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"Das probateste Mittel für den Weltfrieden" | ||||||||||||||||||
| Zum Abschluss des Vier-Alben-Zyklus des DEVIN TOWNSEND PROJECT erscheint zeitgleich mit seinem rasanten und positiv bekloppten Quasi-Vorgänger „Deconstruction“ das wunderschöne und einfühlsame Ambient-Album „Ghost“ und zeigt eine weitere, faszinierende Facette eines der visionärsten und großartigsten Musikers unserer Zeit. Wo „Ki“ zwar ruhig, aber dennoch ziemlich komplex war, „Addicted“ deutlich zugänglicher ausfiel und die großen Melodien im [sprichwörtlichen] Dutzend hervorbrachte und „Deconstruction“ den verrückten Trip auf der Abrissbirne darstellte, ist „Ghost“ im Grunde genommen nur eines: Wohlklang in Reinkultur. Der perfekte Soundtrack für ein ausgiebiges und entspannendes Bad oder für Tagträumereien in einer sonnendurchfluteten Blumenwiese. Hier gibt es keine brachialen Klangwände, kein hohes Tempo, nichts, was einen irgendwie aus der Ruhe bringen könnte. Nur Sanftmut, zart gezupfte akustische Gitarren, unendlich schöne Flötenmelodien und nahezu gehauchte Gesangslinien, zusammengefügt zu 72 Minuten hinreißend schöner Musik zwischen Folk und Ambient, die ein atmosphärisch ungeheuer dichtes Werk ergibt, dass seinesgleichen sucht. Trotz der langen Spielzeit und der Tatsache, dass hier nicht wirklich viel passiert, wird es zu keiner Sekunde langweilig und die Stimmung ist so flauschig und friedfertig, dass man nach dem Genuss von „Ghost“ eigentlich nur noch jeden Menschen umarmen möchte, der einem über den Weg läuft. Zahmer war Townsend nie und wird er vermutlich auch künftig nicht mehr sein. Sucht man händeringend nach Vergleichen in Townsends bisherigem Oeuvre, kann man die neuen Stücke vielleicht mit den ruhigen, sphärischen Momenten auf „Terria“ gleichsetzen, nur eben in einer ganz anderen Konsequenz. „Ghost“ ist ein Album, das einen mit einem großartigen Gefühl entlässt. Würde es nicht etwas negativ behaftet klingen, könnte man von einer „Wohlfühlplatte“ sprechen. Natürlich kann man auch nicht leugnen, dass sich hier und da ein gewisses ENYA-Feeling einstellt und wenn man denn unbedingt nach einem Kritikpunkt sucht, kann man auch sagen, dass die Scheibe nicht sehr abwechslungsreich ist [man hat fast den Eindruck, es handele sich um einen einzigen langen Song] und auch nicht wirklich übermäßig viel hängen bleibt. Dennoch lässt das Album eigentlich kein negatives Wort zu, birgt es doch soviel Schönheit, Anmut und pure Freude in sich, dass es das derzeit probateste Mittel für den Weltfrieden zu sein scheint. Und auch wenn es langweilig und einfallslos erscheint, zum dritten Mal in Folge die gleiche Note zu geben, komme ich nicht umhin, erneut sechs dicke Punkte für das DEVIN TOWNSEND PROJECT zu zücken. Vier völlig unterschiedliche Alben, aber immer zu 100% Devin Townsend! Einfach ein großartiger und bewundernswerter Künstler! | ||||||||||||||||||
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