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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Fen -- Dustwalker
Band: Fen Homepage  Metalnews nach 'Fen' durchsuchenFen
Album:Dustwalker
Genre:Black Metal, Post Rock
Label:Code666
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:18.01.13
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"Sphärenharmonie"

Vor fast vier Jahren habe ich an dieser Stelle das Erstlingswerk von FEN „The Malediction Fields“ bewertet und diesem satte sechs Punkte gegeben. Obwohl ich so begeistert von diesem Album war, habe ich die Band dann irgendwie aus den Augen verloren und das zweite Album „Epoch“ [2011 erschienen] irgendwie nicht mitgekriegt. Jetzt veröffentlichen die Engländer ihr drittes Album „Dustwalker“ und wie sehr bereue ich es, dass ich die Musik dieser Herren nicht dauerhaft verfolgt habe. Was FEN hier mit „Dustwalker“ vorlegen, ist nämlich nicht von dieser Welt!

Traumhaft, wunderschön, atemberaubend und rührend sind nur ein paar Begriffe, die mir im Zusammenhang mit „Dustwalker“ einfallen. FEN haben zweifellos ihre Mischung aus atmosphärischem Black Metal, Post-Rock, Indie-Rock und anderen Einflüssen perfektioniert. Dabei haben sie es geschafft, ein Metal-Album zu erschaffen, das immer noch metallisch klingt, aber gleichzeitig von solch epischer Schönheit und Transzendenz ist, dass es mich manchmal fast zu Tränen rührt. Fängt man zwar mit dem Track „Consequence“ noch relativ heftig und schwarzmetallisch an [und wirkt dadurch fast etwas abschreckend], offenbaren sich dann doch spätestens in den nächsten beiden Songs „Hands Of Dust“ und „Spectre“ die sanften Seiten von FEN. Mit sanfter Gitarrenarbeit, langsamen Drums und melancholischem Klargesang lädt man zum Träumen ein und erschafft eine einzigartige sphärische Atmosphäre. Die Harmonie, die hier mit der Musik erzeugt wird, ist teilweise schon fast unheimlich, wenn man bedenkt, mit welch „simplen“ Mitteln diese erzeugt wird. Manchmal ist weniger einfach mehr. Aber auch die wilde und harte Seite kommt nicht zu kurz und kann absolut überzeugen. Besonders schön ist in diesem Kontext der Song „Wolf Sun“, der zuerst ungestüm und metallisch daherkommt und dann wunderschön leise und friedlich auszuklingen vermag. Beeindruckend ist auch, dass die meisten Songs der Band Überlänge aufweisen [fast alle Songs bewegen sich zwischen sieben und 13 Minuten] und trotzdem funktionieren und kein bisschen langweilig werden. Manch andere Bands sollten sich daran ein Beispiel nehmen! Auch die Kombination aus Härte und Fragilität gelingt in den meisten Songs perfekt, wenn z.B. die beiden Sänger schreien und im Hintergrund melancholischer Metal gespielt wird. Ich tue mir bei diesem Album wirklich schwer, Abzugspunkte geben zu können. Was vielleicht manche HörerInnen etwas abschrecken könnte, ist die Tatsache, dass man sich hier wirklich einhören muss. „Dustwalker“ erschließt sich nicht beim ersten Durchhören. Man muss dranbleiben, „Dustwalker“ wachsen lassen und gerade auch auf die feinen Details achten. So etwas darf man nicht als Hintergrundmusik konsumieren, sondern muss es bewusst wahrnehmen! Auf der Limited Edition befindet sich übrigens noch ein Bonus-Track namens „Epilogue“, welcher mit seinen dynamischen Drums und der melancholischen Gitarrenarbeit einen schönen Ausklang von „Dustwalker“ darstellt.

FEN liefern hier mit „Dustwalker“ einen unglaublich tollen Start in das Metaljahr 2013 ab. Wer auf Bands wie AGALLOCH, OCTOBER FALLS, früher ULVER, ALCEST, BAUDA und so weiter steht, der findet hier sein Paradies. Ich würde sogar fast so weit gehen, zu behaupten, dass FEN nicht mehr in einer Reihe mit diesen Bands stehen, sondern ihren komplett eigenen Platz in der Metalwelt gefunden haben. Wie heißt es doch so schön über MAYHEM: „They reign on their own throne!“ – FEN tun das auch! Wieso dann nicht die Höchstnote? Weil ich glaube, dass da noch einmal etwas kommen kann. FEN können in der Detailarbeit vielleicht noch ein paar Feinheiten einbauen und uns in den nächsten Jahren dann ein unglaubliches Album präsentieren und dann muss ich noch eine höhere Punktezahl zur Verfügung haben.

Trackliste:
01. Consequence
02. Hands Of Dust
03. Spectre
04. Reflections
05. Wolf Sun
06. The Black Sound
07. Walking The Crowpath
08. Epilogue [Bonus-Track]
Spielzeit: 01:02:18

Line-Up:
Grungyn - Bass, Gesang
The Watcher - Gitarre, Gesang
Derwydd - Drums
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
11.01.2013 | 13:54
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