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Album:Core Of Despair
Genre:Death Metal
Label:Suffer Productions
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:12.06.08
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"Der Zug ist abgefahren"

Die Finnen GARCHAROT stehen für räudigen Old School Death Metal und haben sich seit der Gründung der Band vor 18 Jahren definitiv Zeit gelassen, um ihr Debüt „Core Of Despair“ auf die Menschheit loszulassen. Hat sich die Wartezeit gelohnt?

Entweder haben die fünf Musiker aus dem Land der tausend Seen unglaublich gut bezahlte und stressige Jobs, sodass nicht genügend Zeit für die Musik übrig blieb, oder sie wollten so lange an den Songs feilen, bis sie perfekt sind. Letzteres trifft definitiv nicht zu, denn der simpel gestrickte und teilweise etwas holprige Death Metal der Finnen hat zwar Charme, gewinnt aber in technischer Hinsicht keinen Blumenpott. Gut, es muss natürlich nicht jeder zum Frickel-König avancieren und genau das wollen GARCHAROT auch überhaupt nicht; allerdings sollte man dann lieber ein unterirdisches Solo wie in „Graveyard Rats“ gleich ganz weglassen. Geboten wird insgesamt geradliniger und brutaler Death Metal, der sowohl in Richtung USA als auch Skandinavien schaut und bei dem gerne mal der Knüppel aus dem Sack gelassen wird. Das kann man sich durchaus anhören, aber so wirklich vom Hocker reißt die gebotene Mischung nun auch wieder nicht, da ein Großteil des Materials ziemlich durchschaubar und durchschnittlich ist. Klar, die Finnen sind brutal und haben keinen Bock auf Kompromisse oder Experimente, was total in Ordnung geht, aber Wiedererkennungswert kann man ihnen wirklich nicht attestieren. Interessant ist übrigens auch, dass die ersten zehn Songs, die „Core Of Despair“ eigentlich ausmachen, qualitativ nicht an die Songs der als Bonus enthaltenen Demos „The Art Of Dark Desires“ und „Cradle Of Sorrow“ von 1994 heranreichen. Diese sind zwar grottig und dumpf ohne Ende produziert, woran es wenig auszusetzen gibt, da es sich ja schließlich um Demos mit damals sicherlich sehr limitiertem Budget handelt, aber irgendwie haben diese Songs deutlich mehr Wumms. Vielleicht wäre es gar nicht verkehrt gewesen, schon Mitte der Neunziger ein Album auf den Markt zu bringen, denn jetzt dürfte diese Veröffentlichung nur noch Sammler und puristische Old-School-Fans interessieren. Positiv hervorgehoben werden muss hingegen auf jeden Fall die Spielzeit von nahezu 80 Minuten, während es den Silberling trotzdem für schlappe und absolut faire zehn Euro [exkl. Porto] gibt, woran sich so einige Plattenfirmen mal ein Beispiel nehmen könnten.

Kurzum: Preislich betrachtet ist das Teil absolut empfehlenswert, allerdings ändert dies nichts an der Tatsache, dass „Core Of Despair“ wenig spannend ist. GARCHAROT ballern ganz annehmbar und solide durch die Gegend, aber davon abgesehen gibt es etliche Bands, die diesen Sound bedeutend interessanter und gekonnter umsetzen. Somit stellt „Core Of Despair“ eine durchschnittliche Veröffentlichung dar, die hauptsächlich die bereits erwähnten Sammler und Old-School-Deather interessieren dürfte.

Trackliste:
01. Bringer Of The Plague
02. With Fear And Chaos
03. Broken Trust
04. Deny The Weak
05. Shape Of Carnage
06. Doomed To Fail
07. Core Of Despair
08. Distorted Reality
09. Darkened Light
10. Black Star
11. Unsatisfied Internal Pleasure*
12. The Art Of Dark Desire*
13. Butchered Orgies*
14. Carvings Of The Carnals*
15. Blessedness*
16. Holy Communion Perversities**
17. Graveyard Rats**
18. By The Grace Of God**
19. When The Death Is Real**
20. Holy Communion Perversities***

*"The Art Of Dark Desires" [Demo, 1994]
**"Cradle Of Sorrow" [Demo, 1994]
***"Sometimes Death Is Better" [Compilation-Beitrag, 1995]
Spielzeit: 01:16:45

Line-Up:
Lasse Heinonen – Vocals
Markus Franssi – Guitar
Janne Korkeakoski – Guitar
Ville Koiviola – Bass
Ville Rissanen – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
13.07.2008 | 19:50
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