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Album:Axes 2 Axes
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:Black Lotus Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:14.11.05
CD kaufen:'Eddie Ojeda - Axes 2 Axes' bei amazon.de kaufen
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"Eddie lässt das (G)riffeln nicht"

Das Beste gleich vorweg: Das erste Solo-Album des TWISTED SISTER-Sechsasaiters ist kein nerviges Skalen-Lexikon geworden. Was Herr OJEDA hier abliefert, zeigt, dass der Mann schon einige Jährchen als banddienlicher Songwriter auf dem Buckel hat. So legt der Opener „Tonight“ die Messlate gleich ordentlich hoch, wird der amtliche Heavy-Rocker doch von niemand anderem als Ronnie James Dio vorgetragen und hätte von der typischen Melodieführung im Mittelteil und dem coolen Beat her auch auf den Klassikern des Meisters („Holy Diver“ bis „Dream Evil“) seinen Platz gefunden.

Das folgende instrumentale Titelstück kann dieses Level locker halten – ein prima 80’er-Song für die Autobahn. Danach greift EDDIE jedoch selbst zum Mikro, was „Please Remember“ etwas verhunzt und aufzeigt, dass „Fingers“ besser bei seinen sechs Saiten bleiben sollte, da sein Spiel auf den Vokalkordeln seinem professionellen Ambiente nicht wirklich gerecht wird. Aber was soll’s – ist ja schließlich EDDIES Platte, oder?

In dem sehr heavy geratenen BLACK SABBATH – mäßigen „Evil Does“ wird der Gesang dann auch dem Titel entsprechend etwas düsterer gehalten, was den Track von der kompakten Stimmung her zum Highlight des Albums macht, neben – tja, neben „Eleanor Rigby“. Diesem BEATLES-Cover haucht Dee „Fuckin“ Snider höchstpersönlich metallischen Geist ein – und Freunde – das Teil regelt. Wenn irgend so ein Nachwuchskreischer mal was in Punkto „Total Range of Voice-Power“ hören möchte, um sich hinterher vor Frust mit seinem Diät-Alkopop ins synthetische Nirwana zu gurgeln, bitte. Mr. Snider gehört auf seine alten Tage jedenfalls immer noch zu den wirklich großen Fischen im trüben Heavy Metal – Shouter-Tümpel. Und ich werd auf meine alten Tage doch noch zum BEATLES-Fan (nein, war nur Spaß – ich hasse die Pilzköppe nach wie vor).

Mit „Crosstown“ ist ein weiteres sehr gutes Instrumental vertreten, aber der Rest des Albums ist leider etwas durchschnittlicher geraten. Absoluter Tiefpunkt: „Senorita Knows“. Das, was EDDIE OJEDA einem da vorjammert, ist echt nicht zu verkraften, der Schmalz bort sich meterweise durch die Speaker. Auch „The Reason“ könnte aus dem Handbuch „Wie schreibe ich kitschige 08/15 – Balladen mit unerträglichen Texten, in denen mindestens zwölf mal die Worte „want“, „need“ und natürlich „love“ vorkommen und „Baby“ immer zu „Bäiiihibee“ wird – würg!

Löscht man die schmalzigen Brechmittel-Popper mal aus seinem musikalischen Kurzzeitgedächtnis und nimmt Eddie seine Stimme nicht sooo übel, bleibt ein durchaus gutklassiges Heavy-Rock/Metal – Album übrig, das die schönen Momente der 80’er noch mal aufleben lässt, ohne abgegriffen zu klingen.

Trackliste:
01. Tonight
02. Axes 2 Axes
03. Please remember
04. Eleanor Rigby
05. Evil does
06. Crosstown
07. Senorita Knows
08. Love Power
09. Funky Monkey
10. The Reason
11. Living free


Marcus Italiani [Mattaru]
08.11.2005 | 21:07
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