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Cover von Decapitated -- Carnival Is Forever
Band: Decapitated Homepage Decapitated bei Facebook Metalnews nach 'Decapitated' durchsuchenDecapitated
Album:Carnival Is Forever
Genre:Death Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:15.07.11
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"Rückkehr aus der Versenkung"

Wer hätte gedacht, dass es nach dem tragischen Tod von Schlagzeuger Vitek und den schweren Verletzungen von Sänger Covan, der sich immer noch in Reha befindet, überhaupt ein neues Album von DECAPITATED geben würde? Dass Gitarrist Vogg als einzig verbliebenes Mitglied eine komplett neue Mannschaft um sich scharen, sich der großen Erwartungshaltung stellen, einen ganzen Batzen Konzerte sowie die neue, sehr ironisch betitelte Scheibe „Carnival Is Forever“ einspielen würde?

Eben – kaum jemand. Und doch haben die polnischen Deather nach einer extrem schwierigen Zeit ihr Motto „From Pain To Strength“ sprichwörtlich wahr gemacht und liefern nun den Nachfolger von „Organic Hallucinosis“ [2006] ab. Und DECAPITATED sind natürlich immer noch DECAPITATED, auch wenn sich die Band sowieso stets von Album zu Album weiterentwickelt hat und nicht auf der Stelle trat. So auch im Fall von „Carnival Is Forever“ geschehen, das sowohl durch messerscharfes Riffing, das neben zahlreichen Todesblei-Anteilen auch einige MESHUGGAH-, GOJIRA- und vor allem PANTERA-Querverweise enthält, als auch durch eine sehr organische, ja geradezu minimalistische Produktion abseits von modernem Firlefanz, Schnickschnack und Augenwischerei oftmals zu punkten weiß; so wurden beispielsweise lediglich zwei Gitarrenspuren aufgenommen. Dabei fügen sich die neuen Mitstreiter an Gesang, Bass und Schlagzeug durchweg prima ein und bringen eine eigene Note in den Sound von DECAPITATED ein, auch wenn Sänger Rafał trotz etlicher Stärken nicht ganz an seine Vorgänger heranzureichen vermag. Hinzu kommen dann solche wuchtigen Stücke wie das schneidende „United“, „Homo Sum“ oder auch das unkonventionelle, mit neun Minuten Spielzeit recht sperrige Titelstück, die zeigen, wie moderner Death Metal, der sich vor weiteren Einflüssen nicht verschließt, anno 2011 klingen kann. Logisch ist daher auch die Überlegung, zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte von DECAPITATED Akustikgitarren einzubauen, wie im Titelstück und im komplett akustischen gehaltenen, abschließenden Instrumental „Silence“ geschehen. Das mag anfänglich etwas befremdend wirken, unterstreicht jedoch auch den Mut von Vogg und Co., wiederum neue Wege zu gehen und Experimente nicht zu scheuen. Auf der anderen Seite – Hand aufs Herz – stehen trotz richtig starker Songs wie „Homo Sum“ oder auch „United“ dennoch keine Lieder mit wirklichem Ohrwurmpotenzial à la „Spheres Of Madness“ bzw. „The Empty Throne“ auf „Carnival Is Forever“, wobei „404“ insgesamt sogar ein bisschen fahrig wirkt.

Kurzum: „Carnival Is Forever“ ist unterm Strich eine mehr als würdige, mutige und spannende Rückkehr, nachdem die Zukunft von DECAPITATED mehr als ungewiss war. Anno 2011 zeigt sich eine gereifte Band, die konsequent ihren Stil weiterverfolgt, zwar nicht ganz an die Leistungen der vormaligen Mitstreiter herankommt und auch nicht die bisherigen Veröffentlichungen zu toppen vermag, aber dennoch unterm Strich qualitativ hochwertiges Material mit einer gelungenen Produktion, einem schlüssigen Konzept und einem unkonventionellen Artwork abliefert. Man darf gespannt sein, wie es mit DECAPITATED weiter geht, denn mit zunehmender Routine wird das neue Team um Vogg mit dem nächsten Album noch steigern und noch besser mit der hohen Erwartungshaltung umgehen können. Der erste Schritt hierzu ist jedenfalls trotz kleiner Durchhänger erfolgt – und im Vergleich zu solch einem Rohrkrepierer wie der neuen MORBID ANGEL-Scheibe ist „Carnival Is Forever“ ohnehin geradezu ein Lichtblick und ein frischer Wind in der Todesbleiszene!

Trackliste:
01. The Knife
02. United
03. Carnival Is Forever
04. Homo Sum
05. 404
06. A View From A Hole
07. Pest
08. Silence
Spielzeit: 00:42:31

Line-Up:
Rafał Piotrowski – Vocals
Waclaw ‚Vogg‘ Kieltyka – Guitar
Filip ‚Heinrich‘ Hałucha – Bass
Kerim ‚Krimh‘ Lechner – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
18.07.2011 | 12:08
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