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Album:Angels Of Darkness, Demons Of Light 1
Genre:Ambient, Avantgarde, Doom Metal
Label:Southern Lord
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:11.02.11
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"Zeitlupenklangkunstwerk!"

Sie sind schon ganz besondere Spezis, diese EARTH. Mittlerweile weitestgehend als Mitbegründer des Drone-Genres anerkannt, verfolgt die Band um Dylan Carlson und Adrienne Davis seit ihrer Wiedergeburt mit dem 2005er "Hex; Or Printing In The Infernal Method" einen etwas anderen Weg. Das rücksichtslose Fluten verdunkelter Räume mit lautestmöglichen Sub-Bass-Frequenzen überlassen sie mittlerweile anderen – ihren Fans und jetzigen Labelchefs von SUNN O))) beispielsweise.

EARTH hingegen frönen auch auf dem neuen Werk "Angels Of Darkness, Demons Of Light" ihrer Liebe zu langsam mäandernden Klangströmen. Und wie zuvor braucht der Hörer vor allem Geduld und ein offenes Ohr, wenn er oder sie mit EARTH oder ähnlich gelagerten Truppen wie BOHREN UND DER CLUB OF GORE noch nicht vertraut ist. Doch obwohl EARTHs Musik anno 2011 auf Schlagzeug, Bass und Gitarre basiert und im Gegensatz zu vorherigen Werken auf "Angels Of Darkness, Demons Of Light" keine Blasinstrumente verwendet werden, haben die Amerikaner und die Mülheimer neben der Vorliebe für langsame Tempi eines gemein. Sie schreiben lange, zunächst minimalistisch anmutende Songs, die nicht sofort als solche zu erkennen sind. Doch egal, ob es um um das dunkel-melancholische Western-Feeling von "Old Black" oder die versöhnliche Trägheit von "Descent To The Zenith" geht – sorgfältig geordnet und arrangiert ist die Art und Weise, wie sich auf "Angels Of Darkness, Demons Of Light" perlende Gitarrenakkorde und sanft brummende Celloklänge um das sparsam gehaltene Rhythmusfundament weben, in jedem Fall. Die verspielte Herangehensweise, wie sie hier noch im Titelsong zum Ausdruck kommt, stellt auf dem ersten Teil des auf zwei Teile angelegten "Angels Of Darkness, Demons Of Light" eine Ausnahme dar.

Das darf jedoch keineswegs so verstanden werden, als ob sich EARTH auf ihrem neuen Album hüftsteif und vorhersehbar ausnehmen. "Angels Of Darkness, Demons Of Light" nimmt die jeweils besten Elemente seiner Vorgänger – die schleichende Finsternis und düstere Atmosphäre von "Hex; Or Printing In The Infernal Method" ebenso wie die entspannten Gospel- und Jazzanleihen von "The Bees Made Honey In The Lion's Skull" und ergänzt sie um einen gewissen Anteil amerikanischer Neo-Folk- oder Southern Gothic-Klänge. Und um einen verbesserten roten Faden, der es auch hektischen Gemütern erleichtert, über die ganze Spielzeit von "Angels Of Darkness, Demons Of Light" bei der Sache zu bleiben.

Trackliste:
01. Old Black
02. Father Midnight
03. Descent To The Zenith
04. Hell's Winter
05. Angels Of Darkness, Demons Of Light 1
Spielzeit: 01:00:28

Line-Up:
Dylan Carlson - Gitarre
Adrienne Davis - Schlagzeug, Percussion
Lori Goldston - Cello
Karl Blau - Bass
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
04.02.2011 | 16:50
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