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Reviews von Grave Digger
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Band: Grave Digger Homepage  Metalnews nach 'Grave Digger' durchsuchenGrave Digger
Album:Liberty Or Death
Genre:Heavy Metal
Label:Locomotive Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:12.01.07
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"Der Reaper kehrt mit 'nem Sack voller Zuckergebäck zurück"

Onkel Bolle hat’s tatsächlich wieder rausgerissen. Das GRAVE DIGGER-Schiff, das in den letzten Jahren bedenklich voller Wasser gelaufen war, muss nun doch nicht sinken, sondern darf sich seiner truemetallischen Botschaften mit aufgeblähtem Hauptsegel entledigen.

Was passiert ist? Och, GRAVE DIGGER haben die letzten drei Alben anscheinend analysiert und festgestellt, dass kompositorischer Handlungsbedarf bestand. Zu viele 08/15 Riffs und zu wenig packende Momente fanden sich auf den 2000’er Scheiben. Der gemeine GRAVE DIGGER-Fan will jedoch lieber Granaten wie „Rebellion“, „Lionheart“, „Morgane Le Fay“ „Heart Of Darkness“ oder „Legions Of The Lost“ hören. Songs eben, bei denen man sich wegen des Gänsehaut/Power-Dualismus emotional komplett aufreibt.
Mission geglückt! „Liberty Or Death“ ist das mit Abstand stärkste Album seit „Excalibur“ (1999). Hier wird mit Brillanz geklotzt, was das Zeug hält. Da hätten wir den druckvollen Sound – die Gitarren sind teilweise so was von laut gemischt, ein Fest. Als nächstes fällt Herrn Boltentahls stimmliche Macht auf, die selten so variabel, treffsicher, engagiert und mitreißend wirkte wie auf diesem Silberling. Die Songstrukturen sind vermehrt dramatisiert worden, vieles baut sich zunächst langsam auf, um dann direkt vor dem Hörer zu explodieren. Die etwas weiter im Vordergrund stehenden Keyboards untermauern dieses Merkmal noch, wirken aber nicht störend oder gar „kleisternd“.

Zum Eingemachten: Mit dem Titelsong, „Highland Tears“ und „March Of The Innocent“ sind drei Hymnen für die Ewigkeit vertreten, die jeden Anhänger der Ruhrpöttler sofort begeistern werden. Was Boltentahl völlig unterschwellig im Refrain des letztgenannten Stücks anstellt, müsste allein schon prämiert werden. Auch der Stampfer „Forecourt To Hell“ gehört noch gerade so in diese Liga. Hier atmet alles den Spirit der Mittelalter-Alben – plus Manni Schmidts Gitarrenarbeit. Nix gegen Uwe Lulis, aber im direkten Vergleich sieht der ehemalige Klampfer keine Sonne gegen seinen Nachfolger. Schön, dass sich das facettenreiche und sehr einfühlsame Spiel Schmidts nun endlich mal zur Gänze entfalten kann. So wird selbst einem eher belanglosen Track wie „The Terrible One“ noch mal das ein oder andere Sahnehäubchen aufgesetzt. Wenig zu retten gab es dagegen bei „Silent Revolution“ – für mich ein lahmarschiger und unsinniger RUNNING WILD-Klon – und bei „Shadowland“, musikalisch nicht mehr als eine Aufwärmübung, die zwar über einen ganz netten Zwischenpart verfügt, insgesamt aber zu belanglos daherkommt. „Massada“ schließt das Album – für GRAVE DIGGER-Verhältnisse sensationell progressiv – mit orientalischen Harmonien, einem schweren, Tony Iommi-mäßigen Riff, das einen ungeheuer epischen Track durchzieht, der zusätzlich mit weiblicher Gesangsunterstützung und fetten Chören daherkommt – interessant!

Fazit: Kurzum, das hier ist Metal wie man ihn nie oft genug hören kann. Episch, klassisch, melodiös, schwer wie eine Schatztruhe voller Eisenketten und absolut zeitlos. Bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler völlig überzeugend.

Trackliste:
01. Liberty Or Death
02. Ocean Of Blood
03. Highland Tears
04. The Terrible One
05. Until The Last King Died
06. March Of The Innocent
07. Silent Revolution
08. Shadowland
09. Forecourt To Hell
10. Massada


Marcus Italiani [Mattaru]
29.01.2007 | 00:19
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