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Elvenking @ Treibsand, Lübeck
28.03.09
28.03.09
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.: CD-REVIEWS :: Elvenking - Era
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"Rotzige Niveauschleuder" | ||||||||||||||||||
| Mit ELVENKING verbinde ich etwas ganz besonderes. Nicht nur, dass die Band einer meiner ganz persönlichen Lieblinge ist, vielmehr haben die Jungs mir den Weg zu unserem Magazin geebnet, da die „Winter Wake“ Review die erste war, die ich hier geschrieben habe. Umso mehr freut es mich, wenn ich den Jungs immer wieder begegne. Die Italiener, die seit nunmehr zehn Jahren solide Kost am Stück abliefern, haben mit „Era“ ein neues Werk in den Startlöchern, welches es zu begutachten gilt. Gespannt blickt man auf die Entwicklung der Band, da hier immer eine Überraschung zu finden war. Obwohl die Mischung aus Power-Metal und starkem Folkeinfluss - durch eine sehr gut in Szene gesetzte Geige - bei der Presse immer ganz gut angekommen ist, hat die Band nie große Sprünge ins Rampenlicht geschafft. Vielmehr konzentrierte man sich also darauf, immer wieder gute Werke einzuspielen und seinen frischen Ruhm im Untergrund weiter zu genießen. Wird „Era“ dabei ebenso ein starkes und interessantes Werk, wie die Vorgängeralben? Die Antwort ist: Ja! Auch wenn die Titel etwas banal erscheinen, so haben die Songs mehr Gehalt, als der schlichte Songname verraten mag. Paradebeispiel ist da der Opener „The Loser“. Ein Titel, zum davonrennen. Obgleich die Namenswahl nicht gerade von Goethe kommen mag, hat der Titel ordentlich was zu bieten. Einmal mehr beweißt die Band, wie man Folk und Metal so verbindet, dass beide Seiten nebeneinander existieren können, ohne dass eine dabei bevorzugt wird. Mit ordentlichem Tempo und einem typischen Thrash-Takt im Power-Metal-Stil geht es durch den Song. Gute Riffs und fette Melodien untermalen den Opener und hinterlassen ordentlich Eindruck. Schon hier wird klar, dass man wieder etwas geändert hat. Sänger Damnagoras entfernt sich immer mehr vom klischeehaften Italien-Power-Metal-Gesang und rockt nun richtig rotzig in den Liedern ab. Das gibt dem Ganzen etwas mehr Ecken und Kanten und führt dazu, dass die Lieder nicht typisch nach Italien-Kitsch klingen. „I Am The Monster” ist nun etwas ruhiger gehalten und rockt sich gemütlich durch. Augenmerk hierbei ist auf den Gast am Mikro gerichtet, der auf den Namen Jon Oliva hört. Leider hätte ich mir seinen Auftritt etwas pompöser vorgestellt. Zwar ist der Gastgesang an der Stelle sehr passend aber irgendwie versprüht es nicht die Magie des Giganten. Trotzdem eine ganz nette Einlage, die das Lied gut gestaltet. Auf Der Spannungsbogen ist zu jeder Zeit aufrecht und die Songs sind sehr gut abgestimmt. Langeweile = Fehlanzeige. Eine gute Mischung aus Speed-Stücken, Rockern und reinen Folkballaden, machen das Album zu einer ganz feinen Perle. Allen voran die Geige ist wieder sehr genial eingearbeitet und lädt zum Träumen und Nachdenken ein. Bevor man jedoch zu versinken scheint, reist einem ein sehr gut gelungener Metalpart wieder aus der anderen Welt. Flüssiger geht es kaum und so kann das Album sich bis zum Schluss aufrecht halten und fügt sich somit perfekt in die Liste der Veröffentlichungen ein. Ein erneut starkes Werk von ELVENKING, die wohl nie den Schritt aus dem Untergrund schaffen werden. Fakt ist aber, dass die Band immer wieder Ideen einbaut, die dafür sorgen, dass die Gruppe sich nicht festfährt. Dabei sind die Neuerungen aber meist so gelungen, dass Fans bei der Stange gehalten werden und sich meist sogar darüber freuen können. Eine sehr solide Band was die Besetzung, Veröffentlichungen, Plattenfirma und Fankreis angeht. Manche Bands sind einfach nicht dafür geschaffen, die Welt mit ganz großen Schritten zu erobern – in diesem Fall genießt man einfach jeden Schritt, den man mit so einer Band zusammen gehen kann. Power-Metal-Fans, die auch auf Folk stehen, dürfen hier ohne Probleme zugreifen. Melodiefetischisten gehört die Platte zu dem in den Kopf gehämmert und Leute, die auf ein kitschiges Plattencover mit etwas Gehalt stehen, dürfen gerne ihren Arm für die Nadel frei machen ;-). | ||||||||||||||||||
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