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Band: Dimmu Borgir Homepage Dimmu Borgir bei Facebook Metalnews nach 'Dimmu Borgir' durchsuchenDimmu Borgir
Album:Abrahadabra
Genre:Black/Death Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:24.09.10
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"Opulent, mächtig, zwiespältig!"

Da ist sie also. Die Scheibe, nach der sich viele in den vergangenen Monaten bereits die Finger geleckt haben: „Abrahadabra“ - das neue Werk von einer der absoluten Genregrößen überhaupt, DIMMU BORGIR. Ganze drei Jahre haben sich die Norweger für den Nachfolger zum 2007er „In Sorte Diaboli“ Zeit gelassen. Nach vielen herausragenden und teils genreprägenden Alben ist klar, dass die Erwartungshaltung an das neunte Studioalbum von Shagrath & Co immens hoch ist. Wurde „In Sorte Diaboli“ gespalten aufgenommen, so überzeugte es jedoch letztlich auf weiter Flur. Ob DIMMU BORGIR mit „Abrahadabra“ ihren [selbst erarbeiteten und gesetzten] Standard derart hoch halten können, ist daher natürlich fraglich. Und so sei auch nochmals erwähnt, dass es im Vorfeld des Albums bedeutende Besetzungswechsel gab [Bassist und Sänger ICS Vortex und Tastenmeister Mustis verließen vor wenigen Monaten die Band]. Ob das von den übrigen drei Bandmitgliedern Shagrath [Vocals, Keyboards], Silenoz [Rhythm Guitar] und Galder [Lead Guitar] erstmalig selbstständig produzierte „Abrahadabra“ trotz aller Erwartungen und Schwierigkeiten dennoch ein erneutes Meisterwerk darstellt? So viel zu aufzuwerfenden Fragen, genug der Vorrede, Vorhang auf für „Abrahadabra“.

Das Album startet in schon gewohnter Weise mit einem orchestralen Intro [„Xibir“], wobei erwähnt sei, dass die Orchesterparts auf „Abrahadabra“ nicht wie sonst aus der Retorte kommen, sondern von dem NORWEGIAN RADIO ORCHESTER live eingespielt wurden. Allein das lässt erkennen, dass DIMMU BORGIR weder Kosten noch Mühen gescheut haben. Sodann knallt „Born Trecherous“ aus den Boxen, ein Track, der unnachahmlich vereint, was DIMMU BORGIR auszeichnet: Schneidende Riffs, Double-Bass-/Blastbeat-Attacken und immer wieder thront über den verschiedenen Parts das bedrohlich klingende und opulente Orchester. Im Refrain erklingt dann auch erstmalig der SCHOLA CANTORUM CHOIR [Chor der Universität von Oslo], der dem Song und den Arrangements nochmals mehr Wucht und Gesamtgröße verleiht. Beeindruckend harmonieren diese verschiedenen Elemente gegen Ende des Songs [3:10 Min.], wo es zum Schlagabtausch zwischen Gitarren und Orchester kommt. Allein „Born Trecherous“ lebt von seiner Abwechslung, verschiedenen Tempi und vor allem von den Variationen in der Dynamik. Das alles vermag zu überzeugen, aber: so kennt man es auch bereits von DIMMU BORGIR. In den folgenden Songs wird deutlich, dass die Orchesteranteile eher noch zugenommen haben. Das hebt zwar die düstere Stimmung und sorgt für viele interessante Details, allerdings geht dadurch auch ein Großteil an Härte verloren, zumal man vom Bass nur noch wenig hört und die Bass-Drum leider auch nicht so durchdringend rattert wie auf den Vorgängern. Zwar schalten DIMMU BORGIR immer mal wieder auf ihre heftigen Seiten um, aber manchmal bekommt man den Eindruck, als verirrten sich die Norweger in ihrer eigenen Opulenz. Und auch wenn Songs wie „Renewal“ oder „A Jewel Traced Through Coal“ bretthart starten und die wirklich finstere Seite der Burg erkennen lassen, so sind manche Riffs oft sehr verspielt oder fast rocklastig [wie das selbstbetitelte „Dimmu Borgir“, das jedoch gegen Ende wieder die harte Kante der Band erkennen lässt]. Dennoch muss gesagt werden, dass DIMMU BORGIR auf hohem Niveau spielen und „Abrahadabra“ an Arrangement und Größe sicher nicht leicht zu übertreffen wäre. Aber es dreht sich hier auch nicht um irgendeine Band, sondern um DIMMU BORGIR. Bitterlich vermisst wird leider auch tatsächlich der am Anfang verschmähte und schließlich zum unverwechselbaren Trademark gewordene ICS Vortex und seine Ausnahmestimme. Leider merkt man manchmal erst, was gut war, wenn es nicht mehr vorhanden ist und leider haben DIMMU BORGIR den schweren Fehler gemacht, die cleanen Gesangspassagen nicht einfach gänzlich wegzulassen, sondern es wurde versucht, diese anderweitig zu ersetzen. So hört man des öfteren cleane Gesangsvariationen [zum Großteil von Session-Mitglied Snowy Show], die nicht mal ansatzweise die Qualität von ICS Vortex haben. Ganz besonders wird dies bei Songs wie „Endings And Continuations“ oder der ersten Single „Gateways“ deutlich [bei dem sich DJERV-Frontfrau Agnete Kjolsrud im Ton vergreift]. Vieles erscheint also auch bei mehrmaligem Hören leider als negativ, allerdings sei nicht zu vergessen, dass DIMMU BORGIR sich hier an ihrem bereits erwähnten, hohen Qualitätsmaßstab messen lassen müssen und man ist wirklich gespalten zwischen lästigen neuen Anteilen und den gewohnten Sound der Band.

