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"Räudiges Biest" | ||||||||||||||||||
| Ganze fünf Jahre nach „Down III - Over The Under” endlich ein neues Lebenszeichen aus dem DOWN-Camp. Es hat sich viel getan: Nach, vor und zwischen endlosen Touren wurde z.b. Basser Rex Brown [ex-PANTERA] durch Pat Bruders [CROWBAR] ersetzt und auf ein banales neues Album hatte der Fünfer aus New Orleans auch keinen Bock. Stattdessen gibt es einen Masterplan, der vier EPs unter dem „Down IV”-Banner umfasst. Die erste, wohlklingend „Down IV Part I – The Purple EP” betitelt, steht jetzt in den Startlöchern. Überraschenderweise bleibt alles anders. DOWN sind noch nie wirklich den Weg gegangen, den man von ihnen erwarten konnte und da bildet diese EP keine Ausnahme. Wer flockige Hits oder generell leichte Kost erwartet hat, dürfte ziemlich enttäuscht werden, denn „Down IV Part I – The Purple EP” bietet das sperrigste, kopflastigste und unzugänglichste Material, dass die Band jemals geschrieben hat. Über weite Strecken klingt diese EP wie die abgefuckte, mindestens fünf mal durch den Sludge gezogene Fortsetzung der schwersten Momente auf „Down II – A Bustle In Your Hedgerow” [2002], dem bisher merkwürdigsten DOWN-Album. Natürlich vernachlässigen DOWN ihre Trademarks wie zweistimmige Leads, Blues-getränkte Licks und mächtige BLACK SABBATH-Riffs auch hier nicht, aber sie sind in dem erstaunlich klar und druckvoll produzierten Geflecht so gut eingearbeitet, dass man sie erst nach einigen Durchläufen unmissverständlich heraushört. Auch an die Gesangsleistung von Phil Anselmo muss man sich erst gewöhnen: Der Gute klingt irgendwie anders. Zum einen ist er im Mix recht weit hinten gelandet, zum anderen versteckt er seine Stimme immer wieder hinter dezenten Effekten [„Levitation”] und überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Gesangslinien. Erst beim dritten Song „Open Coffins” gibt es Anselmo in Reinform, aber auch hier fällt auf, dass der Herr entweder schlechte Tage beim Einsingen hatte oder schlichtweg [altersbedingt?] Stimmvolumen eingebüßt hat. Trotzdem: Sein Gesang passt wunderbar zu den Dreckbatzen von Songs, die sich auf „Down IV Part I – The Purple EP” versammelt haben. Jeder der sechs Songs [Spielzeit: Knapp 31 Minuten, von der offiziellen Spielzeit müssen noch zwei Minuten Stille vor dem kurzen Hiddentrack abgezogen werden] ist auf seine Art wunderbar, die Highlights sind jedoch das kurze, brachiale, sehr perkussive „Witchtripper” und der knapp sieben Minuten lange Rausschmeißer „Misfortune Teller”, der walzenartig alles unter sich begräbt. Der Sludge-Gehalt ist dieses Mal, wie bereits angedeutet, überraschend groß, was daran liegen könnte, dass nun wieder die gesamte Band – wie schon zu Zeiten des grandiosen Debüts [„Nola”, 1995] - aus New Orleans stammt, nachdem Texaner Rex Brown ausgemustet wurde und jetzt wieder dem besonderen, sumpfigen Bann der Stadt unterliegt. Browns Nachfolger Pat Bruders beeindruckt jedenfalls ziemlich oft mit geilen Bassläufen, die sich stellenweise gleichberechtigt neben den Riffs von Keenan und Windstein behaupten können. Alles in allem haben DOWN hier einen richtig fetten Brocken abgeliefert, der die Ausnahmestellung der Band beeindruckend untermauert. Dem ein oder anderen Supporter könnte das hier gebotene Material zu garstig und uneingängig sein, aber wer sich ernsthaft um diese halbe Stunde Musik bemüht, der wird nicht vorhanden geglaubten Hooks und Melodien en masse belohnt. | ||||||||||||||||||
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