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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Die Vorboten -- Aufschrei
Band: Die Vorboten Homepage Die Vorboten bei Facebook Metalnews nach 'Die Vorboten' durchsuchenDie Vorboten
Album:Aufschrei
Genre:Heavy Metal
Label:Sonic Attack
Bewertung:2.5 von 7
Releasedatum:20.05.11
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"Wenigstens ist das Cover schön bunt!"

2009 haben sich DIE VORBOTEN gegründet und nachdem sie innerhalb der letzten zehn Monate bereits zwei EPs veröffentlicht haben, legen sie nun ihr Langspieldebüt namens „Aufschrei“ vor. Zur allgemeinen Verwirrung versehen sie ihre Musik selbst mit dem irreführenden Etikett „Kraut Metal“. Um eine härtere Variante des Kraut Rock – wie anzunehmen wäre - handelt es sich aber gewiss nicht, wenngleich der Grundgedanke der Stil-Benennung der gleiche ist. Wo damals in den 70er-Jahren vielen innovativen deutschen Rockbands in Ermangelung einer eindeutigen Zuordenbarkeit jener Stempel aufgedrückt wurde, obwohl sie soundmäßig oftmals um Welten auseinander lagen, verwenden auch DIE VORBOTEN jenen Zusatz nur, um scherzhaft auf ihre deutsche Herkunft zu verweisen.

Betrachtet man sich zum ersten Mal die Trackliste, wird man dann zunächst etwas stutzig. Mit Songtiteln wie „Das Volk“, „Vaterland“, „Extreme“, „Hauptstadt“ oder „Hass“ läuft man nämlich auch schnell mal Gefahr, in der öffentlichen Wahrnehmung als politisch zwielichtige Band zu gelten. Zwar bestätigt sich diese anfängliche Befürchtung glücklicherweise nicht, trotzdem sollten DIE VORBOTEN ihre Songtitel künftig vielleicht mit etwas mehr Bedacht wählen, wenn sie solchen Assoziationen von vornherein aus dem Weg gehen wollen. Musikalisch bedienen sich die fünf Herren so ziemlich bei jeder Band, die in den letzten Jahren im deutschsprachigen Metal relevant war. Man hört RAMMSTEIN-mäßige Stakkato-Gitarren, Experimentelles, wie es von KNORKATOR stammen könnte und auch in der Art, wie Sänger Karsten Palitschka seine Texte vorträgt, kommen einem die Berliner, aber auch SUBWAY TO SALLY schon mal in den Sinn. Das Gesamtbild, was sich daraus ergibt, ruft einem dann tatsächlich noch DIE APOKALYPTISCHEN REITER in den Sinn. So ist es fast schon bemerkenswert, dass es immer wieder Momente gibt, in denen DIE VORBOTEN tatsächlich auch recht eigenständig klingen. Das wiederum vermag in keinster Weise aufzuwiegen, was sie einem hier an Songs anbieten. Wollte man es positiv ausdrücken, könnte man sagen, dass es hin und wieder interessant klingt, die Worte „gut“ oder „toll“ kommen einem bei „Aufschrei“ aber gewiss nicht in den Sinn. „Albern“ - ja, textlich wie musikalisch. Aber wer hört sich schon freiwillig eine Platte an, die albern erscheint? Eben.

Ansatzweise eigenständig, aber zumeist nur auf der Suche nach der eigenen Identität, so präsentieren sich DIE VORBOTEN auf ihrem Debüt. Wenn sie sich auf ihren kommenden Veröffentlichungen etwas mehr dem experimentellen Element widmen, könnte hieraus vielleicht noch was werden, „Aufschrei“ reißt aber noch nicht viel. Wenigstens ist das Cover schön bunt! Ihre selbst auserkorene Schublade sollten sie übrigens auch nochmal hinterfragen, denn das Album schreit sein eigentliches Genre in nahezu jeder Sekunde laut heraus: das hier ist Kasper Metal!

Trackliste:
01. Das Volk
02. Vaterland
03. Extreme
04. Hauptstadt
05. Schmiede, Schmiede!
06. Schreit!
07. Der Weg
08. Dein Herz
09. Freigeist
10. Krautsinfonie Op. 1
11. Hass
Spielzeit: 00:41:30

Line-Up:
Karsten Palitschka - Vocals, Guitars
Philipp Krätzer - Keyboards
Thomas Mende - Guitars
Stephan Schuster - Bass
Florian Herrmann - Drums
Timo Beisel [kaamos]
13.05.2011 | 22:44
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