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Cover von Disillusion -- Three Neuron Kings / The Porter
Band: Disillusion Homepage  Metalnews nach 'Disillusion' durchsuchenDisillusion
Album:Three Neuron Kings / The Porter
Genre:Melodic Death Metal
Bewertung:6 von 7
2001 / 5. August 2002
CD kaufen:'Disillusion - Three Neuron Kings / The Porter' bei amazon.de kaufen
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Disillusion aus Leipzig könnten schon bald mit ihrem hochklassigen Mix aus melodischem Progressiv-Death und erdigem Thrashmetal, verpackt in einem literarisch anspruchsvollen, textlichen Konzept, die gesamte Metalszene auf den Kopf stellen. Wenn es der Band gelingen sollte, vorhandene musikalische Stärken zu bündeln und weiter auszuarbeiten, dürften einige Szenegrößen bald ganz kalte Füße bekommen.

Um einen kompletteren Eindruck über das Schaffen der Band bieten zu können, als es die Besprechung der Single alleine vermögen könnte, habe ich die bereits ein Jahr früher erschienene MCD hinzugezogen – schon um die Entwicklung der Band anhand eines direkten Vergleichs unter die Lupe nehmen zu können.

.:Three Neuron Kings

Die vier Songs auf dieser MCD zeichnen sich durch ein hohes Maß an musikalischer Finesse sowie einem ausgeprägten Gespür für progressives Songwriting aus. Auf der Basis melodischen Deathmetals wird hier ein Eisen geschmiedet, daß mit vielfältigsten Songmomenten, überraschend facettenreichem Gesang und verspielten Ideen nur so gespickt ist.Vergleiche mit anderen Bands will ich hier mal erst gar nicht anstellen, da ich zum einen damit nur akute Einfallslosigkeit unter Beweis stellen und zum anderen die Musik von Disillusion nur sehr vage beschreiben würde. Stattdessen werde ich näher auf die einzelnen Songs und ihre besonderen Merkmale eingehen.

Der Opener „In Vengeful Embrace“ wartet trotz der in erster Linie temporeichen Ausrichtung mit einigen Überraschungen auf, als Beispiel sei hier nur der balladeske Mittelteil genannt, der schon fast so etwas wie Lagerfeuerromantik aufkommen läßt. Auffällig ist hier bereits die differenzierte Betonung der gesungenen Worte, die dem Ganzen einen leicht intellektuellen Anstrich verpaßt und sich somit wohltuend aus dem bekannten Brei der „Ich sing jetzt mal clean.“ – Fraktion abhebt.

Mit „Expired“ präsentiert sich meiner Meinung nach das eindeutige Highlight der Scheibe als zweiter Song. Der Vocalist wechselt hier die Tonlage so fließend von eindringlichem Flüstern zu heiserem Brüllen daß es eine wahre Freude ist. Auch hier fällt wieder die eigenwillige Art der Betonug auf, die in Verbindung mit den geflüsterten Lyrics des Titels eine fesselnde Atmosphäre erzeugt. Ein Song der einen sofort in seinen Bann zieht und so schnell nicht wieder losläßt!

Technisch vertrackt kommt der lange Weg hinunter ins Paradis „The Long Way Down To Eden“ daher und daneben wird melodiös so gelungen gezaubert, daß sogar abgebrühte NWOMSD Fans den Mund nicht mehr zukriegen sollten.

Der Titeltrack „Three Neuron Kings“ wird mit akustischem Gitarrenspiel eingeleitet und wandelt sich vom modernem Minnegesang zum technisch-progressiven Death-Monster. Und zurrück. Auch in diesem Stück wird wieder viel experimentiert und erforscht; eine musikalische Reise die der Hörer nur zu gerne mitverfolgt.

Insgesamt handelt es sich bei dieser MCD um ein hochkarätiges Underground-Juwel, daß intensive Musikliebhaber dazu bringt es bis zum Abwinken in ihren CD-Playern zu Tode rotieren zu lassen. Daß man hier und da an verschiedene Einflüsse der Band erinnert wird, tut der vorhandenen Originalität keinen wirklichen Abbruch, denn statt dreist und plump fremde Ideen zu kopieren, warten die drei Buben mit ausschließlich frischen, eigenständigen Songstrukturen auf und machen Three Neuron Kings zu einem echten Hörgenuß, den sich kein Metalfan entgehen lassen sollte.

.:The Porter

Die Anfangsriffs des Titelstücks erwecken bei mir ein leichtes Unbehagen. Musikalisch wie produktionstechnisch gibt es nichts auszusetzen, allerdings klingt der Startschuß dieser Single wie ein geschicktes Zitat des momentan schwer angesagten Soilwork - Sounds. Der weitere Verlauf des Songs kann diesen Beigeschmack auch nur bedingt wegwischen, man wird zwar instrumental wie gesangstechnisch wirklich gut bedient, der Schatten einer Trendhopperei schwebt aber wie ein Damokles-Schwert über dem Song, wenn er auch weitgehend im Hintergrund bleibt. Die atmosphärische Betonung scheint ebenso verschwunden wie die subtil-verspielten Momente im Gesamtsound. Auffällig ist auch daß, trotz einiger Tempowechsel, die Progression im Vergleich zu „Three Neuron Kings“ einen Schritt zurrück genommen wurde, was ich persönlich als sehr schade empfinde, da es ohnehin schon mehr als genug „normale“ Melodic Death Bands gibt und eine Entwicklung der Band in diese Richtung das „gewisse Etwas“ aus der Musik von Disillusion reißen würde. Sonst ein echt starker Song, aber von dieser Band erwarte ich einfach mehr.

Der zweite Track kann hingegen wieder versöhnen. Knackiges, vertracktes Riffing, hypnotische Melodien und auch wieder vereinzelt dieses verspielte Element daß man beim ersten Song so schmerzlich missen mußte. Im letzten Drittel des Stückes verstimmen plötzlich die Bratgitarren und ein zartes Pianospiel schwebt, begleitet von akkustischem Gitarrenspiel, im Raum und wird schließlich von einem verträumten Leadsolo abgelöst. Viel feinfühliger kann man ein Zwischenspiel in einem Deathmetal Song wirklich nicht mehr gestalten. Als Fingerzeig für die musikalische Zukunft von Disillusion auf jeden Fall um einiges wünschenswerter als das vorherige Stück.

Zusammengefaßt kann gesagt werden, daß sich die MCD in punkto Stilvielfalt, Orginalität und Progression auffällig von der Single abhebt, die widerum mit der besseren Produktion und straighterem Sound aufwartet. Fette 6 von 7 Punkten soweit, schon allein deshalb weil ich glaube (hoffe) daß diese Band ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht hat.

Man kann also nur gespannt auf das erste vollständige Album dieser außergewöhnlichen Jungs warten, welches sicherlich nicht nur mit hochklassigen Songs aufwarten wird, sondern auch belegen kann ob es sich hier wirklich um eine neue Sensation handelt oder ob Disillusion doch „nur“ die Summe ihrer Einflüsse sind.




Trackliste:
.: Three Neuron Kings (MCD)
01. In Vengeful Embrace
02. Expired
03. The Long Way Down To Eden
04. Three Neuron Kings

.:The Porter (SINGLE)
01. The Porter – a lament
02. Eternal Duality


Werner Heinz [sOULiON]
19.09.2002 | 20:40
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