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Cover von Eluveitie -- Origins
Band: Eluveitie Homepage Eluveitie bei Facebook Metalnews nach 'Eluveitie' durchsuchenEluveitie
Album:Origins
Genre:Folk Metal, Melodic Death Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:01.08.14
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"Gut, aber vorhersehbar"

Pünktlich alle zwei Jahre – mit Ausnahme von „Evocation I – The Arcane Dominion“ – erscheint ein neues Album der Schweizer Folk Metaller von ELUVEITIE. Nachdem ELUVEITIE mit „Helvetios“ nicht nur die Charts stürmen konnten, sondern auch sehr viele Kritiker und Fans ein weiteres Mal überzeugt und auch den Swiss Music Award abgestaubt haben, wird es das Nachfolgewerk „Origins“ nicht leicht haben. Da auf „Origins“ aber zwei neue Mitglieder – Rafael Salzmann [Gitarre] und Nicole Ansperger [Fiddle] – zu hören sind, könnte man sich gut vorstellen, dass sich am Sound der Schweizer ein paar Sachen geändert haben. Kommt mit „Origins“ also etwas ganz Neues auf uns zu?

Nun, diese Annahme muss zugleich verworfen werden. ELUVEITIE erfinden sich keinesfalls neu; warum aber sollten sie auch? Unabhängig davon, in welchen Song der neuen Scheibe man reinhört, die Mischung aus melodischem Death Metal und folkigem Sound ist unverkennbar, und die Art und Weise wie ELUVEITIE diese Musik zelebrieren, ist längst zu einem Trademark geworden. Darauf dürfen die Schweizer auch zurecht stolz sein, sind sie doch eine der wenigen Bands aus dem Umfeld des eher fröhlichen und partytauglichen Pagan Folk Metal, welche den Niedergang des Hypes [und eigentlich auch des Genres] überlebt haben. Betrachten wir aber nun das sechste Album namens „Origins“ genauer. Mit einem atmosphärischen und eher düsteren [Sprech]Intro startet man in das neue Album, bevor der Track „The Nameless“ die typische Mischung aus Folk und ballernden Death Metal Drums auspackt und mit ordentlicher Geschwindigkeit loslegt. Der Track funktioniert, ist eingängig und durchdacht [mit atmosphärischen Spielereien und Erzählpassagen, welche die Story des Albums erzählen], ist aber gleichzeitig auch zu berechenbar, um zu einem der Highlights der Scheibe zu werden. Mit ordentlichem Flötensound startet man dann in das nachfolgende „From Darkness“, das geradliniger und direkter zu Werke geht. Ein schicker ELUVEITIE-Track. Zum ersten Mal richtig großartig wird es mit „Celtos“, bei dem alles stimmt und der mit einem starken Refrain aufwarten kann, so dass man sich schon fast selbst beim Mitsingen ertappt. Hier kommt auch Anna Murphy zum ersten Mal zu einem etwas längeren Einsatz und stimmt gemeinsam mit Chrigel ein, um die Sagen der Schweiz den HörerInnen näherzubringen. Mit „Virunus“, der leider etwas zu sehr nach Schema F aufgebaut ist [atmosphärisches Intro, schneller Part, Erzählpassage, schneller Part, atmosphärisches Outro], und dem kurzen Erzählintermezzo „Nothing“ leitet man dann zur zweiten Single namens „The Call Of The Mountains“ über. Ein Song, der zwar hier von Anna Murphy in Englisch gesungen wird, den es aber als Bonus-Track auch noch in schweizerdeutscher, italienischer, französischer und rätoromanischer Sprache gibt. Abgesehen von dieser netten Idee ist der Song ein atmosphärischer Midtempo-Stampfer, der Fans schon alleine wegen dem exzellent in Szene gesetzten Gesang von Anna und dem träumerischen Intro gefallen wird. Gute und pragmatisch sinnvoll ausgewählte Single, aber im Endeffekt knapp am Kitsch vorbeigeschrammt. Mit den folgenden „Sucellos“ und „Inception“ drückt man hingegen ordentlich aufs Gaspedal und lässt wieder einmal die härtere und metallische Seite [vor allem bei „Inception“] spielen, bevor sich auf „Vianna“ Anna Murphy stimmlich zurückmeldet und mit Chrigel gemeinsam eine schöne Midtempo-Nummer zum Besten gibt. Alles gut gemacht, aber wenig überraschend. Auch „The Silver Sister“ kann mit seiner Härte und den eher dezent eingesetzten Folk-Instrumenten nicht mehr wirklich Akzente setzen. Man hat etwas das Gefühl, als würde ELUVEITIE gegen Ende hin etwas die Luft ausgehen. Doch dann kriegen die Folk Metaller mit „King“ [der ersten Single] noch einmal die Kurve, beginnen sehr atmosphärisch, lassen dann den Metal für sich sprechen und überzeugen schlussendlich mit einem beeindruckend stimmigen Violinen/Fiddle-Solo. Daumen nach oben! Den zweiten Albumfrühling können ELUVEITIE zwar leider nicht ganz über die restlichen Songs retten, aber „The Day Of Strife“ ist noch einmal ein schöner Track, „Ogmios“ ein von einer Kinderstimme getragenes Sprachintermezzo und „Carry The Torch“ und „Eternity“ sorgen für einen gelungenen und stimmigen Albumausklang.

ELUVEITIE haben auf „Origins“ mit einigen Songs [vor allem „Celtos“ und „King“] bewiesen, dass sie ihren Sound immer noch mit neuen Ideen und großartigen Momenten verfeinern können und ihre Kreativität noch lange nicht vorbei ist. Leider gibt es auf „Origins“ aber auch einige Songs, die eher im durchschnittlichen Bereich anzusiedeln sind und einfach zu typisch für die Schweizer sind, als dass sie auf dem sechsten Album noch groß für Aufsehen sorgen könnten. Zwar funktioniert das Album als Ganzes – lyrisch beschäftigt man sich übrigens mit ätiologischen Sagen aus Gallien – gut und auch die zahlreichen [wenn auch kurzen] Erzählpassagen sorgen für Atmosphäre, aber das kann nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass „Origins“ keine wirkliche Weiterentwicklung darstellt. „Origins“ ist ein gutes ELUVEITIE-Album und wird Fans zufrieden stellen, aber es ist kein großartiges Album und erst Recht kein bahnbrechendes.

Trackliste:
01. Origins
02. The Nameless
03. From Darkness
04. Celtos
05. Virunus
06. Nothing
07. The Call Of The Mountains
08. Sucellos
09. Inception
10. Vianna
11. The Silver Sister
12. King
13. The Day Of Strife
14. Ogmios
15. Carry The Torch
16. Eternity
Spielzeit: 00:57:19

Line-Up:
Merlin Sutter - Drums
Anna Murphy - Hurdygurdy, Gesang, Flöte
Rafael Salzmann - Gitarre
Chrigel Glanzmann - Gesang, Mandola, etc.
Kay Brem - Bass
Nicole Ansperger - Fiddle
Ivo Henzi - Gitarre
Patrick Kistler - Tin & Low Pfeifen, Bagpipe
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
25.07.2014 | 21:00
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