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Album:Monuments
Genre:Black Metal
Label:W.T.C.
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:09.10.10
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"Jepp"

Selten hat man den qualitativen Verfall einer Band in so hoher Geschwindigkeit mitverfolgen können wie im Fall von WATAIN, die sich immer mehr in Richtung "rockende" Hintergrundbeschallung für vollgelaufene, miefende Kuttenpfosten entwickeln. Deswegen ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich mir die Frage stelle, was mit den Mannen passiert wäre, wenn sie ihrem Pfad, den sie mit "Casus Luciferi" eingeschlagen haben, treu geblieben wären. Die Antwort finden wir bei einem Verein, welcher knapp 600 Kilometer nördlich von Uppsala seine diabolischen Späße treibt.

Aus messerscharfen Gitarren, ein in den Vordergrund gemischtes Schlagzeug, speiendem Gekreische und einem stets mitfliegenden Bass besteht das, was uns FLAGELLANT auftischen. Eine bemerkenswerte Veränderung weg vom recht kompetenten Demo/MLP "Morbus Nefastus" hat nicht stattgefunden, dafür klingt das Endergebnis in allen Belangen professioneller; man denke da vor allem an "Of Entropy And Life Denial" oder andere Auswüchse aus der Küche des Necromorbus-Studios. Charakter bekommt "Monuments" durch die vielen unterschwellig eingebauten Melodielinien, wovon ich das letzte Drittel von "The Unseeing Eye" zu meinem persönlichen Liebling erkiese. Die in den neueren Auswüchsen des Subgenres bislang vermisste, andauernde Dramatik kommt hier ebenso zum Vorschein wie das gesunde Maß an hypnotischen Arrangements, einer Abwärtsspirale hinunter ins Tal des Wahnsinns gleich. Überhaupt klingt "Monuments" wie ein Monster, das seine eklig riechenden Mäuler aufreißt und alles Leben darin zerrinnt. Vielleicht sind sich FLAGELLANT über diesen Eindruck bewusst gewesen und haben ihre stärkste Nummer gerade deswegen "Into The Maws Of Death" getauft.

Es wäre sehr begrüßenswert, wenn der Fokus des schwarzmetallischen Geschehens sich von Stockholm hin nach Umeå verlagern würde. Die Universitätsstadt bietet - ähnlich wie Trondheim in Norwegen - offensichtlich genug hungrige Truppen, bei denen die Ideen im Proberaum nur so überkochen. Hoffentlich stehen die Zeichen in ihrem Sinne und wir hören in Zukunft mehr von dieser Sorte.

Trackliste:
01 - The Black Void Unfolds
02 - God Of Torment
03 - The Unseeing Eye
04 - Monuments
05 - Within the Circle Of Ouroboros
06 - Into The Maws Of Death
Spielzeit: 00:40:08

Line-Up:
E - Gesang
S - Gitarre, Bass
J - Drums
Michael Bambas [Micha]
10.12.2010 | 23:33
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