner ENSLAVED atmet, auch textlich eine Offenbarung. „Canadian Metal“ ist eine krude Proto-Nummer, die auch auf dem letzten Album hätte stehen können; mit Gesang von Fenriz. Kommt allerdings qualitativ nicht an „Whisky Funeral“ oder „Graveyard Slut“ heran, hehe. Fenriz fährt hier auch voll seine Schiene und propagiert Asi-Thrash „as Thrash can“. „Hedninger Fra Helvete“ ist ein ähnlich kruder Hammer, allerdings weniger thrashig/punkig und mit Gesang vom Herren Grundschullehrer. Klingt alt, und hätte durchaus aus der unmittelbaren Post-„Panzerfaust“-Phase stammen können. Das TESTORS-Cover „Bad Attitude“ hingegen klingt ein wenig kraft- und saftlos und schneidet relativ schlecht ab im Vergleich zum SIOUXSIE AND THE BANSHEES-Cover auf der letzten EP. Nun ja, man sollte so manches Mal eine EP nicht als eigenständiges Werk werten, und so ist das auch in diesem Fall – bleibt uns vorerst also nur das Warten aufs anstehende Hauptwerk. Abschließend ist zu sagen: Markige Trends und lästige Klischee-Reiterei hin oder her – Gylve Nagell und Ted Skjellum sind Black Metal. Sind sich selbst treu geblieben in all den Jahren. Verkörpern den Black Metal mehr als jeder uninspirierte Emporkömmling, und auch mehr als mancher „Rockstar“, schwelgend in bedeutungslosem, pseudo-intellektuellem Gewäsch und Drogenexzessen. Könnten bayerische Volksmusik machen mit Blasinstrumenten und wären immer noch Black Metal. Alter!

Trackliste:
01. Wisdom Of The Dead
02. Canadian Metal
03. Hedninger Fra Helvete
04. Bad Attitude (TESTORS Cover)
Spielzeit: 00:15:45

Line-Up:
Fenriz [Gylve Nagell] - Getrommel, Gesang
Nocturno Culto [Ted Skjellum] - Gitarren, Bass, Gesang
Michael Quien [AirRaids]
02.09.2007 | 16:37
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