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In Flames @ Zenith, München
19.10.08
19.10.08
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"Japans Monster sind aus Plastik, die französischen aus Stahl" | ||||||||||||||||
| Es gibt für einen Schreiberling nichts Schöneres und gleichzeitig Unangenehmeres als eine CD mit ungewöhnlicher und gleichzeitig hochqualitativer Musik auf den Schreibtisch zu bekommen. Schön ist es, einmal nicht den Einheitsbrei üblicher Massenware vorgesetzt zu bekommen, aber wie bringt man dem Leser eine Musik nahe, der die üblichen Schubladenmuster fehlen, und bei der man somit auf die üblichen Querverweise verzichten muss? Die Franzosen von GOJIRA sind so ein Fall und haben mit „The Link“ nun ihr Zweitwerk noch einmal komplett remixed und remastered auf den Markt geworfen. GOJIRA ist der japanische Name von Godzilla und ein wahres Monster ist deren Musik auch. Allerdings wird einem hier kein altes Plastik oder Pappmachee serviert, sondern modernster, auf Hochglanz polierter Titanstahl. Wenn man schon unbedingt Schubladen aufmachen will [und ich will], dann kann man die Musik am ehesten mit der von MESHUGGAH vergleichen. Tonnenschwere, düstere Riffs spazieren nahe der Grenze zwischen Jazz und Wahnsinn und holen sich ab und zu ein Tässchen Tee von Brüderchen Tribal-Rhythmik ab. Frage mich bitte niemand nach Songstrukturen, die Musiker haben auch nicht danach gefragt. In Sachen Spieltechnik ist die Band eh über jeden Zweifel erhaben. Mit einer Leichtigkeit wurden vertrackte musikalische Konzepte und verwegene rhythmische Konstellationen eingespielt, dass es ein wahrer Ohrenschmaus ist. Diese Band sei all jenen ans Herz gelegt, die ihren Stahl hart, experimentell und abseits von ausgetretenen Laufpfaden mögen. Wer es lieber traditionell mag, sollte die Finger weg lassen oder zumindest vorher probehören. | ||||||||||||||||
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