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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Felix Stefanoff -- Two Summers
Band: Felix Stefanoff bei Facebook Metalnews nach 'Felix Stefanoff' durchsuchenFelix Stefanoff
Album:Two Summers
Genre:Experimental, Progressive, Psychedelic
Label:Eigenproduktion
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:01.12.10
Share:

"Nichts für Festgefahrene!"

Es gibt Musik, die man sich eigentlich gar nicht traut, zu bewerten, da eine Bewertung gleichbedeutend mit der Infragestellung einer Existenz wäre. So ähnlich verhält es sich mit der Musik von Felix Stefanoff, der uns bereits im letzten Monat sein zweites Werk „Two Summers“ vorlegte. Da der junge Mann aus Niedersachsen sich jedoch dazu entschieden hat, seine vertonten Emotionen und kompositorisch wiedergegebenen Lebenserfahrungen zu Veröffentlichen, ist eine Bewertung des Ganzen wiederum legitim, wenngleich man sicherlich niemals die emotionale Ebene erreichen wird, die dem Künstler selbst während eines Hördurchlaufs auferlegt wird.

Felix Stefanoff hat gleich ein ganzes Jahr lang an seinem zweiten Werk gearbeitet und sich quasi von Sommer [2009] zu Sommer [2010] gearbeitet, was den Titel des Albums erklärt. Im Vergleich zu „Lodging A Dream“, seinem Erstling, bieten die beiden Sommer allerdings eine sehr viel weitläufigere Bandbreite an Stilistik, Komposition, Arrangement und Darbietung. Schnell wird klar, dass der Gesang mittlerweile eine feste Position in Stefanoffs Musik eingenommen hat, wenngleich dieser nur eingesetzt wird, wenn es eben etwas zu sagen gibt. Ansonsten steht die Musik hervorragend für sich und lässt Bilder, Emotionen, gar ganze Szenarien im Kopf entstehen – natürlich unter der Voraussetzung, man gibt sich der Musik völlig offenherzig hin, denn mit Metal hat Felix Stefanoff lediglich als Teil seiner Death Metal Kapelle APARATHUS zu tun.
„Two Summers“ ist ein modernes, teils progressives und oft verträumtes Artrock-Album, das Huldigungen der großen Pioniere nicht auslässt, sondern eher aufgreift und weiterstrickt. Selbstverständlich bringt das Album auch die dem Genre auferlegte Progressivität mit, der alle Instrumente wunderbar zu Füßen liegen.
Den Vordergrund bilden zum Großteil das abwechslungsreiche – zugegeben manchmal doch etwas sterile und statische – Schlagzeug und die bestens zur Geltung kommende Akustikgitarre. Sehr hintergründig taucht hier und dort aber auch das elektronische Pendant auf, was vor allem der Atmosphäre zuträglich ist. Auch die Begeisterung für gewisse Künstler der Klassik ist dem Album durchaus anzuhören und so scheut Stefanoff nicht die partielle Begegnung mit gleich drei selbst interpretierten, bekannten Stücken. Allen voran ist wohl Edvard Griegs Romantik-Beitrag „Morgenstimmung“ das bekannteste in dieser Konstellation.
„Two Summers“ springt leichtfüßig und ein stückweit egoistisch in den Stilmitteln, wechselt vom 70er Prog-, Art- und Psychedelic Rock in den experimentellen europäischen Raum der 60er/70er und ab und zu schimmert sogar ein wenig der längst vergangene Glanz hervorragend klappriger Krautmatadore der Marke AMON DÜÜL, BIRTH CONTROL oder JANE durch das zunächst wirre, zunehmen aber klarere Geflecht. Moderne Progressivitäten werden allerdings nicht außen vor gelassen.
Der Zweitling ist keineswegs ein Konsum-Album. Er möchte gehört, erhört und wahrscheinlich auch verstanden werden. Die Herausforderung an den Hörer ist jedoch gleichermaßen groß wie kompliziert. Wenn dann auch noch der – bitte nicht hauen – beinahe schon CAT STEVENS- bzw. YUSUF ISLAM-ähnliche Gesang dazu kommt, kann man sowieso nichts weiter, als zuhören und die wunderbar sanfte Stimmlage genießen. Überraschungen gibt es aber auch in dieser Hinsicht, die nicht verraten werden sollen.
Es mag sein, dass der Sound und die Produktion von Felix Stefanoffs „Two Summers“ sicherlich nicht aktuellen Größen wie PORCUPINE TREE oder OPETH entspricht, aber man muss sich verdammt noch mal vor Augen führen, dass es sich hier um ein Ein-Mann-Projekt handelt. Das Album entstand in Eigenregie, Eigenproduktion und somit aus eigener Tasche. Dafür ist das Ergebnis mehr als hörenswert. Wer sich nun an Griffgeräuschen oder einem selten auftauchenden Wackler im Sound stört, dem ist eh nicht zu helfen. Des Weiteren werden sicherlich einige Anstoß am sehr individuellen Musikerlebnis nehmen. Man soll nicht leugnen, dass es doch recht eigenwillige Passagen zwischen die beiden Sommer geschafft haben, die sich auch mir nicht immer erschließen wollen, aber erzählen wir die von uns er- und durchlebten Dinge nicht immer mit unseren eigenen Worten und auf unsere Art und Weise? Das ist auch der Grund für die Einleitung zu diesem Review. Was kann ich schon bewerten?

Fazit: Felix Stefanoff hat es [zur Betonung: ein weiteres Mal] geschafft, Erlebnisse, Gedanken und das offene Auge auf die Welt in musikalisch aufreibende Stücke zu verpacken und seinen Mitmenschen zu präsentieren. Was wir daraus machen, ist allein unsere Sache. Für neun kleine Euros könnt ihr euch allerdings selbst von diesem Jahr der Arbeit und Mühe überzeugen, in dem ihr dem Mann einfach mal eine E-Mail schreibt. Musikalisch offenere Menschen werden sich für dieses Album bedanken wollen.

Trackliste:
01. Swaying Of The Reeds
02. The Scales Of No Balance
03. Gloworms
04. The Fleeting
05. Nott Takeaway
06. Brooding Berceuse
07. Rose Cold Fantasies
08. Sculpting Feathers To Stone
09. A Pleasant Irony
10. Laving Farewell
11. Daydreaming A.M.
12. A New Start At Everywhere
Spielzeit: 00:50:21

Line-Up:
Felix Stefanoff - Alles
Patrick Franken [Border]
15.01.2011 | 15:22
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