.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Mehr aus den Genres
CD Review: Ereb Altor - The End

Ereb Altor
The End


Doom Metal, Viking Metal
6 von 7 Punkten
"Innovative Fortsetzung, statt plumpe Kopie!"
CD Review: Raventale - Morbid Aspirations

Raventale
Morbid Aspirations


Black Metal
5 von 7 Punkten
"Perle"
CD Review: Dantalion - When Ravens Fly Over Me

Dantalion
When Ravens Fly Over Me


Black Metal
4 von 7 Punkten
"Ausbaufähig"
CD Review: Thränenkind - The Elk

Thränenkind
The Elk


Black Metal, Post Hardcore, Post Rock
5 von 7 Punkten
"Emotionale Reise mit kleinen Stolpersteinen"
CD Review: Kult - Winds Of War

Kult
Winds Of War


Black Metal
2.5 von 7 Punkten
"Laues Lüftlein"
CD Review: Evil Invaders - In For The Kill [EP]

Evil Invaders
In For The Kill [EP]


Heavy Metal, Melodic Speed Metal
5.5 von 7 Punkten
"Appetit aufs nächste Album"
CD Review: Crobot - Welcome To Fat City

Crobot
Welcome To Fat City


Stoner Rock
7 von 7 Punkten
"Klassischer Vintage Rock"
CD Review: Insanity Alert - Moshburger

Insanity Alert
Moshburger


Thrash Metal
5.5 von 7 Punkten
"Lang lebe S.O.D."
CD Review: Hansen & Friends - XXX - Three Decades in Metal

Hansen & Friends
XXX - Three Decades in Metal


Heavy Metal
5.5 von 7 Punkten
"XXX-Man Hansen und seine Freunde"
CD Review: Jeff Angell's Staticland - Jeff Angell's Staticland

Jeff Angell's Staticland
Jeff Angell's Staticland


Blues / Bluesrock, Classic Rock, Retro Rock
5 von 7 Punkten
"Ein vielversprechender Verfechter des Classic Rock"
Cover von Dictator -- Dysangelist
Band: Dictator bei Facebook Metalnews nach 'Dictator' durchsuchenDictator
Album:Dysangelist
Genre:Black Metal, Doom Metal
Label:Sérpéné Héli Music
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:27.10.08
Share:

"Der Soundtrack zur Selbstaufgabe"

Aus einem seit 1974 politisch geteilten Land melden sich die nahezu unbekannten DICTATOR, deren einziges Band-Mitglied mittlerweile sein Heimatland satt hat und ausgewandert ist. Ob es vielleicht daran lag, dass die Arbeiten zu "Dysangelist" enorm anstregend gewesen sein müssen? Jedenfalls klingt das in seiner Form sicherlich beispiellose Debüt so, als ob der Mann hinter dem Projekt nach mehr als nur einem bloßen Ventil für seine Gemütszustände gesucht hat.

So etwas wie einen "schnellen Einstieg" gibt es bei vier Stücken, die durchschnittlich zwanzig Minuten dauern, nur auf dem Papier. Viel mehr sinkt man ein und harrt der Klänge, die da kommen mögen. Zähflüssigste Funeral-Doom-Lava mit einem schön schwarzen, depressiven Anstrich fließt [am besten] aus den Kopfhörern, welche entfernt an spätere NORTT, DISEMBOWELMENTs "Transcendence Into The Peripheral", "Into Darkness" von WINTER oder an all die "musikalischen" Machenschaften von Pseudo-Selbstmördern erinnern, wenn letztere denn nur die Ideen hätten, um Songs solcher Länge auch ansprechend zu gestalten. Im langsamsten Kriech-Tempo läuft das Geschehen in fast schon surreal deprimierenden Dimensionen ab, dass es einem das Herz zerreißt, wenn diese alles zerschmetternden Melodien auf einen einschlagen und jede andere Scheibe vergessen lassen. Was für das von so genannter Professionalität gebeutelte Ohr als "kakophonisch" gelten mag, klingt hier genau richtig. Das Damokles-Schwert in Form der Megatonnen wiegenden Klavier-Begleitung hängt über jedem Schritt des Protagonisten; in jedem Stück trifft es ihn immer dann, wenn er zum Finale ausholt und es die Brustmitte treffen lässt. Jeder Aufschrei erschüttert das Mark, insbesondere weil solche Authenzität, vor allem aber so viel Hingabe im Black-Metal-Bereich keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Was allerdings noch viel erstaunlicher sein dürfte: Alle vier Epen hier basieren auf demselben Grundrezept, derselben zermürbenden Atmosphäre sowie ungefähr denselben Aufbauten, werden aber dennoch nie langweilig. Auf wie viele verschiedene Art und Weisen monoton dahin rollende Musik noch begeistern kann, zeigt jedes Stück für sich. "Sanctus" zerstört einen ganz anders als zum Beispiel "Phantom Cenotaphium", auch wenn sie rein oberflächlich sehr viel gemeinsam haben. Die Songs verhalten sich zueinander eher wie vier Brüder, welche einzeln zwar unglaublich massiv wirken, aber erst im Kollektiv die wahre Apokalypse vom Zaun lassen. Unterschiede in Sachen Qualität sind auf so einem hohen Niveau daher praktisch nicht mehr auszumachen.

Davon abgesehen wundert es mich jedoch keineswegs, warum "Dysangelist" auf einem Label veröffentlicht worden ist, das vor kurzem schon wieder dicht gemacht hat: Diesem Monstrum widerstrebt es einfach, bloße "Hörer" oder "Fans" zu finden und versperrt diesen Leuten mit seiner unendlichen Düsternis, epischen Spielzeiten sowie dem absolut kompromisslosen Geschleiche den Zugang zu seinem Inhalt. Und gerade wegen dieser Eigenschaft lege ich dieses Album gerne noch hunderte Male auf.

Trackliste:
01 - Dysangelist
02 - Sanctus
03 - Monolithos
04 - Phantom Cenotaphium
Spielzeit: 01:14:49

Line-Up:
Dictator - Gesang, Gitarren, Schlagzeug, Synthetik
Michael Bambas [Micha]
22.12.2009 | 11:24
Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin