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Album:Extol
Genre:Death Metal, Progressive, Thrash Metal
Label:Indie Recordings
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:21.06.13
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"Werkschau"

Netterweise bringt EXTOL-Drummer David Husvik im Promobeipackzettel gleich selbst auf den Punkt, warum „Extol” nur ein sehr gutes Album, aber längst nicht der erwartete Meilenstein geworden ist: Die nach 2012 nach fünf Jahren Pause wiedervereinigten Norweger legen mit ihrem Reunion-Album eine gewollte Werkschau über ihre bisherige Bandgeschichte vor, anstatt wie bisher die Wiederholung wie den Teufel zu fürchten und stets völlig unterschiedliche, aber immer begnadete Alben zu kreieren. Demnach ist „Extol” nicht die logische Fortsetzung des bisherigen Karrierehöhepunkts „The Blueprint Dives” [von 2005, oft auch nur „Blueprint” gennant] geworden und das ist angesichts der unfassbaren Qualität besagten Werkes verdammt schade.

Natürlich sind EXTOL, momentan als Trio unterwegs, viel zu talentiert, um eine wirklich schwache Platte aufzunehmen, aber dass die Christen musikalisch auf Nummer sicher gehen, daran muss man sich erst gewöhen. Vielleicht ist das tatsächlich die größte Überraschung an „Extol”. Und so kreuzt der Opener „Betrayal” munter den Techno Thrash von „Synergy” [2003] mit entrückten „Blutprint”-Gesangslinien und Akustikpassagen und den heftigen Death Metal-Momenten vom Debüt „Burial” [1998]. Ein Muster, das sich in den meisten „Extol”-Songs wiederholt [besonders gelungen übrigens bei „Faltering Moves” und dem Titeltrack]. Zwischendurch blitzt natürlich auch immer wieder die MESHUGGAH meets OPETH-Melange von „Undeceived” [2000] auf, um auch wirklich alle möglichen Backkatalog-Zitate in sich zu vereinen. Das ergibt insgesamt also eine sehr proggige Mischung aus thrashigen Momenten, Death Metal-Brettern und dem alternativ-modernen Touch der „Blueprint”-Phase samt eingängigen Refrains und schönen Momenten. Man merkt trotz der modernen Elemente deutlich, dass wieder Gitarrist Ole Børud, der sich vor „Blueprint” bei EXTOL ausklinkte, die Songwriter-Zügel fest in der Hand hat, während besagtes „Blueprint” hauptsächlich von den Ex-Gitarristen Tor Magne Glidje und Ole Halvard Sveen verbrochen wurde, die mit ihrer „neuen” Band MANTRIC glücklicherweise genau dort anknüpfen, wo EXTOL damals nach dem Ausstieg der letzten verbliebenen Gründungsmitgliedern Peter Espevoll und David Husvik aufgehört haben.

Insofern ist „Extol” ein zweischneidiges Schwert geworden: Einerseits muss man sich natürlich freuen, dass es die Band wieder gibt und sie ein starkes Comeback-Album veröffentlicht haben, andererseits sind die Norweger zum ersten Mal in ihrer Karriere berechenbar, fast schon gewöhnlich, geworden. Was wird die Zukunft bringen? Haben EXTOL jetzt ihren Stil gefunden oder dürfen wir noch weitere Überraschungen erwarten? Abwarten. Und hoffen, dass die sich momentan im Studio befindlichen MANTRIC endlich ihr zweites Album raushauen.

Trackliste:
01. Betrayal
02. Open The Gates
03. Wastelands
04. A Gift Beyond Human Reach
05. Faltering Moves
06. Behold The Sun
07. Dawn Of Redemption
08. Ministers
09. Extol
10. Unveiling The Obscure
Spielzeit: 00:46:49

Line-Up:
Peter Espevoll – Vocals
Ole Børud – Guitar, Bass, Vocals
David Husvik – Drums, Vocals
Michael Siegl [nnnon]
21.06.2013 | 14:07
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