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Album:Groans To The Guilty
Genre:Black Metal, Post Rock
Label:Temple of Darkness Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:14.07.09
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"Schwarzer, tobender Samtschleier"

Zu der komischen Sorte von Alben zählen insbesondere solche, die theoretisch sehr gut funktionieren, bei denen das Gesamtpaket einfach stimmt, praktisch jedoch nicht ganz den vorgeschossenen Lorbeeren gerecht werden können. Während einem jedes Lied auf seine ganz eigene Art etwas bieten kann, fehlen gewisse letzte, kleine Dinge wie ultimative, unverwechselbare Killer-Riffs oder herausragende Leistungen - ganz egal, in welchem Bereich. Wo man zwar absolut keine Zeitverschwendung im Hören des jeweiligen Silberfrisbees sieht, im Gegenzug aber kaum Anreize geboten sind, nach dem erforderlichen Pensum zwecks Meinungsbildung weiter zu lauschen.

Genauso ergeht es mir hier. Da mir der Vorgänger schon einiges geben konnte, war ich doch einigermaßen am Werdegang dieser Katalanen interessiert, da ihre Mischung aus modernen Skandinavik im Sinne von neueren ENSLAVED sowie KATATONIA - vereinzelt kommen sogar ein wenig an EMPEROR angeliehene Momente vor - sehr viel Potenzial aufweist. Einiges an Semi-Akustik muss selbstverständlich heute mit von der Partie sein, wobei sie auf "Groans To The Guilty" hervorragend unaufdringlich Stücke ausklingen beziehungsweise "auflockern" kann. Wenn es zur Sache geht, dann meist im letzten Tempo-Drittel, gelegentlich scheinen sogar leicht doomlastige Überbrückungen auf, denen dank der insgesamt dunkel gehaltenen Abmischung keine störende Filler-Funktion zukommt. Überhaupt ist das handwerkliche Niveau angenehm hoch, speziell Schlagzeuger Nechrist überzeugt mit kreativen Fills in den langsameren, mit Präzision in den flotten Abschnitten des Albums. Vocalmäßig gibt es echtes, unheimliches Singen, Krächzen, Kreischen - mittlerweile Übliches, gut performt, keine Frage. Die Band zeigt sich als Einheit, gemächlich nimmt trotz aller Ausflüge in episch schweifende Gefilde ab und an ein gewisses Gefühl von Kompaktheit Einzug, was bei knapp 50 Minuten auf zehn Songs verteilt zu den eher mittelschweren Aufgaben zählt.

Knackpunkt: Bei aller Versiertheit greifen FOSCOR für mich allzu gerne auf Ideen zurück, bei denen man gleich "Das gab es schon" denkt, selbst wenn "Groans To The Guilty" diese nicht zwingend schlechter oder nur gleich gut verarbeitet. Vielleicht müssen beim nächsten Mal schlichtweg mehr eigene Sachen eingeflochten werden, um mich wirklich vollends rumzukriegen. Wer weiß allerdings, ob die Jungs meinen Vorschlag in den richtigen Rachen kriegen? Richtig: Niemand, was mir den Nachfolger umso schmackhafter machen lässt.

Trackliste:
1. Groans To The Guilty
2. In Case The Seasons Break
3. Melangia
4. Raids To Punishment
5. La Incertesa Del Plaer
6. L'hivern Per A Les Muses
7. Searching A Seal Of Pain (The Beauty)
8. La Vetlla
9. The Amber Nest
10. 'Till Water Mirrors Couldn't See
Spielzeit: 00:48:25

Line-Up:
Fiar - Bass, Gesang
Wilhkiem - Gitarre
Falke - Gitarre
Nechrist - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
12.06.2009 | 20:18
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