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Band: Ghost bei Facebook Metalnews nach 'Ghost' durchsuchenGhost
Album:Opus Eponymous
Genre:Doom Metal, Pop, Psychedelic
Label:Rise Above Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:29.10.10
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"Die sechs ??? und der Pop-Satan!"

"Oh, da spielen wohl wieder ein paar Leute Karneval!", so mag die erste Reaktion etlicher Musikhörer auf GHOST lauten. Die samt und sonders anonym agierenden Mitglieder wollen, so die Essenz der Bandinformation, zwar Satan und das Ende der Welt nach Kräften musikalisch fördern, sich aber dabei nicht persönlich zu erkennen geben. Stattdessen wird fleißig das Vermummungsverbot missachtet, sich angemalt und das Pseudonym "???" geteilt.

Reichlich Anlass für Spott also, noch bevor man überhaupt einen einzigen Ton des halbstündigen Debüts "Opus Eponymous" gehört hat. Doch aufgepasst: wer zu erwachsen und vernünftig tut, verspielt damit nicht nur das Recht darauf, mit nacktem Oberkörper zu einem MANOWAR- oder AMON AMARTH-Song auf der Tanzfläche herumzuposen, was die Hühnerbrust hergibt – im Falle von GHOST entgeht einem dadurch auch ein ausgesprochen interessantes Album. Nach einem kurzen Keyboardintro namens "Deus Culpa" leitet eine knarzige Basslinie "Con Clavi, Clon Dio" ein, das einen als Rezensent gleich vor Kategorisierungsprobleme stellt. Pulsierender Rock mit viel [Orgel]Tastengas und beschwörend-poppigem Gesang über den Leibhaftigen macht den Hauptteil von GHOSTs Musik aus. Das eigentlich Ungewöhnliche daran sind nicht nur die zugleich schrulligen wie ungemein charmanten Keyboardsalven und hallgeschwängerten, melodischen Gitarrensoli über einer durchaus an den hypnotischen Minimalismus von NEU! erinnernden Rhythmusfraktion, sondern der geradezu unverschämte Pop-Appeal der ganzen Scheibe. Dieser speist sich vor allem aus dem einschmeichelnden Gesang und sorgt letztlich für ein ganzes Album voller teuflischer Ohrwürmer. Das diese außerdem ausgesprochen gekonnt und mit weit mehr Detailarbeit als notwendig zusammengeschneidert wurden, sollte ebenfalls nicht verschwiegen werden.

Ob der Plan von GHOST aufgeht, vor allem die Jugend mit ihrem satanischen Doom-Pop zu begeistern und auf die dunkle Seite zu ziehen, wird die Zeit zeigen. Zu wünschen wäre es, zumindest aus rein musikalischer Sicht. Denn die auf "Opus Eponymous" so schamlos zelebrierte Mischung aus ganz frühen JUDAS PRIEST, SATYRICONs "Now, Diabolical", NEU!, schmierigstem Pop und KING DIAMOND-Maskerade übt einen unheimlichen Reiz aus. Vorausgesetzt, man ist nicht zu erwachsen. Falls doch ist man, wie gesagt, selber schuld!

Trackliste:
01. Deus Culpa
02. Con Clavi Clon Dio
03. Ritual
04. Elizabeth
05. Stand By Him
06. Satan Prayer
07. Death Knell
08. Prime Mover
09. Genesis
Spielzeit: 00:34:48

Line-Up:
??? - Gitarre
??? - Bass
??? - Schlagzeug
??? - Keyboard
??? - Gesang
??? - Gesang
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
22.10.2010 | 20:15
Kommentare
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