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Album:1556
Genre:Ambient, Black Metal, Grindcore
Label:Eaten Alive Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:12.04.11
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"Hammer von Down Under, Teil 3"

Spätestens in jenem Zeitpunkt, in dem man den wütenden Schlag des Schlagzeugers sehnsüchtiger als den nächsten Atemzug erwartet, verliert nicht nur alles andere seine Bedeutung, sondern erhebt das jeweilige Stück oder Album, auf dem sich dieser Kracher befindet, zur absoluten Lebensmaxime. Der donnernde Eifer von bis in die letzten Blutkörperchen motivierten Bands kann bei Außenstehenden eine euphorische, wenn nicht sogar aphrodisierende Wirkung erzielen; eine fünfköpfige Armada namens DINING IN TUSCANY stellt diese These höchst beeindruckend unter Beweis.

Wie aufgescheuchte Hornissen rasen die Australier durch ein eng gespanntes Stil-Netz, dessen moderne, aber keineswegs seelenlosen Materialien aus den besseren Grindcore- und Black-Metal-Häusern stammt, wobei auch ausladende Ambient-Ummantelungen dieses 34minütige Monster ausgestalten. Dramatisch aufheulende Riffs münden in hochkonzentrierten Prügel-Breakdowns und Vollgas-Abschnitte, in denen die Mannschaft stets am Limit und doch so selbstverständlich wie eine geölte Maschine zu Werke geht. Dabei kommen melodische sowie absolut fiese Schweden-Momente [Titelstück] ebenso dominant zur Geltung wie das hysterische Gehacke, in dem jedes Detail dank der glasklaren, differenzierten Produktion auf der Oberfläche schwimmt. Stück Nummer Vier, "Paradin", greift dieses wundersame Zusammenwirken aller Kräfte anhand eines sich stetig aufbauenden sowie gegen Ende total ausrastenden Ablaufes auf, während das über siebenminütige "Broyer Du Noir" hochstechenden Schwarzmetall in Perfektion zelebriert.

Doch will ich an dieser Stelle keine konkreten Anspieltipps nennen, da die einzelnen Beiträge durch die Bank ziemlich geil sind. "1556" ist ein frisches, ja originelles Album, das selbst nach Monaten [beziehungsweise in unserem Fall eher Jahren] ausgiebigen Konsums nichts von seiner ursprünglichen Faszination abgelegt hat. Einzig der käufliche Erwerb dürfte noch ein wenig zu denken geben: 25 AUD - also immerhin rund 20 Euro - inklusive Versand dürften nicht jedem so locker zu entnehmen sein. Doch wenn man erst einmal in die Platte hineingehört hat, müssen sich viele andere vergleichbare Truppen mit einer niedrigeren Position auf der persönlichen Einkaufsliste zufrieden geben.

Trackliste:
01 - Lord Beethoven’s Diamond Church Of Worm
02 - Andrea
03 - 1556
04 - Paradin
05 - Gold Plates Black Discs
06 - Broyer Du Noir
Spielzeit: 00:34:02

Line-Up:
Barton Ware - Gesang
Tim Nash - Gitarre
Brett Frizelle - Gitarre
Michael Hutchinson - Bass
Tyson Hatton - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
18.03.2012 | 12:18
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