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Reviews von Glittertind
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Band: Glittertind Homepage Glittertind bei Facebook Metalnews nach 'Glittertind' durchsuchenGlittertind
Album:Djevelsvart
Genre:Folk, Folk Metal
Label:Indie Recordings
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:22.11.13
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"Bestes, aber auch düsterstes Glittertind-Album!"

Ich liebe Metal, und ich liebe Folk, aber beides zusammen war niemals mein Ding. Bis 2004 die Norweger GLITTERTIND mit ihrem ersten Album, „Evige Asatro“, den Asen so garnicht clischeehaft ewige Treue schworen, indem sie Pagan Metal mit Punkrock verbanden. Das war nicht nur neu und in der Form auch bis heute einzigartig, es hat auch damals schon ungeheuer viel Spaß gemacht. Der Nachfolger „Landkjenning“ von 2009 ging zwar etwas mehr in Richtung Folk Metal und war weniger punkig als die erste, jedoch, war auch diese Platte mit Songs wie „Longships And Meade“ sehr partytauglich...

...aber die Zeiten ändern sich, und manchmal mit Ihnen auch Musiker und ihre Bands. Wieder sind fast vier Jahre seit dem letzten Album vergangen, und wenn „Djevelsvart“ eines eben überhaupt nicht mehr ist, dann locker oder fröhlich. Die letzten Jahren waren nicht leicht für Sänger, Gitarrist und Bandkopf Torbjørn Sandvik. Traumatische Ereignisse bedingt durch die Krebserkrankung seiner Freundin und der Tod eines Fans beim Massaker auf Utøya haben Texte und Musik nachhaltig beeinflusst. Somit ist „Djevelsvart“ ein passender Titel für ein Album, wie es düsterer nicht sein könnte. Die meisten Titel, etwa „Sundriven“ sind eher langsam, „Kvilelaus“ ist gar moderner Folk in seiner reinsten Form ohne jegliche E-Gitarren, und so melancholisch, dass der Song definitiv seinen Platz im „Apocalyptic Folk“ Genre hat, etwas, dass man vor Jahren bestimmt nicht ausgerechnet von GLITTERTIND erwartet hätte. Im Gegensatz dazu steht das harte und wütende „Sprekk For Sol“, welches dem auf Utøya ermordeten GLITTERTIND-Fan Torjus Jakobsen Blattman gewidmet wurde, und auch ein klares Statement gegen Gewalt von Rechts und ewig gestrige ist, die denken, dass Asenglauben, europäischer Folk und Nazimüll Hand in Hand gehen müssen. GLITTERTIND haben sich von Anfang an gegen dieses Idiotenklientel ausgesprochen. Dass sie nach den Terrorereignissen in ihrem eigentlich ansonsten wunderschönen Heimatland nun nicht damit aufhören und weiterhin faschistischen Tendenzen entschieden die Stirn bieten, ist verständlich und begrüßenswert. „Sprekk For Sol“ an sich ist, wenn man den Hintergrund kennt, aber auch kein leicht verdaulicher Song, der passend zum Text in einem morbiden Soundchaos endet. Menschen, die ohnehin schon depressiv sind, könnten hier einen ungewollten Stimmungsverstärker finden-für jedermann ist „Djevelsvart“ also ganz sicher nicht geeignet.
Ein wenig aufgelockert wird die durchgehend düster gestimmte Platte nur durch einige Überraschungen im Sound, die ich schlichtweg als grandios bezeichnen muss. So gibt es bei „Sundriven“ Death Metal Growls im Background, und „Trollbunden“ ist ohnehin der Stilmix des Jahres. Der Song fängt mit einer geradezu „poppigen“ Melodie, Pianos und leichten Skagitarren [!] an, macht einen ganz kurzen Abstecher zu einer Art von Screamo-Punk und kommt dann zu einem Wikingerchor. Das merkwürdig-experimentell anmutende „Stjerneslør“ könnte hingegen etwas als Filmsoundtrack für ein Drama hermachen. „Tåketanker“ ist einfach schwermütiger modern Rock. Das ist es dann auch, was an GLITTERTIND typisch GLITTERTIND geblieben ist: Vielfältigkeit und Originalität. Und hier ist es somit, das unumstößliche Argument, warum man die monatlich zehn neuen Clischee-Pagan Metal Trendhopper, die herauskommen, einfach nicht braucht. Solange Bands wie GLITTERTIND solche Maßstäbe setzen, muss man in dem Genre wirklich nicht lange weitersuchen. Mit der Ausnahme, wer unter „Folk Metal“ nur fröhliche Songs über Met und Wikingerschiffe finden mag, und auch keine Experimente in diesem Genre verträgt, der muss hiervon ganz klar die Finger weglassen.

Vom ersten „Inngang“ [Intro]-Ton bis hin zu den unsagbar traurigen, getragenen Begräbnis-Pianos zum „Utgang“ [Outro] ist nun ausgerechnet „Djevelsvart“ das bisher beste aller GLITTERTIND-Alben geworden. Ausgerechnet, weil es eben auch das düsterste und ernsteste ist; und ganz sicher keine leichte Kost. So sehr ich auf diesen Sound auch stehe, möchte ich der Band und vor allem Torbjørn für die Zukunft bessere Zeiten wünschen. Vielleicht hilft ihm dieses Album ja dabei, die ganzen Schicksalsschläge der letzten Zeit zu verarbeiten. „Djevelsvart“ ist jedenfalls voll von echter Melancholie und Traurigkeit und wirkt zu keiner Sekunde aufgesetzt; und ein solch ehrliches und zudem großartig komponiertes und produziertes Album gehört einfach zu den Empfehlungen dieses Monats!

Trackliste:
01. Inngang
02. Djevelsvart
03. Sundriven
04. Sprekk For Sol
05. Kvilelaus
06. Trollbunden
07. Nymåne
08. Tåketanker
09. Stjerneslør
10. Utgang
Spielzeit: 00:36:10

Line-Up:
Torbjørn Sandvik - Gesang, Rhytmusgitarre
Geirmund Simonsen – Akkordeon, Effektgitarre, Samples, Backgroundgesang
Stefan Theofilakis - Föte, Backgroundgesang
Olav Aasbø - Leadgitarre, Backgroundgesang
Bjørn Nordstoga Eide – Bass
Geir Holm – Schlagzeug
Jessica Bausola [Teriel]
22.11.2013 | 19:54
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