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.: CD-REVIEWS :: Evoken - Atra Mors
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"Fauxpas, ade!" | ||||||||||||||||||
| Sie sind wieder da, doch hat sie eigentlich wer vermisst? Gerade hinsichtlich des Erschaffens scheinbar eiwg andauernden Atmosphäreteppichen sind EVOKEN in einem Atemzug mit den - erst kürzlich vom Autor in livehaftiger Form verspeisten - Genre-Kollegen ESOTERIC zu nennen, denen es ebenfalls bislang versagt blieb, ein einziges wegwerfbares Album auf die Meute loszulassen. Welcher gestandene Fan-atiker kniet nicht vor der über eine Stunde andauernden Göttlichkeit eines "Antithesis Of Light" hin und nimmt Endlos-Sessions in Kauf, um ein neues, unerreichtes, vielleicht sogar tatsächlich unerreichbares Bewusstseinsplateau zu erreichen? Kurz: Wer Derartiges mit der Außenwelt teilt, hat seine Aufgabe im gesamtkollektiven Kontext erfüllt und darf ruhigen Gewissens in den Ruhestand entlassen werden. Doch bei derlei Selbstverständlichkeiten machen die Amerikaner keineswegs Halt, sondern nehmen sich - wie im vorliegenden fall - gerne auch mal satte fünf Jahre Zeit, um einen weiteren, abendfüllenden Grund für langhaltende Begeisterungen zu erschaffen. "Atra Mors" setzt nämlich nicht nur die ehrwürdige Tradition des von allen Seiten auf einen niederschmetternden Begräbnismarsches fort, sondern fährt mit der Yersinia Pestis auch noch eine hervorragende, wenn auch zugegebenermaßen schon reichlich abgelatschten Konzeptpfad ein. Intensive Trostlosigkeit - die insbesondere durch das dichte, fokussierte Gitarrenmeer hochgehalten wird und in dem vorab veröffentlichten "An Extrinsic Divide" sowie im ungläubig umhersuchenden "Descend Into Chaotic Dream" dramatische Spitzenwertungen einfahren - geht mit dem stets im Untergrund lauernden Zorn eine erinnerungswürdige Liaision ein, der über den gesamten Albumverlauf in kurzen Momenten aufplatzt und fesselt. Das ausgebreitete Chaos verschlingt Dich, auch wenn die Mannschaft hin und wieder eine Pause einlegen, um beispielsweise mit introvertierten Synthie-Passagen ["Into Aphotic Devastation"] den Anschein zu erwecken, dass jede Agonie ihren Abschluss in angenehmeren Zeiten findet. Was für ein Irrglaube! Manche Kollegen wollen hier und da sogar kurze Anflüge von Post-Rock-Spielereien wahrgenommen haben, doch verkommen derlei Nebensächlichkeiten tatsächlich zur verzichtbaren Augenwischerei, wenn erst einmal die Qualenwalze in voller Fahrt auf den Hörer zubrummt, die jenen wiederum mit den wahrscheinlich bedeutendsten, weil zündensten Momenten in der Geschichte EVOKENs auf eine wunderschöne Talfahrt schickt. "Atra Mors" hat das Potenzial, zum Band-Klassiker zu erstarken; genauso wie alle anderen bisherigen Platten der Truppe. | ||||||||||||||||||
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