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Cover von Decapitated -- Organic Hallucinosis
Band: Decapitated Homepage  Metalnews nach 'Decapitated' durchsuchenDecapitated
Album:Organic Hallucinosis
Genre:Death Metal
Label:Earache
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:13.02.06
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"Arschkalt und etwas tot"

Die Taschenrechner- und Geodreieckfraktion der Death Metal-Gemeinde ist mal wieder aufgerufen. Oder auch jene, welchen es nicht genug ist, wenn Takte krumm und Riffs konfuser nicht sein können. Also genau die Zielgruppe, die ein wohliges Nickerchen bei Berieselung von MESHUGGA lieben, oder niemals ohne NECROPHAGIST in die Sauna gehen.
Geeeenau!
DECAPITATED haben ihr neustes Präzisionsgeschoss abgefeuert. Im Ohr eingeschlagen, zerlegt es sich dort in sieben allerfieseste Nackenbrecher. Aber ok, das alles erwartet man von den polnischen Freaks ja auch.
"Organic Hallucinosis“ heißt deren fünfter Streich, und dieser setzt, so würde ich sagen, die Konsequenz der Vorgängeralben „Nihility“ ('02) und „Negation“ ('04) weitestgehend fort.
Auffallend genial ist diesmal der Sound gelungen. Besonders Sänger Covans starkes Organ kommt sehr gut zur Geltung. Auch wenn sich der Junge etwas nach VADERs-Peter anhört, passt seine dominante und doch stets „verständliche“ Stimme perfekt zum Gesamtbild.
DECAPITATED sind technischer Death Metal pur geworden und brauchen sich den Thron in diesem Genre mit nicht wirklich vielen Bands zu teilen. Das Album strahlt eine ungewöhnlich Kälte und Brachialität aus und dennoch ist es diesmal ein besonders schwer verdaulicher Hassbatzen geworden.
Es kommt ja nicht gerade selten vor, dass man für ein Album mehrere Durchgänge braucht um seine versteckte Schönheit zu entdecken, aber hiermit machen sie es einem wirklich besonders schwer.
"Organic Hallucinosis“ hat sich, so mein persönlicher Eindruck, am fiesen „kennste eins, kennste alle“- Virus infiziert. Die einzelnen Songs sind einfach derart riffgeschwängert, dass an einen gesunden Groove, oder gar an etwas, dass man „einem roten Faden“ in den Songs nennen könnte, kaum zu denken ist. Stakkato ohne Ende, wenn auch in einem wahnsinns Tempo gefrickelt, und ein Rhythmus aus Breaks, der hier und da durch Blasteinlagen zerteilt wird.
Aber nur kurz!
Das Ganze nimmt dem Leckerli leider ordentlich Butter vom Brot. Dabei hat jeder Song für sich absolut geile Passagen. Immer wieder sind Momente eingebaut, in denen die Jungs zeigen, dass sie durchaus ein Gespür für Atmosphäre besitzen. Aber eben diese wirken auf "Organic Hallucinosis“ teilweise wie Fremdkörper. Wie fast zwanghaft in ein bereits bestehendes Riffgewitter involviert um eben alles nötige an Abwechslung zusammen zu bekommen.
Also eines sei resümiert: Kritisiert man DECAPITATED, kritisiert man auf musikalisch höchstem Niveau. Denn dass die Jungs Ausnahmetalente sind, bewiesen sie bereits als Jungspunde mit Ihrem 2000er Debüt "Winds Of Creation“.
Der neuste Stoff will mir allerdings bei weitem nicht so leicht reingehen wie sämtliche Killeralben zuvor. Für DECAPITATED-eigene Maßstäbe also nur Daumen auf die Mitte!

Trackliste:
1. A Poem About An Old Man
2. Day 69
3. Revelation Of Existence (The Trip)
4. Post (?) Organic
5. Visual Delusion
6. Flash-B(l)ack
7. Invisible Control


Christian Treude [Trey]
10.05.2006 | 20:18
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