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Reviews von Enslaved
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Enslaved
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Album:Riitiir
Genre:Black Metal, Prog-Metal, Progressive
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:28.09.12
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"Erneuter Geniestreich"

Die Messlatte liegt hoch, verdammt hoch. „Axioma Ethica Odini“ sahnte in diesem Magazin vor exakt zwei Jahren die absolute Traumnote von sieben Punkten ab. Und nicht nur hier schienen ENSLAVED in den oberen Qualitätsregionen angekommen zu sein. Denn allerorts wurden die Norweger bis in den Himmel gelobt, was angesichts des Hammeralbums auch in jeder Hinsicht gerechtfertigt war. Nun zog Nuclear Blast den dicken Fisch an Land und schenkt uns den sehnsüchtig erwarteten Nachfolger „Riitiir“.

Dass ich jetzt nicht die Sieben zücke, heißt nun auf gar keinem Fall, dass es irgendetwas an „Riitiir“ auszusetzen gäbe. Letztendlich machen ENSLAVED da weiter, wo sie aufgehört haben. Vielleicht noch einen Schritt weiter vom Black Metal weg, noch einen Schritt weiter zum Prog Metal hin. Letztendlich aber sind solche Einschätzungen ohnehin bei ENSLAVED nur von sekundärer Bedeutung, schaffen es die Norweger doch erneut, sich weit jenseits festgefahrener Genrestrukturen, welchen auch immer, zu bewegen. Kaum jemand könnte ernsthaft bezweifeln, dass die Band irgend etwas anderes täte, als gewissermaßen eine Fortsetzung von „Axioma...“ zu schaffen, ohne dabei qualitativ an Boden zu verlieren. Im Gegenteil, so möchte man die Lage nach dem x-ten Durchlauf einschätzen. Vertrackter und dennoch jederzeit nachvollziehbar wälzen sich die Epen durch die knapp 70 Minuten, keine einzige davon auch nur ansatzweise verschenkt. Bereits „Thoughts Like Hammers“ schärft den Hörer auf das Kommende ein. Eine Menge sauber durchdachter Prog, essenziell eingesetzter Black Metal und immer wieder Herbrand Larsens Klargesang, die sich verstärkt wie ein fetter roter Faden durch das Album ziehen. Eine grandiose Nummer, auch wenn sie dezent aus dem Rahmen fällt, ist „Materal“. Ein treibender Beat, durchsetzt von ein wenig Gothic Spirit. Quasi „My Sharona“ meets LACUNA COIL. Herrlich, ein absoluter Meilenstein. ENSLAVED dürfen das, sie dürfen eigentlich alles. Dennoch beschränken sie sich auf sich selbst, ohne dass man das auf Anhieb merkt. „Riitiir“ ist ein Album, ebenso wie sein Vorgänger, das den Metal auf ein neues Level bringt. Man opferte die Eingängigkeit geringfügig und brachte nuancenweise neue Elemente herein.

Sicher, ENSLAVED mögen einst viel rauer und urwüchsiger gewesen sein. Nun aber, spätestens mit dem letzten Album, sind sie erwachsen. Mit dem neuen, zwölften Werk ihrer Karriere gelangt dann schon so etwas wie Reife dazu. Die Mannen um Gitarrist Ivar Bjørnson bieten etwas, das nicht von diesem Planeten zu stammen scheint oder dennoch gerade von diesem. Jens Bogren hat der Sache dann einen fulminanten Klang verpasst, was die Intensität dieses Werkes sicherlich noch einmal verstärkt. Man taucht ein in eine Welt, die sich vermutlich einfach nur mit ENSLAVED umschreiben lässt und deren Inhalt eine Musik ist, die möglicherweise so etwas wie richtungsweisend für dieses Jahrzehnt sein könnte. Black Metaller, welche der früheren Bandhistorie zugetan sind, mögen der Entwicklung nicht komplett Folge leisten. Zumal sich sogar dezente Psychadelic Einflüsse bemerkbar machen. ENSLAVED lassen sich nicht in ihr Handwerk pfuschen, warum auch. Besser kann es eh kaum jemand machen.

Trackliste:
01. Thoughts Like Hammers
02. Death In The Eyes Of Dawn
03. Veilburner
04. Roots Of The Mountain
05. RIITIIR
06. Materal
07. Storm Of Memories
08. Forsaken
Spielzeit: 01:17:17

Line-Up:
Grutle Kjellson - Vocals & Bass
Ivar Bjørnson - Guitars
Ice Dale - Guitars
Herbrand Larsen - Vocals & Keyboards
Cato Bekkevold - Drums
Frank Wilkens [Fränky]
21.09.2012 | 11:56
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