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"Vermächtnis, Teil 2!" | ||||||||||||||||||
| Über „Human“ von DEATH noch groß Worte zu verlieren, würde eigentlich bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. War das vierte Studioalbum der Musiker um Mastermind Chuck Schuldiner [R.I.P.] bereits vor 20 Jahren schlichtweg bahnbrechend, hat es auch heute nichts von seiner Durchschlagskraft eingebüßt. Ein Grund, im Rahmen der Wiederöffentlichungsserie von Relapse Records – nach „The Sound Of Perseverance“ – nun auch „Human“ ein neues Gewand zu verpassen und mit zahlreichen Bonus-Tracks zu versehen. Nun mag man zu Wiederöffentlichungen – gerade von solchen Klassikern – stehen, wie man will, so ergibt dies im Fall von „Human“ deutlich mehr Sinn also noch im Fall von „The Sound Of Perseverance“. Warum? Weil sowohl Schlagzeug als auch Bass im Original-Mix deutlich spürbar zu sehr im Hintergrund waren, was vor allem bei solch einem Virtuosen wie Steve DiGiorgio schlichtweg schade ist, sodass sich Jim Morris aus den Morrisound Studios, in dem die Scheibe damals auch aufgenommen wurde, erneut an die Regler setzte, um für ein ausgewogeneres Ergebnis zu sorgen. Was nicht bedeutet, dass „Human“ in der Originalfassung in irgendeiner Form schwach war, nur wurde quasi anno 2011 noch für das letzte I-Tüpfelchen gesorgt. Und zwar mit einem Respekt, der das Unterfangen sehr sympathisch und sinnvoll macht, zumal Relapse Records ganz genau wissen dürften, dass man bei einem derartigen Klassiker sehr behutsam vorgehen muss. Und genau das ist unter der Leitung von Jim Morris auch wunderbar gelungen, denn nun klingt der Mix viel ausgewogener, vielschichtiger und druckvoller, sodass „Human“ nur noch mehr an Wirkung gewinnt und mitzureißen weiß. Auf Songebene ist hingegen sowieso schon alles gesagt: Wer kennt nicht solche Überflieger wie den Opener „Flattening Of Emotions“, „Lack Of Comprehension“, das bissige „Suicide Machine“, das treibend-schnelle „Together As One“ oder auch das für damalige Verhältnisse sehr experimentelle und progressive Instrumental „Cosmic Sea“? Dies liegt vor allem daran, dass die komplett neu um Schuldiner gescharten Mitstreiter – Paul Masvidal und Sean Reinert von CYNIC sowie Steve DiGiorgio von SADUS – ihr Handwerk schon damals unglaublich gut verstanden und Schuldiner wiederum dazu beflügelten, noch etwas mehr über den musikalischen Tellerrand zu blicken, als es bereits auf „Spiritual Healing“ geschehen war und mit dem sehr vertrackt-technischen „Individual Thought Patterns“ sowie dem vergleichsweise ‚poppig-meliodiösen’ „Symbolic“ und dem wieder härteren „The Sound Of Perseverance“ stets konsequent weiterzuverfolgen. Auf „Human“ erfolgte im Vergleich zu den Frühwerken jedoch ein noch größerer Schritt nach vorne, was sich an der perfekten Balance von Melodie, Brutalität, abwechslungsreichem Songwriting und technischem Können zeigt. Somit kann vielleicht – vor allem für damalige Verhältnisse – vom wichtigsten Album in der Geschichte von DEATH gesprochen werden, das der Band neue Zuhörer bescherte und auch in Sachen Artwork aus der breiten Masse herausstach. Interessant ist in diesem Zusammenhang das umfangreiche Booklet der Wiederveröffentlichung, in dem nicht nur jede Menge altes Bildmaterial, sondern auch ausführliche Kommentare von Reinert, Masvidal und DiGiorgio sowie Jim Morris und Manager Eric Greif vertreten sind, die die Entstehungsgeschichte von „Human“ gut veranschaulichen. Hinzu kommen auch die Abbildungen der handschriftlichen Textentwürfe, die für zusätzliche Nähe sorgen und einem wieder einmal vor Augen führen, was für ein herber Verlust der Tod von Chuck Schuldiner vor inzwischen fast zehn [!] Jahren eigentlich für die Metal-Szene darstellt[e]. Auf dem zweiten Silberling sind dann, wie auch schon bei „The Sound Of Perseverance“, zahlreiche Bonus-Tracks vertreten, die allerdings nur für die Eingefleischten von Interesse sein dürften. So ist das komplette Album in einer reinen Instrumentalfassung enthalten, während es auch Alternativversionen von „See Through Dreams“ und „Cosmic Sea“ gibt. Hinzu kommen noch die Demo-Aufnahmen im Zuge der Vorproduktion: Diese sind sehr rudimentär und kantig, lassen aber durchaus erahnen, welches Potenzial „Human“ schon zum damaligen Zeitpunkt hatte – das dann auch voll ausgeschöpft werden sollte. Fazit: Wer noch keine Fassung von „Human“ im Schrank stehen haben sollte, sollte sich schleunigst die Wiederöffentlichung dieses überragenden Albums zulegen – allein schon, um ein maßgebliches Stück Death-Metal-Geschichte sein Eigen nennen zu können und sich mit einer der wichtigsten Bands aus diesem Genre auseinanderzusetzen. Wer „Human“ bereits in der Originalfassung besitzt, sollte sich trotzdem überlegen, ob sich eine Anschaffung aufgrund des deutlich besseren Mix und Klangs sowie der ausführlichen Liner Notes nicht dennoch lohnt – ich jedenfalls war mehr als positiv überrascht, ja begeistert von der 2011er-Fassung von „Human“, während das Bonus-Material schlichtweg Geschmackssache sein dürfte [übrigens ebenso wie die KISS-Coverversion „God Of Thunder“, die gut gemacht, aber auch nicht wirklich notwendig ist]. Und mal ganz ehrlich: Ein Album wie „Human“ kann man auch 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung eigentlich gar nicht oft genug hören, egal in welcher Fassung, denn diese Scheibe von DEATH ist ganz einfach zeitlos und verliert auch nach dem x-ten Durchlauf rein gar nichts von seiner Wirkung! | ||||||||||||||||||
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Durchschnittliche Leserwertung: 7.0 / 7 Punkten
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Kommentar von: Saschisch
Wertung: 7/7 | 30.07.2011 -- 15:17








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