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CD Review: Thunder - The EP Sessions 2007-2008

Thunder
The EP Sessions 2007-2008


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Cover von Giant X -- I
Band:  Metalnews nach 'Giant X' durchsuchenGiant X
Album:I
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:SPV
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:18.01.13
CD kaufen:'Giant X - I' bei amazon.de kaufen
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"Meister der Musik"

Chef-Freibeuter Rock ’n’ Rolf Kasparek hat wieder Blut geleckt: Nicht nur verspricht der Gentleman ein weiteres Album der reaktivierten RUNNING WILD, nein, der gute Mann hat offenbar derart viel kreative Energie übrig, dass er sich mit seinem langjährigen Songwriting-Kollegen Peter Jordan [ebenfalls RUNNING WILD] zusammen setzte und zwölf Songs für ein weiteres Projekt zimmerte. Selbiges hört auf den Namen GIANT X und soll – so tönten Musiker und Label zumindest im Vorfeld bei jeder sich bietenden Gelegenheit – gänzlich neue Facetten der beteiligten Musiker zum Vorschein bringen.

Mit dem GIANT X-Debüt stellt sich nun also die Frage, ob ein Musiker, der in den vergangenen 30 Jahren mit keinem anderen Projekt als RUNNING WILD ernsthaft in Erscheinung getreten ist, weit genug aus seiner Haut kann, um tatsächlich so frisch und innovativ zu klingen, wie im Vorfeld großspurig angekündigt. Die Antwort: Bedingt. Das muss aber auch absolut nichts schlechtes sein, denn schließlich schrieb Meister Rolf mit seiner Piratentruppe einst schwermetallene Hymnen für die Ewigkeit. Nach einem reichlich trashigen Intro, das auch direkt aus einem Horrorfilm der späten 50er stammen könnte, mutet das eröffnende „On A Blind Flight“ zwar noch wie eine B-Seite zu „Shadowmaker“ an, jedoch weiß bereits das folgende „Don’t Quit Till Tomorrow“ überaus angenehm an Alben wie „Gates To Purgatory“ und Songs wie „Prisoners Of Our Time“ zu erinnern. Überhaupt steckt in „I“ recht viel klassisches RUNNING WILD-Material, denn auch gelungene Nummern wie „Soulsurvivors“ und „R.O.C.K.“ verweisen sofort auf die glücklicheren Tage der Heavy Metal-Seeräuber. Dabei liegt der Grund, dass GIANT X ihr traditionsreiches Erbgut mitunter nur schwer verbergen können, gar nicht mal so sehr in der musikalischen Untermahlung: Nummern wie das mit satten Slidegitarren angereicherte „Badlands Blues“ oder auch das vergleichbare „Rough Ride“ wird es sicher nie auf einem Album der Hauptband des Frontmannes geben, allerdings scheint Herr Kasparek gesanglich wie textlich einfach derart limitiert zu sein, dass unter seiner Führung selbst Singer/Songwriter-Material nach „Under Jolly Roger“ klingen würde und so kippt selbst das elektronisch angehauchte „Now Or Never“ spätestens zum Refrain in Altbekanntes um. Allerdings darf das Schaffen von GIANT X nicht vorschnell als Epigone einer ehemals großartigen Band abgetan werden, denn „I“ birgt durchaus angenehme Überraschungen: So erschließt die Ballade „Nameless Heroes“ tatsächlich überaus erfolgreich neues Terrain, in den Rock ’n’ Roll-Stampfern „Go 4 It“ und „Let’s Dance“ betreiben die Beteiligten musikalische Ahnenforschung und das tonnenschwere „Friendly Fire“ klingt unwahrscheinlich modern und heavy – wo genau man von QUEEN und BILLY TALENT beeinflusst sein möchte, bleibt jedoch ein Rätsel. Was stört, ist die sterile Produktion, denn während der mächtige Gitarrensound ähnlich kraftvoll sägt wie auf „Shadowmaker“ ist das Klangbild insgesamt zu aufgeräumt und besonders der Drumsound – der Vorwurf ist altbekannt – klingt mehr nach Computer denn nach Schlagzeuger. Dennoch zeigt das Erstlingswerk von GIANT X, dass das Duo Jordan/Kasparek hier hörbar Spaß daran hatte, sich abseits ausgetretener Pfade auszutoben und auch wenn das letztendlich nicht ganz so innovativ ausfällt, wie angekündigt, ist aus „I“ doch ein gut gemachtes Metal-Album geworden.

„I“ bietet zwölf durchweg gut umgesetzte und angenehm treibende Hard Rock- und Heavy Metal Songs, die neben RUNNING WILD auch noch weitere Wurzeln der beteiligten Musiker offen legen. Dank erhöhter musikalischer Vielfalt ist das GIANT X-Debüt somit nicht nur eine Gelegenheit, Rock ’n’ Rolf von einer anderen Seite kennen zu lernen, sondern obendrein weitaus interessanter als das etwas blutleere „Shadowmaker“. Wie hieß es in einem von J.B.O. vertonten Werbespot zur fiktiven Compilation „Meister der Musik“? “Und RUNNING WILD spielen RUNNING WILD!“. Tja, nicht immer.

Trackliste:
01. The Rise Of The Giant X [Intro]
02. On A Blind Flight
03. Don't Quit Till Tomorrow
04. Badland Blues
05. Now Or Never
06. Nameless Heroes
07. Go 4 It
08. The Count
09. Rough Ride
10. Friendly Fire
11. Let's Dance
12. Soulsurvivors
13. R.O.C.K.
Spielzeit: 00:46:19

Line-Up:
Rolf Kasparek - Vocals, Guitar
Peter Jordan - Guitar
Thomas Meyns [Metalviech]
13.01.2013 | 15:49
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