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Album:Land Of The Free II
Genre:Heavy Metal, Power Metal
Label:SPV
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:16.11.07
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"Das Land der Freiheit ruft..."

Nachdem es Kai Hansens frühere Waffenbrüder mit „Keeper Of The Seven Keys III“ bereits vorgemacht haben, setzt nun auch das hanseatische Power Metal-Flagschiff GAMMA RAY die Segel und knüpft mit „Land Of The Free II“ an seinen knapp 13 Jahre alten Meilenstein an. Doch bevor der Kampf für die Freiheit in die zweite Runde gehen kann, muss erst geprüft werden, ob der Schlachtgesang auch zum Angriff taugt.

Die einprägsamste Zeile des Openers „Into The Storm“ ist wohl „The Land Of The Free Is Calling Out To Me.“ Sobald GAMMA RAYs neuestes Werk im CD-Player rotiert, kann sich auch der Hörer diesem Ruf nicht mehr entziehen. Denn im Gegensatz zum ersten Teil machte man dieses Mal nicht den Fehler, einen eher verhalten beginnenden Song an den Anfang zu stellen sondern steigt mit schiebenden Uptempo-Riffs und kreischenden Gitarren gleich voll ins Geschehen ein. Überhaupt regieren auf „Land Of The Free II“ melodiöse Speed Metal-Riffs, wie sie –zumindest in heimischen Gefilden- nur von der Waterkant stammen können. Die ersten sechs der insgesamt zwölf Songs stellen des Hörers Nackenmuskeln und Stimmbänder auf eine harte Probe, denn Headbangen und Mitgrölen ist hier Pflicht. Angetrieben wird das Ganze von Daniel Zimmermanns mehr als beeindruckendem Getrommel sowie GAMMA RAY-typischen Riffs der Marke Hansen. Doch hier wird keineswegs monoton geballert, sämtliche Songs sind angenehm abwechslungsreich, wie z.B. die schönen, melodischen Bassparts in „To Mother Earth“ und „Rain“ beweisen. Altmeister Kai Hansen ließ jüngst verlauten, dass man sich mit „Land Of The Free II“ wieder an der positiven Seite GAMMA RAYs orientieren wolle. Das hat auch ziemlich gut geklappt, betrachtet man die vielen eingängigen Melodien, mit denen das Songmaterial durchsetzt ist: Singbare Refrains wechseln sich mit grandiosen Instrumentalparts ab, was jedoch zu keiner Zeit kitschig wirkt, sondern enorm viel gute Laune verbreitet. Zur Mitte des Albums wird mit dem hymnischen „Empress“ die Geschwindigkeit etwas zurück genommen, nur um dann in der zweiten Hälfte des über eine Stunde langen Meisterwerkes das Gaspedal wieder voll durchzutreten. „Insurrection“, der letzte Track des Albums, weist sofort sowohl im Punkte Länge [11 Minuten] als auch Aufbau starke Parallelen zu „Rebellion In Dreamland“ auf, was dem Hörer ein Schmunzeln abverlangt, da man sich positiv an den einstigen Meilenstein erinnert fühlt. Und am Ende des Albums macht sich ein Song dieser Länge auch gleich viel besser. Technisch sind die vier Hamburger über jeden Zweifel erhaben, die Soli fügen sich bestens in die Songstrukturen ein und auch die Riffs und Melodien katapultieren die Hörerschaft auf Wolke sieben. Einzig bei der Produktion hätte man die Gitarren ruhig ein wenig mehr in den Vordergrund stellen können, denn die Heaviness des Vorgängers „Majestic“ wird ein wenig vermisst. Das ist aber auch wirklich das Einzige, was man an „Land Of The Free II“ bemängeln könnte.

Mit „Land Of The Free II“ haben GAMMA RAY einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass Power Metal auch im neuen Jahrtausend noch funktionieren kann, ohne dabei abgedroschen zu wirken. Die vier Hanseaten gehen so motiviert zu Werke und bieten solch ein abwechslungsreiches Hörerlebnis, dass es wohl nicht zu viel der guten Worte ist, zu behaupten, dass es sich hier um das beste GAMMA RAY-Album seit Langem handelt. Anspieltipps: „Into The Storm“, „Rain“, „Real World“, „Insurrection“. Also, auf die Freiheit...

Trackliste:
01. Into The Storm
02. From The Ashes
03. Rising Again
04. To Mother Earth
05. Rain
06. Leaving Hell
07. Empress
08. When The World
09. Opportunity
10. Real World
11. Hear Me Calling
12. Insurrection
Spielzeit: 01:05:18

Line-Up:
Kai Hansen - Vocals, Guitars
Henjo Richter - Guitars
Dirk Schlächter - Bass
Daniel Zimmermann - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
15.11.2007 | 01:51
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