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"Es ist [leider] nicht alles Gold, was glänzt"
Cover von Diagonal -- The Second Mechanism
Band: Diagonal Homepage Diagonal bei Facebook Metalnews nach 'Diagonal' durchsuchenDiagonal
Album:The Second Mechanism
Genre:Prog Rock
Label:Rise Above Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:02.11.12
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"Kunterbuntes Prog Jazz-Schmankerl"

Selten hat es einem eine Band so leicht gemacht, ihre musikalische Ausrichtung korrekt einordnen zu können, wie die Briten von DIAGONAL, die – wer hätte das gedacht – keinen straighten Rock spielen, sondern eher auf schräge, progressive Töne abfahren. Bereits mit ihrem selbstbetitelten 2008er-Debüt konnte die Formation speziell in ihrer Heimat einiges an Lorbeeren einfahren, durchlebte im Anschluss daran – aufgrund diverser personeller Wechsel nahm man sich zwischenzeitlich eine Auszeit – allerdings auch eine schwierige Zeit. Nun aber melden sie sich mit ihrem zweiten Album „The Second Mechanism“ eindrucksvoll zurück.

Wie einige andere vor ihnen auch orientieren sich DIAGONAL an der absoluten Blütezeit des Prog-Genres, sprich: den 70er Jahren. Komplexität in den Kompositionen und Virtuosität an den Instrumenten haben hier oberste Priorität, trotzdem sind die [größtenteils instrumentalen] Stücke – zumindest für einigermaßen kundige Hörer - jederzeit schlüssig und lassen einen von der ersten Sekunde an selig lächeln. Natürlich gab und gibt es aber auch innerhalb der Prog-Szene immer gewisse Unterschiede zwischen einzelnen Bands, DIAGONAL schielen dabei eher auf die Jazz Rock und Canterbury-Ecke und sind in puncto Sound in der Nähe von Bands wie CAMEL, GENTLE GIANT, den frühen ELOY oder auch dem MAHAVISHNU ORCHESTRA zu verorten. „Schräge“, ständig wechselnde Takte zählen hier selbstverständlich genau so zum guten Ton, wie extrem komplexe, aber enorm faszinierende und atemberaubende Saxofon-, Gitarren und Keyboardsoli. Faszinierend ist dabei vor allen Dingen, wie DIAGONAL es schaffen, einen mit dem Album im Hier und Jetzt abzuholen, nur um einen dann in Sekundenschnelle in eine Zeitmaschine hineinzuziehen und in das goldene Prog-Zeitalter mitzunehmen. Jedes Instrument, jeder Ton, ja, der komplette Sound des Albums ist so herrlich authentisch, dass man sich fühlt, als hätte man es hier tatsächlich mit einem übersehenen Album von vor vierzig Jahren zu tun. Einfach großartig!

Es fällt schwer, einzelne Anspieltipps aus einem so homogenen und schön fließenden Album wie es „The Second Mechanism“ ist, hervorzuheben. Trotzdem sticht das Eröffnungsdoppel, bestehend aus „Voyage / Paralysis“ und „These Yellow Sands“ etwas aus diesem kunterbunten Prog Jazz-Album heraus, mit dem DIAGONAL zum Jahresende hin noch mal ein absolutes Schmankerl gelingt. Fans der genannten Referenzbands dürfen sich das auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Trackliste:
01. Voyage / Paralysis
02. These Yellow Sands
03. Mitochondria
04. Hulks
05. Capsizing
Spielzeit: 00:43:40

Timo Beisel [kaamos]
04.11.2012 | 20:05
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