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Band: Eagle Twin bei Facebook Metalnews nach 'Eagle Twin' durchsuchenEagle Twin
Album:The Feather Tipped The Serpent's Scale
Genre:Doom Metal, Sludge
Label:Southern Lord
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:28.09.12
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"Album des Jahres"

Es regnet meterlange Schwarzottern. Wir waten deformiert und mit dem verkrampften Gesicht voran im neuzeitlichen Morast unserer mittlerweile kollabierten Wirklichkeit, während alles um uns herum einstürzt, weinend zusammenbricht und um den Gnadentod bettelt. Der dunkel brennende Himmel donnert in furchteinflößenden Stakkato-Tempi, alle Erinnerungen scheinen ausgelöscht. Zeit schlägt Raum, schwillt an, schmerzt jenseits allem Messbaren. Der einzige Antrieb nach vorne geht vom gepeingten Ich aus, das mantraartig alte Gebete aufsagt, die im dumpfen Zur-Seite-Schieben des dichten Schlammes jäh untergehen.

Soviel zum atmospährischen Setting dieses... nun, Album kann man das ja wohl nicht mehr nennen. Göttergabe nur mehr knapp, Urknall schon eher. Eine sich qualitativ immer weiter steigernde Kaskade an Großereignissen nimmt hier schleichend-röhrenden Kurs auf etwas, das Anhaltspunkte wie SLEEP minus Dauerbrummerei plus ungreifbare, in die farbenlose Weite schweifende Düsternis sowas von hinter sich lässt! Eher passen bildliche Beschreibungen: "The Feather Tipped The Serpent's Scale" könnte den beschwerlichen Weg eines Schamanen durch Niemandsland untermalen, das im Abendlicht bizarrste Gestalten annimmt. Auf dem Weg zu seinem eigentlichen Ziel, einer Messe zur Lobpreisung des ewig rotierenden Mahlstromes, begegnet er zu beider Seiten zurückgelassene Glaubenslose, die sich an grauen Feuern wärmen.

Mit anderen Worten spielt es sich hier ab. Der Gitarren-Blob breitet seinen Sludge-Schleim im absoluten Wahnsinnsschneckentempo ["HornSnakeHornS"] bis hin zu aufheulenden, an den Wänden des Noise kratzenden Raserei-Attacken aus. Knarzend bis absolut herzlos bohrt sich dieses Saiteninferno in den Gehörgang, lockert aber wiederum mit seismische Kreise ziehenden, ruhigen Arpeggios auf, die sich nahtlos in das Groove-Gerüst des jeweiligen Mammutstückes einbinden. Man nehme nur den mit knapp 19 Minuten ziemlich kolossalen Opener, dessen Werdegang von einem stets präsenten Grundtakt angegeben wird, dabei jedoch Riffkonstrukte auffährt, die wie Ebbe und Flut einander komplementieren. Obwohl eindeutig den Charakter einer anhaltenden Jam-Session aufgreifend, beharrt das Duo auf einer klaren Linie. Immer wieder - wie im darauffolgenden "Lorca [Adan]" beispielsweise - gehen die Pferde mit den Beiden durch und legen beeindruckende, thematisch passende Stunts hin, die sowohl interessante weitere Riffs hervorbringen als auch alle Stränge logisch, vor allem aber als den perfekten Ohrgasmus verkaufend zusammenführen.

Nichts wird dem Zufall überlassen: Bei allen schwefeldurchtränkten Nebelwänden, die in der ominösen Axt-Arbeit sprießen, sind es gerade die unheilschwangeren Prophezeiungen von Fronter Gentry Densley, dessen bedrohliches, aus dem Untergrund hinauskriechendes Organ Kilometer dicke Schichten an zusätzlicher Atmosphäre in diese unglaublich dichte Paket hineinhauchen. Allein der beschwörende Abschlusspsalm "Epilogue, Crow's Theology" erzeugt mehr Gänsehaut als die fiesesten "Black"-Metal-Chuzpen der heutigen Tage.

Das letzte Korn ist verzehrt; genauso, wie fortan kein Tropfen Schwefel mehr die wund gebissenen Zungen durchbohren wird. EAGLE TWIN trocknen den See für alle anderen Mitbewerber in diesem Jahr komplett aus und setzen sich majestätisch ab. Wer will da noch mit etwas noch Größerem vor Toreschluss ankommen? Bei diesem gigantischen Sound höchstwahrscheinlich niemand.

Trackliste:
01 - The Ballad Of Job Cain Part I
02 - The Ballad Of Job Cain Part II
03 - Lorca [Adan]
04 - Snake Hymn
05 - HornSnakeHornS
06 - It Came To Pass The Snakes Became Mighty Antlers
07 - Epilogue, Crow's Theology
08 - Ghosts Of Eden [LP-Bonus]
Spielzeit: 01:08:47

Line-Up:
Gentry Densley - Gesang, Gitarren
Tyler Smith - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
21.09.2012 | 14:47
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