„Abrahadabra“ [welches übrigens mit der Tradition bricht, dass Albentitel der Band aus drei Worten bestehen] ist dennoch auch in Anbetracht dieser negativen Aspekte ein wirklich interessantes und vielfältiges Album, welches den geneigten Fan sicherlich zu überzeugen vermag. Alle Trademarks der Band sind erneut vertreten [mit Abzug von ICS Vortex] und es ist ganz klar, dass das Album seinesgleichen sucht. Dass DIMMU BORGIR nicht erst seit gestern zum Mainstream aus dem Black-Metal-Genre gehören, ist nichts Neues und traditionelle Schwarz[an]maler werden sich eh angewidert abwenden. Dem Fan der Band sowie Menschen mit offenen Ohren für neue Aspekte und orchestrale Arrangements sei das Album hingegen ans kalte Herz gelegt, auch wenn „Abrahadabra“ aus subjektiver Sicht nicht mit seinen Vorgängern mithalten kann. Hoffen wir also auf die nächsten drei Jahre in der Entwicklung der Band und darauf, dass sich DIMMU BORGIR mit Studioalbum Nummer zehn nochmal selbst übertreffen. Die Zeit bis dahin lässt sich mit „Abrahadabra“ sicherlich gut überbrücken.


Kommentare aus der Redaktion:

[3,5/7 Punkte, Patrick "Border" Franken]

Nachdem „In Sorte Diaboli“ schon ein gelecktes und perfekt poliertes Meisterstück der Produktion war – der Eine mag es abgefeiert, der Nächste verflucht haben – habe ich mich ehrlich gesagt auf „Abrahadabra“ gefreut. Schnell war die Euphorie allerdings dahin, als ich „Gateways“, den ersten Vorgucker in Edit-Version bei iTunes ludt. Auch der zweite Song, den man der Meute vorwarf, „Born Treacherous“, konnte keine emotionalen Höhenflüge in mir hervor rufen. Tja, nun ist das Album einige Male durchgelaufen und ich muss meine Enttäuschung akzeptieren. Zwar gibt man sich hörbar Mühe, hat einen immensen Aufwand in die Bewerkstelligung der orchestralen Arrangements gesteckt und auch aus Produktionssicht ist „Abrahadabra“ mal wieder am fragwürdigen Puls der Zeit, aber hinter der Fassade bleibt nichts, außer ein immer gleiches Muster in der Herangehensweise von Song zu Song. Die Scheibe ist regelrecht langweilig, sobald man sie nur wenige Male gehört hat, das Muster einfach viel zu vorhersehbar. Schwerlich vermisst – wer hätte das vor einigen Jahren noch gedacht – wird ICS Vortex, der seine unvergleichliche Klarstimme beisteuerte. Stattdessen gibt’s hier und da eine ekelhaft „zueffektierte“ Sängerin, die wie ein rostiger Rasenmäher klingt. Nein, „Abrahadabra“ ist für mich alles andere als der große Wurf.


[4,5/7 Punkte, Thomas "Shub" Kleinertz]

Tjoa, die neue DIMMU ist Hollywood-Symphonic-Black Metal, anders kann man es nicht sagen. Keine Ecken, keine Kanten, einfache Kost für jedermann und trotzdem aufwendig, facettenreich und mit sehr hohem Perfektionsgrad eingetütet. Das Ding kann einen in einem Moment gut unterhalten und im anderen stinklangweilig sein.


Trackliste:
01. Xibir 2:50
02. Born Treacherous 5:02
03. Gateways 5:10
04. Chess With The Abyss 4:08
05. Dimmu Borgir 5:35
06. Ritualist 5:13
07. The Demiurge Molecule 5:29
08. A Jewel Traced Through Coal 5:16
09. Renewal 4:11
10. Endings And Continuations 5:58
Spielzeit: 00:48:52

Line-Up:
Shagrath - Vocals, Keyboard
Erkekjetter Silenoz - Gitarre
Galder - Gitarre
Andy W. [trapjaw]
24.09.2010 | 22:25
Kommentare
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